
Merck übertrifft Erwartungen und präzisiert Jahresausblick 2026
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Merck hat im ersten Quartal 2026 die Analystenschätzungen übertroffen, angetrieben durch starke Nachfrage nach dem Krebsmedikament Keytruda und neuen Produkten. Trotz eines Umsatzwachstums verzeichnete das Pharmaunternehmen einen Nettoverlust, der maßgeblich durch eine Akquisitionsbelastung beeinflusst wurde. Gleichzeitig wurde der Jahresausblick für Umsatz und bereinigten Gewinn angepasst.
Quartalsergebnisse übertreffen Erwartungen
Merck & Co., Inc. (NYSE: MRK) meldete für das erste Quartal 2026 Ergebnisse, die die Erwartungen der Wall Street übertrafen. Der Umsatz belief sich auf 16,29 Milliarden US-Dollar, während Analysten im Durchschnitt 15,82 Milliarden US-Dollar erwartet hatten. Dies entspricht einem Anstieg von 5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum und 3 % ohne Berücksichtigung von Wechselkurseffekten.
Das Unternehmen verzeichnete einen bereinigten Verlust pro Aktie von 1,28 US-Dollar, was besser war als der erwartete Verlust von 1,51 US-Dollar pro Aktie. Der Nettoverlust nach GAAP (Generally Accepted Accounting Principles) betrug 4,24 Milliarden US-Dollar oder 1,72 US-Dollar pro Aktie. Im Vergleich dazu stand im Vorjahreszeitraum ein Nettogewinn von 5,08 Milliarden US-Dollar oder 2,01 US-Dollar pro Aktie.
Umsatztreiber und Produkt-Highlights
Das Umsatzwachstum im ersten Quartal wurde maßgeblich durch die anhaltende Stärke in der Onkologie und Tiergesundheit sowie durch wachsende Beiträge neuer Produkte getragen. Das Krebsimmuntherapeutikum Keytruda, einschließlich KEYTRUDA QLEX, erzielte einen Umsatz von 8,0 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von 12 % (8 % ex-FX) entspricht. Davon entfielen 128 Millionen US-Dollar auf KEYTRUDA QLEX.
Das Medikament WINREVAIR trug mit 525 Millionen US-Dollar zum Umsatz bei und verzeichnete ein beeindruckendes Wachstum von 88 % (87 % ex-FX). Der Bereich Tiergesundheit zeigte ebenfalls eine starke Performance mit einem Umsatz von 1,8 Milliarden US-Dollar, einem Anstieg von 13 % (6 % ex-FX).
Akquisitionen prägen das Ergebnis
Der im Quartal verzeichnete Nettoverlust ist primär auf eine Belastung von 3,62 US-Dollar pro Aktie zurückzuführen. Diese resultiert aus der Akquisition von Cidara Therapeutics, einem Biotech-Unternehmen, das ein Grippepräventionsmedikament entwickelt. Ohne Akquisitions- und Restrukturierungskosten betrug der Verlust pro Aktie 1,28 US-Dollar.
Merck verfolgt eine aggressive Akquisitionsstrategie, um den bevorstehenden Wettbewerb durch Generika abzufedern. Dies betrifft unter anderem die Typ-2-Diabetes-Medikamente Januvia und Janumet, die später im Jahr 2026 generische Konkurrenz erhalten werden, sowie Keytruda im Jahr 2028. Zudem wurde eine Vereinbarung zur Übernahme von Terns Pharmaceuticals, Inc. bekannt gegeben, um die Hämatologie-Pipeline mit TERN-701, einem neuartigen Kandidaten für chronische myeloische Leukämie, zu erweitern. Diese Transaktion wird voraussichtlich im Mai abgeschlossen und eine einmalige Belastung von etwa 5,8 Milliarden US-Dollar oder rund 2,35 US-Dollar pro Aktie verursachen.
Ausblick für 2026 angepasst
Das Pharmaunternehmen hat seinen Ausblick für das Gesamtjahr 2026 präzisiert und die Untergrenze der Umsatzprognose angehoben. Merck erwartet nun einen Umsatz zwischen 65,8 Milliarden und 67,0 Milliarden US-Dollar, gegenüber der vorherigen Spanne von 65,5 Milliarden bis 67,0 Milliarden US-Dollar.
Auch die Prognose für den bereinigten Gewinn pro Aktie (Non-GAAP EPS) wurde angehoben und liegt nun zwischen 5,04 und 5,16 US-Dollar, verglichen mit dem vorherigen Ausblick von 5,00 bis 5,15 US-Dollar. Diese Anpassung ist teilweise auf das zugrunde liegende Geschäft und positive Wechselkurseffekte zurückzuführen. Der aktuelle Ausblick berücksichtigt noch keine Auswirkungen der geplanten Akquisition von Terns Pharmaceuticals, Inc.
Strategische Ausrichtung und Pipeline-Entwicklung
Robert M. Davis, Chairman und Chief Executive Officer von Merck, betonte die schnelle Transformation des Portfolios hin zu diversifizierten Wachstumstreibern in verschiedenen Therapiebereichen. Er hob hervor, dass Merck im ersten Quartal die Pipeline durch wissenschaftsgeleitete Geschäftsentwicklung, einschließlich der geplanten Terns-Akquisition, weiter gestärkt hat.
Wichtige Meilensteine im ersten Quartal umfassen:
- Die US FDA-Zulassung für IDVYNSO, eine einmal tägliche orale Behandlung für bestimmte Erwachsene mit virologisch supprimiertem HIV-1.
- Die Präsentation neuer Daten aus der kardiopulmonalen Pipeline auf der ACC.26, einschließlich positiver Ergebnisse der Phase-3-Studie CORALreef AddOn.
- Das Erreichen mehrerer signifikanter regulatorischer und klinischer Meilensteine in der Onkologie-Pipeline.
Davis zeigte sich erfreut über die Fortschritte und blickt optimistisch auf eine besonders robuste Phase von Phase-3-Datenauswertungen, die das Potenzial der Pipeline für Patienten entfalten sollen.