
Meta erwägt massive Entlassungen bei Milliardeninvestitionen in KI
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Meta Platforms bereitet sich auf mögliche Entlassungen vor, während das Unternehmen Milliarden in Künstliche Intelligenz (KI) investiert. Zwei hochrangige Mitarbeiter, die mit der Angelegenheit vertraut sind, berichteten Business Insider, dass einige Manager aufgefordert wurden, Kostensenkungspläne vorzubereiten. Umfang und Zeitpunkt dieser Maßnahmen wurden ihnen jedoch nicht mitgeteilt.
Potenzielle Entlassungswelle bei Meta
Reuters berichtete zuerst über die potenziellen Entlassungen und sprach von bis zu 20 Prozent der Meta-Mitarbeiter, die betroffen sein könnten. Ende 2025 beschäftigte Meta fast 79.000 Menschen; ein potenzieller Abbau von 20 Prozent würde demnach rund 16.000 Arbeitsplätze bedeuten. Dies wäre die größte Reduzierung seit 2022, als 11.000 Stellen gestrichen wurden, und 2023, als weitere 10.000 folgten. Im Januar wurden bereits 1.500 Mitarbeiter in der Reality Labs-Sparte entlassen.
Eine mit den Überlegungen des Unternehmens vertraute Person teilte Business Insider mit, dass die Kürzungen bereits innerhalb eines Monats erfolgen könnten. Meta-Sprecher Andy Stone kommentierte die Berichte mit den Worten: „Dies ist spekulative Berichterstattung über theoretische Ansätze.“
KI-Investitionen als treibende Kraft
Die potenziellen Stellenstreichungen stehen im direkten Zusammenhang mit Metas massiven Investitionen in die KI-Infrastruktur und -Entwicklung. Das Unternehmen plant, bis 2028 rund 600 Milliarden US-Dollar in den Bau von Rechenzentren zu investieren. Zudem wurden Vergütungspakete im Wert von Hunderten Millionen Dollar über vier Jahre angeboten, um Top-KI-Forscher für das neue Superintelligenz-Team zu gewinnen, das von dem ehemaligen Scale AI CEO Alexnadr Wang geleitet wird.
Diese enormen Investitionen, kombiniert mit dem Druck, die Erwartungen der Wall Street zu erfüllen, erfordern Einsparungen an anderer Stelle. Die Personalstärke wird dabei als offensichtlichster Hebel betrachtet. Meta hat kürzlich auch Moltbook, eine Social-Networking-Plattform für KI-Agenten, erworben und investiert laut früheren Berichten mindestens 2 Milliarden US-Dollar in den Kauf des chinesischen KI-Startups Manus.
Effizienz und Umstrukturierung
CEO Mark Zuckerberg äußerte sich bereits im Januar während eines Earnings Calls zu den Effizienzbestrebungen des Unternehmens. Er sprach davon, dass Meta "Einzelbeitragende fördert und Teams verschlankt". Zuckerberg beobachte, dass "Projekte, die früher große Teams erforderten, jetzt von einer einzigen, sehr talentierten Person erledigt werden können." Letzte Woche gründete Meta eine neue KI-Ingenieurorganisation, in der Teams Manager-zu-Mitarbeiter-Verhältnisse von bis zu 1:50 aufweisen werden.
Sollten die Kürzungen in diesem Umfang umgesetzt werden, würde dies in absoluten Zahlen viele Entlassungen anderer Big-Tech-Unternehmen übertreffen. Die Dringlichkeit Metas im Bereich KI kommt nach einer schwierigen Phase für die internen Modellentwicklungen. Frühere Versionen der Llama 4-Modelle wurden wegen irreführender Benchmark-Ergebnisse kritisiert, und die größte Version, Behemoth, wurde letztendlich eingestellt. Die Superintelligenz-Teams arbeiten derzeit an neuen Modellen namens Avocado und Mango, die Berichten zufolge hinter den internen Erwartungen zurückblieben und bis Mai verzögert wurden.
Ein branchenweiter Trend
Metas potenzielle Umstrukturierung spiegelt einen breiteren Trend in der Technologiebranche wider. Unternehmen investieren massiv in KI-Infrastruktur und -Talente, während sie gleichzeitig die Belegschaften reduzieren, die während der Pandemie ihr Wachstum vorantrieben.
Andere große Technologieunternehmen haben ebenfalls Stellen abgebaut:
- Atlassian kündigte kürzlich Pläne an, rund 1.600 Mitarbeiter oder 10 % seiner Belegschaft zu entlassen, und begründete dies mit KI und Effizienzsteigerungen.
- Block hat ebenfalls Stellen gestrichen, wobei CEO Jack Dorsey angab, dass neue KI-Tools Unternehmen ermöglichen, mit kleineren Teams und höherer Effizienz zu arbeiten.
- Amazon bestätigte im Januar Pläne, etwa 16.000 Stellen abzubauen, was rund 10 % seiner Belegschaft entspricht.
Diese Kürzungen signalisieren eine neue Strategie im Silicon Valley: Da KI immer leistungsfähiger wird, setzen die größten Technologieunternehmen darauf, schneller und kostengünstiger mit weniger Personal zu entwickeln.