Mehrgenerationenhaushalte: Finanzielle Entlastung in der Altenpflege

Mehrgenerationenhaushalte: Finanzielle Entlastung in der Altenpflege

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Angesichts explodierender Kosten für Wohnraum, Langzeitpflege und Kinderbetreuung in den USA kehrt ein alter Trend zurück: der Mehrgenerationenhaushalt. Familien wie die McCadneys entscheiden sich bewusst dafür, näher zusammenzuleben, um sich gegenseitig zu unterstützen und erhebliche finanzielle Belastungen zu mindern. Diese Entwicklung bietet nicht nur praktische Vorteile, sondern stärkt auch den familiären Zusammenhalt.

Das Familien-Compound der McCadneys

Lauren McCadney, Ende 50, erfüllte sich 2023 einen lang gehegten Wunsch, als sie das Haus direkt neben ihrem Bruder James und dessen Familie in Maryland kaufte. Nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 2020 und einer schwierigen Scheidung zog Lauren 2021 von Chicago nach Maryland, um näher bei ihrer Familie zu sein und ihren Vater, James Sr., zu unterstützen, der mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat.

Heute leben sieben Familienmitglieder aus drei Generationen in den beiden benachbarten Häusern. Sie teilen sich die Pflegeverantwortung für den Familienpatriarchen James Sr. und bilden das, was sie selbst als "Familien-Compound" bezeichnen. Diese Wohnform war in den USA vor dem Zweiten Weltkrieg weit verbreitet, bevor sich der Trend zu unabhängigerem Wohnen durchsetzte.

Pflege und Kosten teilen: Eine Win-Win-Situation

Die McCadneys teilen sich nicht nur die Pflegeaufgaben, sondern sparen durch ihre Wohnsituation auch erhebliche Summen. Lauren, die 2024 aus dem Tech-Marketing in den Ruhestand ging, renovierte ihr Haus, um es barrierefrei für ihren Vater zu gestalten und ihrer Schwester Cheryl eine separate Wohneinheit im Keller zu bieten. Cheryl zahlt eine unter dem Marktwert liegende Miete und kümmert sich um Laurens Hund.

James, Laurens Bruder, übernimmt den Großteil der persönlichen und medizinischen Versorgung ihres Vaters, während Cheryl tagsüber viel Zeit mit ihm verbringt. Lauren nimmt ihren Vater, der einen Scooter benutzt, gerne mit zu Restaurants, Brauereien und Konzerten. Diese Aufteilung der Aufgaben sorgt für Entlastung und Flexibilität. Lauren McCadney betont: "Ich fühle mich sehr gesegnet und glücklich über unsere Situation, denn ich habe Freunde, die die primäre alleinige Pflegeperson sind, und das ist schwer."

Durch die häusliche Pflege von James Sr. spart die Familie erhebliche Kosten, die sonst für betreutes Wohnen oder ein Pflegeheim anfallen würden. Lauren merkt an: "Wenn man kein Milliardär ist, hat man meiner Meinung nach nicht den Luxus zu sagen, dass Kosten keine Rolle spielen." Darüber hinaus schätzen sie die Gewissheit, dass ihr Vater von der Familie betreut wird und nicht in eine Einrichtung umziehen musste, was er auch nicht wollte.

Auch die Zwillingsneffen Drew und Carter, 20 Jahre alt, profitieren von der Situation, da sie mietfrei zu Hause wohnen. Sie helfen ihrer Tante Lauren, indem sie ihren Rasen mähen, sie zum Flughafen fahren oder sie nach einer Augenoperation begleiten. Lorri, ihre Mutter und Lehrerin, sagt dazu: "Ich liebe es, dass meine Jungs ihre prägenden Jahre in einem Mehrgenerationenhaushalt verbracht haben. Es ist ihnen hoffentlich klar, dass Liebe eine Handlung ist."

Herausforderungen und die Zukunft der Pflege

Trotz der vielen Vorteile bringt die Pflege eines älteren Familienmitglieds auch Herausforderungen mit sich. Die Geschwister haben weniger Flexibilität und Privatsphäre. Cheryl, die vor dem Einzug bei Lauren allein lebte, musste sich an das Zusammenleben gewöhnen. James und Lorri stehen vor der doppelten Herausforderung, sich um ihre Kinder und ihre Eltern zu kümmern, während sie beide Vollzeit arbeiten.

James, der für das Maryland Department of Human Services arbeitet, spricht von einem ständigen Balanceakt, um allen Familienmitgliedern gerecht zu werden. "Nehme ich meinen Kindern etwas weg, oder habe ich ihnen etwas weggenommen?", fragt er. "Wir hoffen, dass wir alles richtig machen." Lorri beobachtet, dass James manchmal erschöpft oder frustriert ist, was für sie als Ehefrau schwer zu sehen ist.

Die McCadneys wissen nicht, wie lange sie in ihrer aktuellen Konstellation leben werden. Laurens Haus erfordert viel Instandhaltung, die sie im Alter nicht mehr bewältigen möchte. Lorri und James hoffen, irgendwann zu verkleinern und mehr Zeit am Strand zu verbringen. Solange James Sr. bei ihnen lebt, werden sie jedoch in ihrem Haus bleiben.

Lauren beschäftigt sich auch mit ihrer eigenen Zukunft. Sie und ihre Freunde, die keine Kinder haben, diskutieren darüber, wie sie im Alter versorgt werden können. Eine Idee ist der Kauf eines Grundstücks, auf dem mehrere kleine Häuser gebaut werden könnten, um eine eigene Wohngemeinschaft zu schaffen und sich gegenseitig zu unterstützen.

Der Trend zum Mehrgenerationenhaushalt

Die McCadneys sind Teil eines wachsenden Trends. Die Zahl der Menschen in den USA, die in Mehrgenerationenhaushalten leben – definiert als Haushalte mit zwei oder mehr erwachsenen Generationen – hat sich laut Pew Research zwischen 1971 und 2021 vervierfacht. Dieser Anstieg spiegelt die Notwendigkeit wider, auf die steigenden Kosten für Wohnen und Pflege zu reagieren und gleichzeitig den Wunsch nach familiärer Nähe zu erfüllen.

Während die Zukunft viele Unsicherheiten birgt, ist Lauren McCadney dankbar für die aktuelle Situation: "Ich bin einfach froh, dass im Moment alles funktioniert." Die Rückkehr zum Mehrgenerationenhaushalt ist für viele Familien eine pragmatische und emotionale Antwort auf die komplexen finanziellen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit.

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