
Meta verschiebt "Phoenix" Mixed-Reality-Brille auf 2027: Fokus auf Qualität
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Meta Platforms Inc. (NASDAQ:META) hat die Einführung seiner mit Spannung erwarteten Mixed-Reality-Brille "Phoenix" auf Anfang 2027 verschoben. CEO Mark Zuckerberg begründet die Verzögerung mit dem Bedarf an zusätzlicher Zeit, um ein ausgereiftes und zuverlässiges Produkt zu gewährleisten, was eine strategische Neuausrichtung hin zu Qualität und nachhaltigem Geschäftserfolg bei Metas Reality Labs unterstreicht.
Meta verschiebt Mixed-Reality-Brille "Phoenix" auf 2027
Die Veröffentlichung von Metas Mixed-Reality-Brille, intern unter dem Codenamen "Phoenix" (zuvor auch "Puffin" genannt) bekannt, wurde von der zweiten Jahreshälfte 2026 auf die erste Jahreshälfte 2027 verschoben. Diese Entscheidung erfolgte nach internen Besprechungen mit Mark Zuckerberg, wie aus internen Memos hervorgeht, die von Business Insider eingesehen wurden.
Maher Saba, Vice President der Reality Labs Foundation, erklärte, die Entscheidung sei das Ergebnis jüngster Diskussionen mit Zuckerberg, die sich darauf konzentrierten, "das Geschäft nachhaltig zu gestalten und sich zusätzliche Zeit zu nehmen, um unsere Erlebnisse mit höherer Qualität zu liefern." Metaverse-Führungskräfte Gabriel Aul und Ryan Cairns fügten in einem separaten Memo hinzu, dass die Zeitverschiebung den Teams "viel mehr Spielraum geben wird, um die Details richtig zu machen."
Sie betonten: "Wir werden keine Kompromisse eingehen, um ein vollständig ausgereiftes und zuverlässiges Erlebnis zu liefern." Gleichzeitig wurde den Teams mitgeteilt, dass die Verlängerung der Zeitpläne "keine Gelegenheit" sei, neue Funktionen hinzuzufügen.
Fokus auf Qualität und Nachhaltigkeit bei Reality Labs
Die Verzögerung der "Phoenix"-Brille ist Teil einer umfassenderen Neuausrichtung von Metas Metaverse-Vision und einer Beschleunigung des Übergangs zur Künstlichen Intelligenz (KI). Die Entscheidung spiegelt eine Verlangsamung der Metaverse-Ausgaben wider, wobei Reality Labs, die für Metas Metaverse- und Hardware-Projekte zuständige Sparte, ihre Zeitpläne und Ausgabenpläne überarbeiten musste.
Zuckerberg persönlich intervenierte in Führungssitzungen und forderte sein Team auf, nachhaltige Geschäftsmodelle und hochwertige Erlebnisse über eine schnelle Markteinführung zu stellen. Reality Labs hat seit 2021 über 70 Milliarden US-Dollar verbrannt und sieht sich nun Budgetkürzungen von bis zu 30 Prozent gegenüber, was sich auf Teams in Horizon Worlds und den AR/VR-Hardware-Einheiten auswirken wird.
Design und technische Merkmale der "Phoenix"
Die "Phoenix"-Brille wird als ein "hochkomplexes" Produkt beschrieben, das erhebliche Änderungen am Kernnutzererlebnis von Meta mit sich bringt. Mitarbeiter, die das Gerät gesehen haben, beschreiben es als ein Goggle-ähnliches Headset, dessen Design dem Apple Inc. (NASDAQ:AAPL) Vision Pro ähnelt.
Um Gewicht zu reduzieren und Überhitzung zu vermeiden, ist die Brille mit einem externen Power-Puck oder Modul verbunden, das zusätzliche Rechenleistung liefert. Obwohl intern umstritten, wurde dieses Zubehör beibehalten, um das Headset leichter und komfortabler für den längeren Gebrauch zu machen. Berichten zufolge wiegt die Brille etwa 100 Gramm und verfügt über Displays mit geringerer Auflösung und schwächere Rechenleistung als High-End-Headsets wie Apples Vision Pro.
Metas aktuelle Smart Glasses und die Rolle der KI
Meta hat im September 2025 bereits zwei neue Smart-Glasses-Modelle auf den Markt gebracht: die 499 US-Dollar teure Oakley Meta Vanguard und die 799 US-Dollar teure Ray-Ban Meta Display mit integriertem AR-Bildschirm. Investor Ross Gerber lobte Metas Smart Glasses und äußerte die Hoffnung, eines Tages sein Smartphone aufgeben zu können.
Eine praktische Überprüfung durch Gene Munster ergab jedoch, dass die Brillen zwar anfänglich beeindruckten, aber im Alltag nur begrenzt nützlich waren. Während Benachrichtigungen gut funktionierten, war die Sprachdiktation fehlerhaft, die Fotoqualität blieb hinter der von Smartphones zurück und die KI identifizierte Objekte falsch. Stil und Praktikabilität blieben Hindernisse für die breite Akzeptanz.
Im Oktober äußerte Zuckerberg, dass Metas Wearables mit KI und Diensten, die auf der Hardware aufbauen, zu einem "extrem profitablen Geschäft" werden könnten. Er betonte, dass die Fortschritte bei den Ray-Ban Meta und Oakley Meta stark seien und KI im Laufe der Zeit wahrscheinlich zur primären Nutzung dieser Geräte werden würde. Meta unterstreicht diesen Fokus auf KI auch durch die Übernahme von Limitless, einem Startup für KI-gestützte Wearables.
Wettbewerbsumfeld und strategische Positionierung
Die Verzögerung der "Phoenix"-Brille positioniert Meta in einem interessanten Wettbewerbsumfeld. Apples Vision Pro wurde trotz seiner technischen Leistungsfähigkeit mit gemischter Resonanz aufgenommen, wobei hohe Preise und begrenzte Anwendungsfälle die Akzeptanz behinderten. Alphabet Inc. (NASDAQ:GOOG)(NASDAQ:GOOGL) Google soll ebenfalls neue AR-Brillen entwickeln, während Startups wie Magic Leap weiterhin den Unternehmensmarkt ansprechen.
Metas zusätzliche Entwicklungszeit könnte dem Unternehmen helfen, frühe Fehltritte von Wettbewerbern zu vermeiden. Gleichzeitig birgt sie das Risiko, weiter ins Hintertreffen zu geraten, falls Konkurrenten schneller iterieren und Innovationen auf den Markt bringen.