Meta unter Klagedruck: Vorwürfe wegen Betrugsanzeigen und Profitgier

Meta unter Klagedruck: Vorwürfe wegen Betrugsanzeigen und Profitgier

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Meta, der Mutterkonzern von Facebook und Instagram, sieht sich einer Klage der Consumer Federation of America (CFA) gegenüber. Der Vorwurf: Das Unternehmen soll Nutzer über seine Bemühungen zum Schutz vor Betrug in die Irre geführt und sogar von betrügerischen Anzeigen profitiert haben. Dies wirft ein Schlaglicht auf die anhaltende Debatte um die Verantwortung von Social-Media-Plattformen.

Klage wirft Meta Profitgier vor

Die Consumer Federation of America (CFA), eine gemeinnützige Verbraucherschutzorganisation, hat in Washington D.C. Klage gegen Meta eingereicht. Sie behauptet, Meta habe Nutzer über seine Maßnahmen zur Betrugsprävention getäuscht und es versäumt, risikoreiche Anzeigen zu blockieren, während es gleichzeitig höhere Gebühren von diesen Werbetreibenden verlangte. Laut CFA hat Meta "Richtlinien und Praktiken angewendet, von denen es weiß, dass sie Betrugsanzeigen auf seinen Plattformen verbreiten, während es gleichzeitig auf Kosten seiner Nutzer von diesen Anzeigen profitiert."

Ben Winters, Direktor für KI und Datenschutz bei der CFA, erklärte, Meta habe "konsequent den Profit über die Sicherheit seiner Nutzer gestellt", während Amerikaner immer mehr Geld durch Online-Betrug verlieren. Die Klage wirft Meta zudem vor, das Ausmaß des Betrugs auf seinen Apps herunterzuspielen und so einen "falschen Eindruck von Sicherheit" zu erzeugen. Die CFA fordert Schadensersatz und die Rückforderung angeblich illegaler Gewinne, die der Tech-Riese aus diesen Anzeigen erzielt hat.

Interne Dokumente und erschreckende Zahlen

Die Klage der CFA basiert auf detaillierten Analysen und internen Dokumenten. Zwischen 2021 und 2023 verloren Verbraucher mindestens 2,7 Milliarden US-Dollar durch Betrug, der auf Social-Media-Plattformen seinen Ursprung hatte. Besonders brisant: Interne Meta-Dokumente sollen prognostiziert haben, dass über 10 % des Jahresumsatzes 2024, etwa 16 Milliarden US-Dollar, aus Werbung für "Betrug und verbotene Waren" auf Plattformen wie Facebook stammen würden.

Weiterhin wird behauptet, dass Facebook-Nutzer täglich etwa 15 Milliarden "wahrscheinlichen" Betrugsanzeigen ausgesetzt sind, was geschätzte 7 Milliarden US-Dollar an jährlichen Einnahmen generiert. Diese Zahlen unterstreichen die Dimension des Problems und die potenziellen finanziellen Anreize für Meta, die Betrugsprävention nicht konsequent durchzusetzen.

Die Rolle von Reuters und interne Richtlinien

Ein Großteil der Klage stützt sich auf eine Reuters-Recherche von Jeff Horowitz aus dem November 2025. Diese Untersuchung von internen Dokumenten zeigte angeblich, dass Meta über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren eine "Lawine von Anzeigen" nicht erkannt und eingedämmt hat, die Milliarden von Nutzern von Facebook, Instagram und WhatsApp betrügerischen E-Commerce- und Anlagesystemen, illegalen Online-Casinos und dem Verkauf verbotener Medizinprodukte aussetzten.

Die Klage zitiert zudem ein internes Dokument aus dem Jahr 2023, das belegen soll, dass Meta seine eigenen Betrugsschutzmaßnahmen unzureichend durchsetzte. Obwohl das Unternehmen öffentlich angibt, Betrug "aggressiv" zu bekämpfen, sollen Nutzer wöchentlich etwa 100.000 gültige Betrugsmeldungen einreichen, von denen 96 % ignoriert oder falsch abgelehnt werden.

