
Meta's Manus bringt KI-Agenten auf den Desktop: Ein Schritt im KI-Wettlauf
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Das von Meta kürzlich akquirierte KI-Startup Manus hat am Montag eine neue Desktop-Anwendung vorgestellt, die seinen KI-Agenten direkt auf persönliche Laptops bringt. Diese Entwicklung ermöglicht es dem Agenten, komplexe, mehrstufige Aufgaben direkt auf den Geräten der Nutzer auszuführen, was zuvor ausschließlich über eine Cloud-basierte Weboberfläche möglich war.
Manus Desktop App: KI-Agenten auf dem PC
Die neue Manus Desktop-Anwendung integriert eine Funktion namens "My Computer". Diese erlaubt es den KI-Agenten von Manus, direkt mit lokalen Dateien, Tools und Anwendungen auf dem Gerät eines Nutzers zu interagieren. Damit rückt das Angebot von Meta und Manus näher an OpenClaw heran, einen Open-Source-KI-Agenten, der ebenfalls auf lokalen Geräten installiert wird.
OpenClaw wurde Ende letzten Jahres vom österreichischen Softwareentwickler Peter Steinberger gegründet und hat mit seiner Popularität einen regelrechten Hype um KI-Agenten ausgelöst. Jensen Huang, CEO von Nvidia, bezeichnete OpenClaw in einem Interview mit Jim Cramer auf CNBCs "Mad Money" am Dienstag als "das nächste ChatGPT". Peter Steinberger wurde zudem von OpenAI, einem der Hauptkonkurrenten von Meta im KI-Bereich, eingestellt.
"My Computer": Lokale Interaktion und Funktionen
Laut Manus ermöglicht die "My Computer"-Funktion dem Agenten, Dateien zu lesen, zu analysieren, zu bearbeiten sowie Anwendungen auf dem Gerät zu starten oder zu steuern. Als Beispiel nennt das Unternehmen die Möglichkeit, Manus anzuweisen, Tausende interner Bilder auf der Festplatte zu organisieren. Über die Dateiverwaltung hinaus ist "My Computer" auch mit Coding-Anwendungen kompatibel und kann laut Manus innerhalb weniger Minuten eine App erstellen.
Diese neuen Fähigkeiten ergänzen die bestehenden Manus-Funktionen, zu denen bereits Integrationen mit Diensten wie Google Kalender, Gmail und verschiedenen Drittanbieterplattformen gehören.
Der Wettbewerb: Manus vs. OpenClaw
Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden KI-Agenten liegt im Geschäftsmodell: Während OpenClaw kostenlos und unter einer MIT-Lizenz quelloffen ist, handelt es sich bei Manus primär um einen kostenpflichtigen Abonnementdienst. Die strategische Ausrichtung von Manus auf lokale Geräte spiegelt den Trend wider, KI-Fähigkeiten direkt in die Hände der Nutzer zu legen.
Sicherheitsbedenken und Kontrollmechanismen
Experten haben potenzielle Sicherheits- und Datenschutzprobleme im Zusammenhang mit dem Zugriff von KI-Agenten wie OpenClaw auf lokale Geräte angesprochen. Manus begegnet diesen Bedenken, indem es in seinem Beitrag betont, dass "My Computer" die Nutzer "fest im Griff" behalten wird. Dies geschieht durch die Anforderung einer expliziten Genehmigung vor der Ausführung von Aufgaben. Zu den Optionen gehören "Einmal zulassen" für die individuelle Überprüfung oder "Immer zulassen" für vertrauenswürdige, wiederkehrende Aktionen.
Metas Strategie: Akquisitionen im KI-Sektor
Meta hatte die Übernahme des KI-Startups Manus am 29. Dezember 2025 bekannt gegeben. Ziel war es, die eigenen KI-Fähigkeiten zu erweitern und die autonome Agententechnologie von Manus in Produkte über seine Plattformen hinweg, einschließlich des Meta AI-Assistenten, zu integrieren. Manus wurde ursprünglich in China gegründet, bevor es seinen Hauptsitz nach Singapur verlegte. Chinesische Beamte prüfen Berichten zufolge die 2 Milliarden US-Dollar schwere Akquisition auf mögliche Verstöße gegen Technologieweitergabekontrollen.
Diese Akquisition ist nicht die einzige in Metas jüngster KI-Strategie. Drei Monate nach der Manus-Übernahme kaufte Meta auch Moltbook, eine Plattform, die am 28. Januar 2026 von Matt Schlicht ins Leben gerufen wurde und auf der ausschließlich KI-Agenten posten und Menschen nur beobachten können. Obwohl der Hype um Moltbook schnell verblasste, markiert dies Metas dritte große KI-Akquisition im vergangenen Jahr.
Herausforderungen für Meta im KI-Wettlauf
Die Welt des KI-Sektors ist von rasanten Veränderungen geprägt. Beobachter merken an, dass Meta, obwohl es Berichten zufolge jährlich Billionen von Dollar ausgibt, zunehmend Schwierigkeiten hat, die grundlegende Frage zu beantworten, was es werden möchte. Viele empfinden, dass Mark Zuckerberg oft das Ziel verfehlt.
Tatsächlich scheint Zuckerberg nicht zu niedrig zu bieten, sondern die von ihm begehrten Talente und Unternehmen sind nicht mehr auf ihn angewiesen. Im Frühjahr 2025 startete Zuckerberg eine persönliche Rekrutierungskampagne, bei der er Kandidaten in seinen Häusern in Lake Tahoe und Palo Alto traf und Boni von bis zu hundert Millionen Dollar anbot. Zu den angesprochenen Unternehmen gehörten der KI-Suchmaschine Perplexity AI, das damals wichtigste unabhängige Unternehmen im Bereich KI-Videogenerierung Runway, das neue Unternehmen Safe Superintelligence von Ilya Sutskever nach seinem Weggang von OpenAI und das neue Startup-Projekt von Thinking Machines Lab von der ehemaligen OpenAI CTO Mira Murati. Alle vier Unternehmen lehnten ab. Diese Liste der Absagen spricht Bände über Metas aktuelle Position im hart umkämpften KI-Markt.