Mieten statt Kaufen: Ein Weg zur frühen finanziellen Unabhängigkeit?

Mieten statt Kaufen: Ein Weg zur frühen finanziellen Unabhängigkeit?

Aktualisiert:
3 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Der Traum vom Eigenheim gilt in vielen Gesellschaften als ultimatives Ziel finanzieller Stabilität. Doch angesichts stark gestiegener Immobilienpreise, hartnäckig hoher Hypothekenzinsen im 6-Prozent-Bereich und einer allgemeinen Teuerung durch Inflation und Zölle, scheint dieser Traum für viele junge Menschen unerreichbar. Ein bekannter Investor vertritt nun eine kontroverse These: Mieten statt Kaufen könnte der effektivere Weg zur finanziellen Unabhängigkeit sein.

JL Collins: Mieten als Strategie für finanzielle Unabhängigkeit

JL Collins, Bestsellerautor von "Pathfinders" und "The Simple Path to Wealth", äußerte sich kürzlich im Podcast "The Diary of a CEO" zu diesem Thema. Seine Botschaft ist klar: "Wer in jungen Jahren finanzielle Unabhängigkeit anstrebt, sollte wahrscheinlich kein Haus kaufen – auch wenn das eine sehr kontroverse Aussage ist." Collins, der selbst den Großteil seines Erwachsenenlebens Häuser besessen hat, begründet dies mit den "dramatisch in die Höhe getriebenen" Lebenshaltungskosten durch den Hauskauf.

Die versteckten Kosten des Eigenheims

Während die monatliche Hypothekenrate und die Miete auf den ersten Blick ähnlich erscheinen mögen, fallen beim Eigenheim langfristig deutlich höhere Ausgaben an. Collins spricht von "versteckten Kosten", die oft unterschätzt werden. Dazu gehören:

  • Versicherungen
  • Reparaturen und Instandhaltung
  • Grundsteuern
  • Möbel und neue Geräte
  • Landschaftsgestaltung

"Ihre Hypothek ist nur der Ausgangspunkt", so Collins. Er betont, dass die Liste der zusätzlichen Ausgaben "endlos" sei. Wer hingegen in einer Wohnung bleibe, die den Bedürfnissen entspreche, könne die Kosten deutlich niedriger halten.

Mieten ist günstiger: Eine aktuelle Studie bestätigt dies

Eine aktuelle Studie von LendingTree, die ebenfalls diese Woche veröffentlicht wurde, untermauert Collins' Argumentation mit konkreten Zahlen. Die Analyse zeigt, dass Mieten in jeder großen US-Metropole günstiger ist als der Kauf eines Eigenheims. US-Hausbesitzer zahlen demnach monatlich 36,9 % mehr für ihre Hypothekenrate als Mieter.

Zum Vergleich: Die mediane Bruttomiete lag 2024 laut LendingTree bei 1.487 US-Dollar pro Monat. Die medianen monatlichen Wohnkosten für Hausbesitzer mit Hypothek beliefen sich hingegen auf 2.035 US-Dollar. Das ist eine Differenz von fast 550 US-Dollar pro Monat, was sich auf über 6.500 US-Dollar jährlich summiert. Collins bezeichnet den Hauskauf angesichts dieser Kostenunterschiede als ein weiteres "teures Vergnügen".

Der Druck, das "größtmögliche" Haus zu kaufen

JL Collins kritisiert auch die Mentalität, die viele zum Hauskauf treibt: "Menschen kaufen typischerweise das größte Haus, das sie sich gerade noch leisten können. Die Branche treibt sie dazu." Dies führe dazu, dass das Haus zu einer Belastung werde, da es nicht aus einer Position der Stärke heraus gekauft, sondern mit maximaler Kreditaufnahme finanziert werde.

Matt Schultz, Chief Consumer Finance Analyst bei LendingTree, versteht die Entmutigung vieler Menschen, die vom Eigenheim träumen. Er merkt an, dass sich einige bereits damit abgefunden hätten, niemals ein Haus besitzen zu können. Eine solche Entwicklung habe weitreichende Folgen, nicht nur für Einzelpersonen, sondern für die gesamte Wirtschaft.

Der Immobilienmarkt: Keine schnelle Entspannung in Sicht

Experten und Ökonomen des Immobilienmarktes teilen die Einschätzung, dass sich die Lage in absehbarer Zeit kaum ändern wird. Auch wenn die Hypothekenzinsen leicht sinken könnten, bleiben die versteckten Kosten des Eigenheims bestehen. Ein signifikanter Rückgang der Immobilienpreise wird nicht erwartet.

Daten von Realtor.com, die Fortune vorliegen, zeigen auf, welche drastischen Veränderungen nötig wären, um den Hauskauf in den USA für den Durchschnittsbürger erschwinglicher zu machen:

  • Hypothekenzinsen müssten auf 2,65 % fallen.
  • Das mediane Haushaltseinkommen müsste um 56 % steigen.
  • Die Immobilienpreise müssten um 35 % sinken.

Jedes dieser Szenarien gilt als unwahrscheinlich. Max Slyusarchuk, CEO von A&D Mortgage, fasst die Situation zusammen: "Wir stecken in einer schwierigen Lage." Er weist darauf hin, dass jede Verbesserung der Faktoren sofort mehr Käufer auf den Markt locken und damit die Nachfrage und Preise wieder in die Höhe treiben würde.

Erwähnte Persönlichkeiten