CFA behauptet auch, Meta habe interne Grenzen für Durchsetzungsmaßnahmen festgelegt. Ein Reuters-Bericht über ein Dokument aus dem Jahr 2025 deutet darauf hin, dass Teams daran gehindert wurden, Maßnahmen zu ergreifen, die den Unternehmensumsatz um mehr als 0,15 % reduzieren könnten. Selbst wenn Metas Systeme Werbetreibende mit einer bis zu 95%igen Wahrscheinlichkeit als Betrüger identifizieren, sollen diese nicht sofort entfernt, sondern stattdessen mit einer "Strafgebühr" belegt werden, wodurch die Anzeigen zu höheren Kosten weiterlaufen können.

Darüber hinaus soll Meta laut Reuters-Berichten versucht haben, behördliche Maßnahmen zu umgehen. Als japanische Regulierungsbehörden Metas öffentlich durchsuchbare Ad Library nutzten, um Betrugsanzeigen zu untersuchen, soll das Unternehmen die Datenbank durch das Entfernen bestimmter betrügerischer Anzeigen manipuliert haben. Diese Taktik wurde angeblich in ein "globales Playbook" integriert, um die behördliche Aufsicht in mehreren Gerichtsbarkeiten, einschließlich der USA, zu kontern.

Kritik von Staatsanwälten und Experten

Auch außerhalb der CFA-Klage wächst der Druck auf Meta. Manhattans Bezirksstaatsanwalt Alvin Bragg forderte Meta-CEO Mark Zuckerberg in einem Brief auf, gegen Einwanderungsbetrügereien vorzugehen, die sich auf Plattformen wie Facebook und WhatsApp verbreiten. Bragg wies darauf hin, dass gefälschte Konten sich als gemeinnützige Rechtsberatungsorganisationen wie "Catholic Charities" ausgeben, um Geld von Opfern zu erpressen, wobei die Gelder oft ins Ausland fließen, was die Strafverfolgung erschwert.

Miks Aalto, Mitbegründer und CEO von Hoxhunt, betont, dass diese Betrügereien besonders gefährlich sind, da sie eine "verletzliche Bevölkerung in emotionaler Notlage" ins Visier nehmen. Collin Hogue-Spears, Senior Director of Solution Management bei Black Duck, kritisiert, dass Meta "Moderation zum Schutz von Prominenten aufgebaut und gemeinnützige Organisationen im Stich gelassen hat", was Betrüger als "operativen Deckmantel" nutzen.

Trotz Metas eigenen Nutzungsbedingungen, die falsche Informationen und irreführendes Verhalten verbieten, wurden laut Bragg Anfragen von institutionellen Leitern gemeinnütziger Rechtsberatungsdienste zur Entfernung falscher Profile abgelehnt. Etwa ein Drittel aller "Catholic Charities"-Agenturen in den USA haben demnach von Nachahmungskampagnen berichtet, bei denen ihre Namen und Marken verwendet wurden, um Zahlungen von Einwanderern zu erpressen.

Metas Verteidigung und die Herausforderungen

Ein Sprecher von Meta wies die Anschuldigungen der CFA zurück und erklärte, sie "verzerren die Realität unserer Arbeit". Das Unternehmen bekämpfe Betrug auf seinen Plattformen aggressiv. Allein im letzten Jahr wurden über 159 Millionen Betrugsanzeigen entfernt, davon 92 % bevor sie gemeldet wurden. Zudem wurden 10,9 Millionen Konten auf Facebook und Instagram, die mit kriminellen Betrugszentren in Verbindung standen, gelöscht.

Meta betont, weiterhin in neue Technologien zu investieren, um Wertpapierinvestitionen und andere Betrugsmaschen zu bekämpfen. Die Debatte um die Verantwortung von Social-Media-Plattformen für die Sicherheit ihrer Nutzer und die Bekämpfung von Betrug bleibt jedoch eine zentrale Herausforderung in der digitalen Welt.

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