Merriam-Webster kürt "Slop" zum Wort des Jahres 2025: KI-Inhalte im Fokus

Merriam-Webster kürt "Slop" zum Wort des Jahres 2025: KI-Inhalte im Fokus

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Merriam-Webster hat "Slop" zum Wort des Jahres 2025 gekürt, ein Zeichen wachsender Besorgnis über die Qualität künstlich generierter Inhalte. Der Begriff beschreibt digitale Inhalte geringer Qualität, die meist in großen Mengen mittels KI produziert werden und soziale Netzwerke sowie Streaming-Dienste überfluten.

"Slop": Das Wort des Jahres 2025 und seine neue Bedeutung

Merriam-Webster, das renommierte Wörterbuch, hat "Slop" als sein Wort des Jahres 2025 bekannt gegeben. Diese Wahl spiegelt eine zunehmende Skepsis gegenüber der künstlichen Intelligenz (KI) wider. Die neue Definition von "Slop" lautet: "digitale Inhalte geringer Qualität, die üblicherweise in großen Mengen mittels künstlicher Intelligenz produziert werden."

Historisch wurde "Slop" im 18. Jahrhundert für "weichen Schlamm" verwendet und im 19. Jahrhundert für "Lebensmittelabfälle" oder allgemeiner für "Müll" und "Produkte von geringem oder keinem Wert". Die menschlichen Redakteure von Merriam-Webster wählten das Wort, da es die Flut an KI-generierten Inhalten im Jahr 2025 treffend zusammenfasst.

Die Flut der KI-generierten Inhalte

Soziale Netzwerke wurden 2025 von einer Welle KI-generierter Inhalte überschwemmt. Ein Beispiel ist ein Video, das von 404 Media als "Video einer bizarren Kreatur, die sich in eine Spinne verwandelt, die sich in eine Albtraum-Giraffe in einem belebten Einkaufszentrum verwandelt" beschrieben wurde und auf Meta-Apps über 362 Millionen Mal angesehen wurde. Im September führte Meta "Vibes" ein, einen separaten Feed für KI-generierte Videos. Kurz darauf veröffentlichte OpenAI seine Sora-App.

Dienste wie TikTok, YouTube und andere sind zunehmend von "AI Slop" durchzogen, das bei ausreichendem Engagement Einnahmen generieren kann. Spotify gab im September bekannt, über 75 Millionen KI-generierte, "spammy Tracks" von seinem Dienst entfernt zu haben. Das Unternehmen führte formelle Richtlinien ein, um Künstler vor KI-Imitation und Täuschung zu schützen, nachdem "The Velvet Sundown" eine Million monatliche Hörer erreichte, ohne zunächst klarzustellen, dass die Songs mit generativer KI produziert wurden.

Öffentliche Wahrnehmung und Bedenken

Die Verbreitung von "AI Slop" hat zu einer gemischten Reaktion geführt. Während einige Nutzer die Inhalte konsumieren, empfinden viele sie als störend. Medien wie The Wall Street Journal warnten vor der Allgegenwart von "AI Slop", während CNET berichtete, dass "AI Slop Social Media in ein asoziales Ödland verwandelt hat".

Laut der jüngsten All-America Economic Survey von CNBC, veröffentlicht am 15. Dezember, nutzten in den letzten zwei bis drei Monaten weniger Befragte KI-Plattformen wie ChatGPT, Microsoft Copilot und Google Gemini als in den Sommermonaten. Nur 48 % der Befragten gaben an, kürzlich KI-Plattformen genutzt zu haben, ein Rückgang von 53 % im August. Die Sorge vor Desinformation, Deepfakes und Urheberrechtsverletzungen wächst, insbesondere angesichts der Fähigkeit von KI-Videogeneratoren wie Sora, schnell realistische Clips zu erstellen.

Politische Dimension und die Hoffnung auf Authentizität

Die Tools zur Erstellung von "Slop" sind heute leichter zugänglich und werden auch für politische Zwecke eingesetzt. So postete US-Verteidigungsminister Pete Hegseth im vergangenen Monat ein manipuliertes Bild einer beliebten Zeichentrickschildkröte, die als granatenwerfender Kämpfer neu interpretiert wurde, um US-Militäraktionen in Venezuela zu verteidigen. Dies löste Empörung aus und wurde vom Verlag der Originalbücher verurteilt.

Greg Barlow, Präsident von Merriam-Webster, sieht in der Wahl des Wortes auch einen Hoffnungsschimmer. Der Anstieg der Suchanfragen nach "Slop" deutet darauf hin, dass die Menschen sich der minderwertigen Inhalte bewusster werden und das Gegenteil wünschen. Barlow merkt an: "Sie wollen Dinge, die echt sind, sie wollen Dinge, die authentisch sind." Er fügt hinzu, dass "Slop" fast ein trotziges Wort gegenüber der KI sei: "Wenn es darum geht, menschliche Kreativität zu ersetzen, scheint KI manchmal gar nicht so superintelligent zu sein."

Wie Merriam-Webster das Wort des Jahres wählt

Die Redakteure von Merriam-Webster wählen das Wort des Jahres, indem sie Daten über Wörter analysieren, deren Suchanfragen und Nutzung gestiegen sind. Anschließend einigen sie sich auf das Wort, das den Jahresverlauf am besten widerspiegelt. Greg Barlow beschreibt diesen Prozess als einen "Spiegel für die Menschen".