
Meta und Broadcom: KI-Chip-Partnerschaft bis 2029 massiv erweitert
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Meta und Broadcom haben ihre Partnerschaft im Bereich kundenspezifischer KI-Chips bis ins Jahr 2029 ausgedehnt. Diese strategische Vereinbarung deckt mehrere Generationen von Metas Training and Inference Accelerator (MTIA) ab, den Siliziumchips, die die KI-Anwendungen und -Dienste des Unternehmens antreiben. Die Zusammenarbeit ist ein zentraler Baustein in Metas Bestreben, eine massive KI-Infrastruktur aufzubauen.
Strategische Partnerschaft für KI-Chips bis 2029
Die erweiterte Vereinbarung sieht die Bereitstellung von mehr als einem Gigawatt Rechenkapazität vor, was Meta als "erste Phase eines nachhaltigen, Multi-Gigawatt-Ausbaus" bezeichnet. Zum Vergleich: Ein Gigawatt Rechenkapazität reicht aus, um etwa 750.000 US-Haushalte mit Strom zu versorgen. Die neuen MTIA-Chips werden die ersten kundenspezifischen KI-Siliziumchips sein, die einen 2-Nanometer-Prozess nutzen.
Meta hatte im März vier neue Versionen des MTIA vorgestellt. Der MTIA 300 ist bereits in Metas Ranking- und Empfehlungssystemen im Einsatz, unter anderem auf Facebook und Instagram. Die drei weiteren Chip-Generationen, die hauptsächlich für die Inferenz – also die Echtzeit-Reaktion von KI-Modellen auf Nutzeranfragen – konzipiert sind, sollen bis 2027 folgen.
Broadcoms Rolle und technologische Innovation
Im Rahmen der Vereinbarung wird Broadcoms XPU-Plattform zur Entwicklung kundenspezifischer KI-Beschleuniger eingesetzt. Die Zusammenarbeit erstreckt sich über das Design, die Verpackung und die Netzwerkschichten des Hardware-Stacks. Zudem wird Broadcoms Ethernet-Technologie die wachsenden KI-Rechencluster von Meta miteinander verbinden.
Mark Zuckerberg, Gründer und CEO von Meta, betonte in einer Erklärung: "Meta arbeitet mit Broadcom in den Bereichen Chipdesign, Packaging und Networking zusammen, um die massive Computing-Grundlage aufzubauen, die wir benötigen, um Milliarden von Menschen persönliche Superintelligenz zu liefern." Hock Tan, Präsident und CEO von Broadcom, bezeichnete den anfänglichen MTIA-Einsatz als "nur den Anfang einer nachhaltigen, mehrgenerationenübergreifenden Roadmap."
Führungskräftewechsel im Zuge der Erweiterung
Als Teil der erweiterten Vereinbarung wird Hock Tan, CEO von Broadcom, aus dem Vorstand von Meta ausscheiden. Er wird stattdessen eine beratende Rolle einnehmen, die sich auf Metas Roadmap für kundenspezifisches Silizium konzentriert. Tan war laut CNBC im Jahr 2024 in den Vorstand von Meta eingetreten und hatte das Unternehmen letzte Woche über seine Absicht informiert, nicht für eine weitere Amtszeit zu kandidieren.
In einer separaten Mitteilung gab Meta bekannt, dass auch Tracey Travis, seit 2020 Vorstandsmitglied, zurücktreten und bei der nächsten Jahreshauptversammlung keine weitere Amtszeit anstreben wird.
Metas umfassende KI-Infrastrukturstrategie
Der Broadcom-Deal ist nur ein Teil von Metas umfassender Hardware-Offensive. Das Unternehmen hat bereits eine mehrjährige Vereinbarung mit AMD über den Einsatz von bis zu sechs Gigawatt AMD Instinct GPUs getroffen. Zudem hat Meta sich zu Millionen von Nvidia-Chips und kundenspezifischen Chips von Arm Holdings verpflichtet. Auch Kapazitäten von Neocloud-Anbietern wie CoreWeave und Nebius werden genutzt.
Meta kündigte im Januar an, bis 2026 voraussichtlich bis zu 135 Milliarden US-Dollar in seine KI-Infrastruktur zu investieren. Zur Unterstützung dieses Ausbaus entwickelt das Unternehmen 31 Rechenzentren, von denen 27 in den USA angesiedelt sind. Diese Strategie steht im Einklang mit Zuckerbergs erklärtem Ziel, eine KI-Infrastruktur aufzubauen, um mit Wettbewerbern wie OpenAI und Google zu konkurrieren.
Marktpositionierung und interne Nutzung
Im Gegensatz zu Googles TPUs oder Amazons Trainium, die externen Cloud-Kunden als Einnahmequelle angeboten werden, sind Metas MTIA-Chips ausschließlich für den internen Gebrauch bestimmt. Sie treiben die KI-Funktionen und Empfehlungssysteme an, die das Werbegeschäft des Unternehmens untermauern. Das MTIA-Programm folgt damit dem Weg, den Google bereits 2015 mit der Produktion seiner ersten kundenspezifischen Beschleuniger eingeschlagen hat.
Nach der Bekanntgabe stieg die Broadcom-Aktie im nachbörslichen Handel um etwa 3 Prozent, während die Meta-Aktie weitgehend unverändert blieb. Die Investitionen und Partnerschaften unterstreichen Metas Entschlossenheit, an der Spitze der KI-Entwicklung zu bleiben und seine technologische Unabhängigkeit zu stärken.