Micron Technology: KI-Boom trifft auf Google-Innovation und Kurskorrektur

Micron Technology: KI-Boom trifft auf Google-Innovation und Kurskorrektur

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Micron Technology (NASDAQ: MU) erlebte im März einen deutlichen Kursrückgang von bis zu 18,1 %, obwohl das Unternehmen zuvor beeindruckende Quartalsergebnisse präsentierte. Ein unerwarteter Durchbruch in der KI-Technologie von Google sowie Sorgen um zukünftige Nachfrage und Investitionsausgaben führten zu einer Korrektur nach einer starken Kursrallye. Investoren bewerten nun die langfristigen Auswirkungen dieser Entwicklungen auf den Halbleiterspezialisten.

Beeindruckende Quartalsergebnisse von Micron

Der Halbleiterspezialist Micron Technology meldete für sein zweites Fiskalquartal 2026 (endend am 26. Februar) herausragende Ergebnisse. Der Umsatz stieg auf 23,9 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 196 % gegenüber dem Vorjahr und 75 % gegenüber dem ersten Quartal entspricht. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) erreichte 12,20 US-Dollar, ein Anstieg von 682 %.

Diese Zahlen übertrafen die Konsensschätzungen der Analysten, die einen Umsatz von 20 Milliarden US-Dollar und ein EPS von 9,31 US-Dollar prognostiziert hatten. Die Bruttomarge des Unternehmens verdoppelte sich auf 74,4 % gegenüber 36,8 % im Vorjahresquartal. CEO Sanjay Mehrotra führte die starken Ergebnisse auf die hohe Nachfrage nach Speicherchips für die KI-Verarbeitung, strukturelle Angebotsengpässe und die starke Umsetzung durch Micron zurück.

Der unerwartete Dämpfer: Googles KI-Algorithmus

Am 24. März kündigte Alphabet (Google) einen bahnbrechenden Kompressionsalgorithmus an, der einen wichtigen Schritt in der Entwicklung der Künstlichen Intelligenz darstellt. Google-Wissenschaftler erklärten, dass diese fortschrittlichen Algorithmen eine massive Komprimierung für große Sprachmodelle und Vektorsuchmaschinen ermöglichen. Einer der größten Engpässe der letzten Jahre war die anhaltende Knappheit an Speicherchips, wie sie von Micron geliefert werden.

Der neue Algorithmus reduziert den für den Betrieb großer Sprachmodelle erforderlichen Speicherbedarf um mindestens das Sechsfache und liefert eine bis zu achtfache Geschwindigkeitssteigerung, alles ohne Genauigkeitsverlust. Sollte der Algorithmus wie beworben funktionieren, könnte er den benötigten Speicherbedarf um etwa 83 % dramatisch senken. Dies könnte kurzfristig die Nachfrage nach Microns NAND-Prozessoren, die etwa 21 % des Umsatzes ausmachen, verringern.

Gründe für den Kursrückgang

Trotz der beeindruckenden Geschäftszahlen und einer Kursrallye von 239 % im Jahr 2025 sowie 62 % nach dem jüngsten Finanzbericht, erlebte die Micron-Aktie im März einen starken Rückgang. In nur acht Handelstagen fiel der Kurs um über 30 %, wobei an einem Montag fast 10 % und nachbörslich weitere 2 % verloren gingen. Der Kursrückgang scheint auf mehrere Faktoren zurückzuführen zu sein:

  • **Gewinnmitnahmen:** Nach einem massiven Kursanstieg nahmen einige Anleger Gewinne mit. Die Aktie war bis Mitte März um fast 50 % gestiegen und hatte in den letzten 12 Monaten über 330 % zugelegt.
  • Analystenbedenken: Citi-Analyst Atif Malik äußerte Bedenken hinsichtlich steigender Investitionsausgaben im Fiskaljahr 2027 und der Möglichkeit, dass die Margen ihren Höhepunkt erreichen könnten.
  • Kapitalausgabenpläne: Micron plant, seine Investitionsausgaben im laufenden Fiskaljahr auf über 25 Milliarden US-Dollar zu erhöhen, um die zukünftige Speicherproduktionskapazität zu erweitern. Die Ausgaben für Bauprojekte sollen im folgenden Fiskaljahr um mehr als 10 Milliarden US-Dollar steigen. Einige Investoren befürchten, dass diese Expansion zu einem Rückgang der Speicherpreise führen könnte.
  • Googles Algorithmus: Die Ankündigung von Google verunsicherte Händler, die eine Reduzierung der Nachfrage nach speicherintensiven Chips befürchteten.

Microns Perspektive und Marktaussichten

Micron-CEO Sanjay Mehrotra versuchte, die Anleger zu beruhigen, indem er betonte, dass das Speicherangebot extrem knapp bleibe. Er wies darauf hin, dass wichtige Kunden nur 50 % bis zwei Drittel ihrer Anforderungen erhalten. Führungskräfte des Unternehmens gehen davon aus, dass die Angebotsengpässe weit über das Jahr 2026 hinaus anhalten werden, da neue Kapazitäten frühestens im Fiskaljahr 2028 in nennenswertem Umfang verfügbar sein werden.

Micron, zusammen mit SK Hynix und Samsung, kontrolliert nahezu den gesamten Markt für High-Bandwidth Memory (HBM), das von KI-Chip-Giganten wie Nvidia und AMD verwendet wird. Das Unternehmen erhöht seine HBM4-Produktion, um von den höheren Preisen zu profitieren. Die kanadische Bank RBC prognostiziert ein Wachstum der DRAM-Preise von 50 % im zweiten Quartal 2026 und ein anhaltendes Wachstum bis ins zweite Halbjahr 2027. RBC ist der Ansicht, dass die beschleunigte Nachfrage nach HBM in Rechenzentren den Nachfragerückgang bei Smartphones mehr als ausgleichen und die Zyklizität der DRAM-Industrie in Zukunft reduzieren wird.

Trotz des jüngsten Rückgangs bleiben Wall-Street-Analysten bullish. Bank of America, Morgan Stanley und JPMorgan erhöhten nach dem Bericht ihre Kursziele für Micron. Das zugrunde liegende Geschäft wird als stark eingeschätzt, da die KI-Nachfrage nach Speicher nicht nachlässt und das Angebot weiterhin begrenzt ist. Die Google-Nachricht fügte zwar kurzfristige Ängste hinzu, ändert aber nichts an der historisch angespannten Lage auf dem Speichermarkt. Micron geht zudem mehrjährige strategische Vereinbarungen mit Kunden ein, um die Nachfragesichtbarkeit und Lieferzusagen über Branchenzyklen hinweg zu verbessern.

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