Michael Saylors Bitcoin-Wette: Milliardeninvestition trifft auf Polymarket-Skepsis

Michael Saylors Bitcoin-Wette: Milliardeninvestition trifft auf Polymarket-Skepsis

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Der bekannte Bitcoin-Befürworter Michael Saylor hat über sein Unternehmen Strategy (MSTR) erneut eine Milliarde US-Dollar in Bitcoin investiert. Er ist überzeugt, dass der Tiefpunkt erreicht ist und die Kryptowährung vor einer signifikanten Wertsteigerung steht. Doch die Prognosemärkte, insbesondere Polymarket, zeigen sich skeptisch hinsichtlich des Zeitpunkts dieser jüngsten Investition.

Saylors jüngste Bitcoin-Investition und optimistische Prognosen

Strategy hat in der vergangenen Woche 13.927 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von etwa 71.902 US-Dollar pro Coin erworben, was einer Gesamtinvestition von rund 1 Milliarde US-Dollar entspricht. Diese Akquisition wurde vollständig durch den Verkauf von Vorzugsaktien des Unternehmens, bekannt als Stretch (STRC), finanziert. Damit belaufen sich die Gesamtbestände von Strategy nun auf 780.897 BTC, die zu durchschnittlichen Kosten von 75.577 US-Dollar erworben wurden.

Michael Saylor äußerte sich auf einem Mizuho-Investoren-Event und in einem Krypto-Podcast namens Bankless zuversichtlich, dass Bitcoin "wahrscheinlich um 60.000 US-Dollar den Boden erreicht hat". Er interpretiert den aktuellen Rückgang als Erschöpfung der Zwangsverkäufer und nicht als grundlegende Stimmungsänderung. Saylor betonte: "Ich habe noch nichts gesehen, das mein Vertrauen erschüttern könnte", und prognostiziert, dass der Vermögenswert bis Ende 2026 "materiell höher" schließen wird. Seine bisher längste Prognose sieht Bitcoin innerhalb von 21 Jahren bei "20 Millionen, 21 Millionen pro Coin", was eine jährliche Rendite von 29 % und eine Marktkapitalisierung von 400 Billionen US-Dollar impliziert.

Polymarket-Prognosen: Skepsis und divergierende Erwartungen

Die Prognosemärkte, insbesondere Polymarket, zeigen eine andere Einschätzung bezüglich des kurz- bis mittelfristigen Verlaufs von Bitcoin. Ein Polymarket-Vertrag für 2026 preist eine 57-prozentige Wahrscheinlichkeit ein, dass Bitcoin im Laufe dieses Jahres 55.000 US-Dollar oder weniger erreicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Kurs sogar auf 35.000 US-Dollar fällt, liegt bei 22 %. Gleichzeitig wird die Wahrscheinlichkeit für einen Kurs von 100.000 US-Dollar mit 40 % und für 150.000 US-Dollar mit 10 % angegeben.

Ein weiterer Polymarket-Datensatz prognostiziert eine 86-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin bis 2026 die Marke von 80.000 US-Dollar erreicht. Diese Prognose stieg um 7 % gegenüber dem Vortag. Die Wahrscheinlichkeit eines Rückgangs unter 50.000 US-Dollar sank gleichzeitig auf 47 %. Die Polymarket-Signale deuten darauf hin, dass Saylors jüngste Investition von 1 Milliarde US-Dollar bei 71.902 US-Dollar möglicherweise zu früh erfolgte, ohne seine langfristige Trajektorie in Frage zu stellen.

Stretch (STRC): Ein Bitcoin-gestützter Geldmarkt unter Beschuss

Michael Saylor beschreibt Strategy als in der "Kreditphase" und Stretch (STRC) als einen Bitcoin-gestützten Geldmarkt, der auf Privatanleger abzielt. Sein einfaches Argument für das Produkt lautet: "Repariere das Geld, repariere die Welt." Er schlägt vor, dass Banken eines Tages STRC-ähnliche Renditen als 8 % Dollar-Einlagen an Privatkunden weiterverkaufen könnten.

Diese Vision stößt jedoch auf Kritik. Der YouTube-Investigator Coffeezilla zerlegte STRC in einem Video und warf Strategy vor, "Menschen wie ein Rattenfänger zu führen". Er warnte, dass Anleger, die 100 US-Dollar einzahlen, "keine Verpflichtung haben, das Geld zurückzuzahlen". Coffeezilla zog Vergleiche zur kollabierten 20 % Anchor-Rendite von Terra Luna und hob hervor, dass 80 % der STRC-Käufer Privatanleger sind. Er betonte, dass das Produkt "nicht für Menschen geeignet ist, die von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck leben."

Polymarket als Indikator: Chancen und Fallstricke

Polymarket ist ein beliebter Wettmarkt, der über 5.400 aktive Krypto-Märkte hostet, auf denen Teilnehmer auf Ja-oder-Nein-Ergebnisse von realen Ereignissen wetten. Der Preis eines Anteils spiegelt die implizite Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines Ereignisses wider, basierend auf der kollektiven Einschätzung der Händler.

Es ist jedoch entscheidend zu verstehen, dass die Quoten von Prognosemärkten keine Anlageforschung darstellen. Sie messen die Auflösung binärer Ereignisse (z.B. "Schließt Bitcoin über X?") und nicht die langfristige Preisentwicklung eines Vermögenswerts über Jahre hinweg. Eine Studie der Columbia University zeigte zudem, dass fast 25 % des historischen Handelsvolumens auf Polymarket auf Wash Trading zurückzuführen sein könnten, was die Datenintegrität beeinträchtigt. Darüber hinaus sind Prognosemärkte anfällig für kognitive und verhaltensbedingte Verzerrungen, und viele Teilnehmer sind kurzfristige Spekulanten, die keine tiefgehende Due Diligence betreiben. Anleger sollten daher stets eigene Recherchen durchführen und sich nicht ausschließlich auf solche Prognosen verlassen.

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