
Microsofts KI-Strategie, Tech-Aktien und Anleger-Perspektiven
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Die Welt der künstlichen Intelligenz (KI) und die Bewertung von Tech-Giganten wie Microsoft und Apple stehen weiterhin im Mittelpunkt der Anlegerdiskussionen. Während Microsoft seine KI-Strategie mit der Integration verschiedener Modelle vorantreibt, äußern Fondsmanager unterschiedliche Ansichten über die Nutzerakzeptanz und die zukünftige Kursentwicklung der Aktie.
Microsofts KI-Strategie und Copilot-Nutzung
Microsoft verfolgt eine klare Strategie im Bereich der Künstlichen Intelligenz: Das Unternehmen positioniert sich als Orchestrator eines globalen KI-Ökosystems, anstatt ausschließlich eigene Modelle zu entwickeln. Jüngste Innovationen wie "Critique" und "Council" für Copilot Researcher integrieren Modelle von OpenAI und Anthropic (Claude) in einen einheitlichen Workflow. Dieser Ansatz soll die Genauigkeit verbessern und "Halluzinationen" reduzieren, indem die generative Kraft von GPT mit der analytischen Präzision von Claude kombiniert wird.
Copilot Researcher fungiert als Entscheidungszentrum, das komplexe Aufgaben an das am besten geeignete Modell delegiert. Der "Critique"-Modus repliziert dabei ein Peer-Review-System: Ein OpenAI-Modell erstellt einen ersten Entwurf, während Claude von Anthropic als "Senior Editor" Inkonsistenzen prüft und die Faktenlage verifiziert. Auch Copilot Cowork, das für langwierige, mehrstufige Aufgaben in Microsoft 365 konzipiert ist, nutzt diese Multi-Modell-Intelligenz und ist über das Frontier-Programm verfügbar.
Trotz dieser strategischen Fortschritte gibt es unterschiedliche Meinungen zur Nutzererfahrung. Bryn Talkington, Managing Partner bei Requisite Capital Management, äußerte gegenüber CNBC, dass Copilot sich "wie Teams anfühlt. Man will es einfach nicht benutzen." Ihr Unternehmen tausche Copilot gegen Claude aus. Laut Sensor Tower Daten hatte Copilot im März 6 Millionen täglich aktive Nutzer, während Claude 9 Millionen und ChatGPT 440 Millionen erreichte.
Analystenblick auf Microsoft-Aktie und Cloud-Wachstum
Bryn Talkington hält weiterhin Microsoft-Aktien, sieht die nächste Kursbewegung jedoch eng an das Wachstum von Azure gekoppelt. Sie erwartet für den Quartalsbericht am 29. April ein Cloud-Wachstum von 38-39 % im Jahresvergleich und warnt, dass ein Wert unter 37 % die Aktienkurse drücken könnte. Talkington bevorzugt weiterhin Alphabet Inc. (NASDAQ:GOOGL) gegenüber Microsoft, da sie davon ausgeht, dass Google Cloud in diesem Quartal erneut besser abschneiden wird.
Kevin Simpson, Gründer und CEO von Capital Wealth Planning, hat Microsoft diese Woche bei Kursschwäche hinzugekauft. Er merkte an, dass das Forward-Multiple von etwa 27,5x auf nahezu 21x komprimiert wurde. Simpson argumentiert, dass Microsoft zu den Gewinnern gehören sollte, wenn die SaaS-Konsolidierung klare Gewinner und Verlierer hervorbringt.
Bill Baruch, Gründer und Präsident von Blue Line Capital, stimmte dem zu. Er sagte, Microsoft habe einen "idiosynkratischen Schlag ins Gesicht" erhalten, der mit Problemen in Oracles Rechenzentren, Unsicherheiten bei OpenAI und einem breiteren Software-Ausverkauf aufgrund der Abwicklung von Privatkrediten zusammenhängt. Baruch erwartet, dass ein Großteil dieses Schmerzes bereits verdaut wurde und sieht eine hellere zweite Jahreshälfte.
Microsoft-Aktien werden derzeit um 371 US-Dollar gehandelt und sind im Jahresverlauf um etwa 24 % gefallen. Die Gewinnschätzung liegt bei 4,07 US-Dollar pro Aktie bei einem Umsatz von 81,37 Milliarden US-Dollar.
Apple und andere Marktbeobachtungen
Kevin Simpson kaufte auch Aktien von Apple Inc. (NASDAQ:AAPL) um 250 US-Dollar, nachdem Gerüchte über eine Verzögerung bei faltbaren Telefonen die Kurse drückten. Er sieht Apple als "Utility- und Services-Play" und betont, dass der wahre Katalysator die Funktionalität von Siri sei, nicht ein neuer Geräteformfaktor. Zum Zeitpunkt der Sendung handelte Apple nahe 260 US-Dollar.
Bryn Talkington hob hervor, dass Apples Investitionsausgaben (CapEx) im Jahresvergleich um etwa 15 % gesunken sind. Dies mache Apple zu einem der wenigen Mega-Caps, die während des KI-Ausbaus Kapitaldisziplin zeigen. Jefferies erhöhte sein Kursziel für Apple von 286,54 US-Dollar auf 294,91 US-Dollar.
Simpson reduzierte zudem seine Position in Marathon Petroleum Corporation (NYSE:MPC) bei 251 US-Dollar, nachdem die Aktie seit seinem Einstieg Ende November bei etwa 180 US-Dollar einen Anstieg von über 40 % verzeichnete. Die Erlöse wurden in Tech-Namen mit Schwäche investiert. Dieser Schritt passt zu den von Bank of America zitierten Flow-Show-Daten, die während der Sendung gezeigt wurden. Demnach verzeichnete der Energiesektor den größten Abfluss seit Juli 2024 und den ersten seit November. Bill Baruch befürwortete die Reduzierung und merkte an, dass der Crack Spread von 75 US-Dollar pro Barrel bereits einen Großteil des Aufwärtspotenzials der Raffinerien eingepreist habe.