Meta und YouTube haften für Sucht: Millionenstrafe und Präzedenzfall

Meta und YouTube haften für Sucht: Millionenstrafe und Präzedenzfall

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Ein Geschworenengericht in Los Angeles hat Meta und YouTube für haftbar befunden, Produkte entwickelt zu haben, die zu schädlichem und süchtig machendem Verhalten bei jungen Nutzern führten. Dieses wegweisende Urteil, das mit den Tabakindustrie-Klagen der 1990er Jahre verglichen wird, könnte einen wichtigen rechtlichen Präzedenzfall für ähnliche Anschuldigungen gegen Social-Media-Unternehmen schaffen.

Historisches Urteil in Kalifornien

Nach einem wochenlangen Prozess sprachen die Geschworenen Meta, Eigentümer von Instagram und Facebook, sowie das zu Google gehörende YouTube schuldig. Sie erkannten der Hauptklägerin, einer Frau namens Kaley, die in Gerichtsakten als "KGM" identifiziert wird, eine Entschädigung von 3 Millionen US-Dollar zu. Die Entscheidung folgte auf über 40 Stunden Beratungen über neun Tage hinweg in einem Gerichtssaal in Los Angeles.

Die Vorwürfe der Klägerin Kaley

Kaley, heute 20 Jahre alt, hatte 2023 Klage eingereicht. Sie gab an, dass die Nutzung von YouTube ab sechs Jahren und Instagram ab neun Jahren zu einer süchtig machenden Nutzung der Plattformen führte. Dies habe zu ihren psychischen Problemen beigetragen, darunter Depressionen, Körperdysmorphie und Suizidgedanken. Kaley beschrieb, wie sie den ganzen Tag in sozialen Medien verbrachte und einen emotionalen "Kick" durch Likes und Benachrichtigungen erhielt, der sie an ihr Telefon fesselte. Bereits mit 10 Jahren litt sie unter Depressionen und Selbstverletzungen; mit 13 diagnostizierte ihr Therapeut eine Körperdysmorphie und soziale Phobie.

Design der Plattformen im Fokus

Der Anwalt von Kaley, Mark Lanier von der Lanier Law Firm, argumentierte, dass Meta und YouTube wussten, dass ihre Social-Media-Produkte Kindern schaden, aber weiterhin Gewinne über die Sicherheit stellten. Die Klage konzentrierte sich auf zwei Hauptvorwürfe: Fahrlässigkeit und das Versäumnis, Nutzer vor potenziellen Gesundheitsrisiken der Plattformen zu warnen. Entscheidend war, dass sich der Fall auf das Design der Apps konzentrierte – wie etwa unendliche Feeds, Autoplay-Funktionen und Benachrichtigungen – und nicht auf die Inhalte selbst. Dies ermöglichte es, die rechtlichen Schutzbestimmungen von Section 230 des Communications Decency Act von 1996 zu umgehen, die Internetunternehmen vor Haftung für Inhalte Dritter schützen.

Parallelen zur Tabakindustrie und Unternehmensreaktionen

Der Prozess zog Vergleiche zu den Klagen gegen die Tabakindustrie in den 1990er Jahren. Damals ging es ebenfalls um die süchtig machenden Eigenschaften von Produkten und die Leugnung der Unternehmen trotz Kenntnis der Schäden. Meta-CEO Mark Zuckerberg und Instagram-Chef Adam Mosseri mussten vor Gericht aussagen, um ihre Produkte zu verteidigen. Ein Sprecher von Meta erklärte gegenüber CBS News: „Wir sind mit dem Urteil respektvoll nicht einverstanden und prüfen unsere rechtlichen Möglichkeiten“, und wies darauf hin, dass die Geschworenen bei der Urteilsfindung nicht einstimmig waren. Google reagierte nicht sofort auf eine Anfrage zur Stellungnahme.

Weiteres Urteil in New Mexico

Nur einen Tag vor dem Urteil in Los Angeles hatte ein Geschworenengericht in New Mexico Meta wegen Verstoßes gegen staatliche Kinderschutzgesetze verurteilt. Das Unternehmen wurde zur Zahlung von 375 Millionen US-Dollar an zivilrechtlichen Strafen angewiesen. Die Jury befand, dass Meta die Verbraucher über die Sicherheit seiner Plattformen in die Irre geführt und Schäden, einschließlich sexueller Ausbeutung von Kindern, ermöglicht hatte. Meta-Sprecher Andy Stone kündigte auf X an, gegen dieses Urteil Berufung einzulegen und sich weiterhin energisch zu verteidigen. New Mexico ist der erste Bundesstaat, der einen Fall gegen ein großes Technologieunternehmen wegen Schädigung junger Menschen gewonnen hat.

Finanzielle und rechtliche Implikationen für Tech-Giganten

Die beiden Urteile signalisieren, dass die jahrzehntelangen rechtlichen Schutzschilde der Tech-Unternehmen zu bröckeln beginnen. Tausende weitere Klagen von jungen Internetnutzern, Eltern, Schulbezirken und Generalstaatsanwälten warten darauf, verhandelt zu werden. Mehr als 40 Generalstaatsanwälte haben bereits Klagen gegen Meta eingereicht, mit der Behauptung, das Unternehmen trage durch bewusst süchtig machende Designmerkmale von Instagram und Facebook zu einer psychischen Gesundheitskrise bei jungen Menschen bei. Diese "Bellwether"-Prozesse könnten den Kurs für eine Flut ähnlicher Klagen bestimmen und die Geschäftsmodelle der Tech-Giganten erheblich beeinflussen.

Erwähnte Persönlichkeiten