
Microsofts KI-Wette: Warum Morningstar die Aktie als unterbewertet sieht
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Die Aktien im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) waren in den letzten Jahren sehr gefragt, doch diese Entwicklung begann sich 2026 zu ändern. Die sogenannte "Great Rotation" der Wall Street weg vom Technologiesektor führte in diesem Jahr zu sinkenden Aktienkursen. Insbesondere der technologielastige Nasdaq Composite war betroffen und geriet im ersten Quartal in Korrekturterritorium.
Die veränderte Marktstimmung wurde durch verschiedene Bedenken ausgelöst, darunter massive Kapitalausgaben von Unternehmen wie Microsoft. Doch laut Morningstar "sieht diese KI-Aktie derzeit 38 % unterbewertet aus, relativ zu unserer Fair-Value-Schätzung von 600 US-Dollar."
Marktstimmung und die "Great Rotation"
Im Jahr 2026 erlebte der Technologiesektor eine deutliche Verschiebung der Anlegerstimmung. Die "Great Rotation" führte dazu, dass Anleger Kapital aus Tech-Aktien abzogen, was sich besonders stark auf den Nasdaq Composite auswirkte. Dieser trat im ersten Quartal in eine Korrekturphase ein.
Microsoft-Aktien sanken in diesem Jahr bis zum 21. April um über 10 % und erreichten am 30. März ein 52-Wochen-Tief von 356,28 US-Dollar. Die Wall Street reagierte kritisch auf die hohen Kapitalausgaben (Capex) des Tech-Giganten.
Microsofts Investitionen in KI-Infrastruktur
Microsoft verzeichnete im zweiten Geschäftsquartal, das am 31. Dezember endete, Kapitalausgaben von 37,5 Milliarden US-Dollar. Dies entsprach einem beeindruckenden Anstieg von 66 % gegenüber dem Vorjahr. Diese enormen Investitionen stießen an der Wall Street auf Bedenken.
Die Sorge um den massiven Anstieg der Kapitalausgaben ist verständlich, insbesondere da der ChatGPT-Entwickler OpenAI 45 % der verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) von Microsoft ausmacht. Die Abhängigkeit von einem einzelnen Kunden für einen so erheblichen Anteil der RPO ist ein berechtigtes Anliegen.
OpenAI: Ein wichtiger Wachstumstreiber
OpenAI, als führendes Unternehmen im Bereich der Künstlichen Intelligenz, wächst jedoch in einem beispiellosen Tempo. Ende 2024 generierte das Unternehmen noch 1 Milliarde US-Dollar pro Quartal, und diese Zahl ist inzwischen auf 2 Milliarden US-Dollar pro Monat gestiegen.
Die einmalige Chance, die KI bietet, rechtfertigt Microsofts Kapitalausgaben. Im Rennen um die Führungsposition im KI-Bereich befindet sich das Unternehmen in einer beneidenswerten Lage. Um diese Position zu halten, muss es seine Infrastruktur weiter ausbauen.
Finanzielle Ergebnisse und Zukunftsaussichten
Die Infrastrukturinvestitionen zahlen sich bereits aus. Microsofts Umsatz im zweiten Geschäftsquartal stieg im Jahresvergleich um 17 % auf 81,3 Milliarden US-Dollar. Die Umsätze der Cloud-Sparte wuchsen dabei um 29 % auf 32,9 Milliarden US-Dollar.
Auch die Bruttomarge des Unternehmens erhöhte sich im Jahresvergleich um 16 %, was zu einem Anstieg des Nettogewinns um 60 % auf 38,5 Milliarden US-Dollar beitrug. Diese Ergebnisse sind vielversprechend und dürften sich weiter verstärken, da der KI-Sektor weiterhin stark wächst.
- Umsatz Q2: 81,3 Milliarden US-Dollar (+17 % YoY)
- Cloud-Sparte Umsatz: 32,9 Milliarden US-Dollar (+29 % YoY)
- Bruttomarge: +16 % YoY
- **Nettogewinn:** 38,5 Milliarden US-Dollar (+60 % YoY)
Branchenprognosen gehen davon aus, dass der KI-Markt in diesem Jahr 335 Milliarden US-Dollar erreichen und bis 2032 auf 1,3 Billionen US-Dollar ansteigen wird. Dies bietet Microsoft über Jahre hinweg Rückenwind.
Morningstars Bewertung und Ausblick
Morningstar ist der Ansicht, dass Microsofts Bewertung von 38 % unter dem fairen Wert von 600 US-Dollar liegt. Die Analysten sehen Microsoft als einen überzeugenden Wachstumswert, den man jetzt kaufen und langfristig halten sollte.
Das Unternehmen ist der weltweit zweitgrößte Cloud-Computing-Anbieter hinter Amazon. Die bestehende Cloud-Infrastruktur wurde jedoch mit Technologien aufgebaut, die für die fortgeschrittenen Anforderungen von KI-Systemen nicht mehr ausreichen. Dies macht die aktuellen Kapitalausgaben für notwendige Upgrades unerlässlich. Angesichts der Geschäftsentwicklung des Unternehmens erscheint die Reaktion der Wall Street auf die Kapitalausgaben übertrieben.