
Millennials treiben Sporttourismus an: Milliardenmarkt im Aufwind
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Der Sporttourismus erlebt einen bemerkenswerten Aufschwung, maßgeblich angetrieben durch Millennials, die bereit sind, erhebliche Summen für ihre sportlichen Leidenschaften auszugeben. Diese Entwicklung transformiert die Reisebranche und schafft einen globalen Markt, der bis 2032 voraussichtlich fast eine Billion Dollar erreichen wird. Es geht dabei nicht nur ums Zuschauen, sondern um aktive Teilnahme und das Erleben von Gemeinschaft.
Millennials als Motor des Sporttourismus
Der Sporttourismus entwickelt sich zu einem der am schnellsten wachsenden Sektoren der globalen Reisebranche. Insbesondere Millennials treiben diesen Trend voran, indem sie Reisen gezielt um sportliche Interessen herum planen. Laut dem Hilton 2026 Trends Report haben 67 % der Millennials bereits eine Reise für Veranstaltungen wie Sport, Wellness oder Konzerte geplant.
Eine Umfrage der Online-Reiseagentur Priceline für 2025 zeigt, dass Millennials in den USA 80 % häufiger einen Urlaub für Tennis und 87 % häufiger für Pickleball planen. Diese Zahlen unterstreichen die wachsende Bedeutung von Sport als primärem Reisemotiv für diese Altersgruppe.
Ein Blick auf die Zahlen: Ein wachsender Markt
Der Sporttourismus ist bereits ein beeindruckender Markt von 707,29 Milliarden US-Dollar. Prognosen von Fortune Business Insights zufolge wird dieser Sektor bis 2032 voraussichtlich fast verdreifacht. Europa führt den Markt mit einer Bewertung von 248,23 Milliarden US-Dollar im letzten Jahr an.
Die Region Asien-Pazifik gilt als der am schnellsten wachsende Markt und wird für 2025 auf 149,50 Milliarden US-Dollar geschätzt. Hier wird ein jährliches Wachstum von 17,85 % von 2025 bis 2032 erwartet, was das enorme Potenzial dieser Region hervorhebt.
Persönliche Geschichten: Hohe Ausgaben für Leidenschaft
Vince Nguyen, ein 39-jähriger Unternehmer aus Vietnam, ist ein Paradebeispiel für diesen Trend. Er gibt fast jeden Monat mehrere hundert Dollar aus, um in andere Länder zu reisen und Pickleball zu spielen. Seit er vor zwei Jahren mit dem Sport begann, hat er bereits in Malaysia, Taiwan, Vietnam und Kanada gespielt und plant eine Reise nach China für ein bevorstehendes Turnier.
Für Hin- und Rückflüge nach Taiwan oder Malaysia sowie für Freizeitspiele mit Freunden gibt Nguyen mehrere hundert Dollar aus. Hinzu kommen Platzgebühren von 4 bis 8 US-Dollar und Hotelkosten von etwa 38 US-Dollar pro Nacht, was die Gesamtkosten seiner Reisen auf 386 bis 772 US-Dollar belaufen lässt. Reisen nach Kanada können aufgrund höherer Flug- und Hallenplatzkosten sogar fast 1.000 US-Dollar erreichen. Nguyen schätzt die unterschiedlichen Spielstile in jedem Land und nutzt die Reisen, um neue Plätze und Restaurants zu erkunden.
Auch Nirbhay Handa, ein 35-jähriger Unternehmer aus Singapur, reist für Tennis. Er besucht Tenniscamps in Phuket oder spielt mit einem Trainer in Dubai und Abu Dhabi nach der Arbeit. Handa unternimmt etwa sechs Tennisreisen pro Jahr, einschließlich Geschäftsreisen, und gibt dabei rund 200 US-Dollar pro Woche für Trainingseinheiten in Dubai aus. Für ihn ist Tennis mehr als ein Hobby; es ist therapeutisch und fördert gute Gewohnheiten, wie das Vermeiden von spätem Alkoholkonsum und das vollständige Aufgeben des Rauchens. Er sieht Tennis als "gut für die Seele" und als Möglichkeit, soziale Kontakte zu knüpfen.
Mike Goldys aus Florida reist ebenfalls ins Ausland, um zu surfen, mit dem Ziel, so viele verschiedene Surf-Parks wie möglich zu erleben. Der 39-Jährige hat bereits 140 Stunden in 26 Städten und 10 Ländern gesurft. Er gibt an, 18.500 US-Dollar allein für Surf-Sessions ausgegeben zu haben und budgetiert 6.000 bis 10.000 US-Dollar pro Reise für Flüge und Unterkunft. Zusätzlich investiert er in Fotografie und Videografie, um seine Erlebnisse in sozialen Medien zu teilen.
Mehr als nur Zuschauen: Die Motivationen hinter der Reise
Der American Express Travel Global Travel Trends Report (2024) bestätigt, dass Sporttourismus ein schnell wachsender Sektor ist. Fans schauen nicht mehr nur zu, sondern planen ganze Reiseerlebnisse rund um Spiele, Athleten und Live-Events. 71 % der globalen Befragten identifizieren sich als Sportfans, und 37 % planen, 2024-2025 für ein Sportereignis zu reisen. Bei Millennials und der Generation Z steigt diese Zahl sogar auf 67 %.
Live-Erlebnisse sind eine treibende Kraft für Reisen, da sie ein Gefühl von Gemeinschaft, Zugehörigkeit und emotionalem Engagement vermitteln, das Reisende aktiv suchen. Dies passt zum allgemeinen Trend hin zu erlebnisorientiertem Reisen, bei dem jüngere Generationen Reisen wählen, die Identität, Verbindung und Geschichten schaffen.
Die Daten zeigen mehrere Schlüsselmotivationen für diesen Trend:
- Emotionale Verbindung: Fans möchten Teil eines Moments sein.
- Gemeinschaft und Zugehörigkeit: Geteilte Leidenschaft schafft sofortige Beziehungen.
- Zugang und Exposition: Streaming-Plattformen stellen Fans weltweit neue Sportarten und Teams vor.
- "Bucket-List"-Denken: Reisende schätzen Erlebnisse, über die sie sprechen und sich erinnern können.
Sportfans priorisieren zunehmend Reisen, die es ihnen ermöglichen, in die Kultur und Energie der Veranstaltungen einzutauchen, anstatt nur von zu Hause aus zuzusehen. Die emotionale Komponente ist dabei nicht zu unterschätzen, da Sport Sinn stiftet und somit Reiseentscheidungen maßgeblich beeinflusst.
Wirtschaftliche Auswirkungen für Destinationen
Reiseziele, Tourismusverbände und Veranstalter erkennen den Wert des Sporttourismus zunehmend. Mehrtägige Veranstaltungen ziehen nicht nur Zuschauer an, sondern generieren auch erhebliche wirtschaftliche Vorteile. Dazu gehören Hotelübernachtungen, Ausgaben in Restaurants und im Einzelhandel sowie wiederkehrende Besucher und Engagement in der Gemeinschaft.
Wenn diese Veranstaltungen zudem partizipativ sind, also Menschen reisen, um selbst Sport zu treiben und nicht nur zuzusehen, verstärkt sich der positive Effekt. Sporttouristen neigen dazu, länger zu bleiben und mehr auszugeben als durchschnittliche Freizeitreisende, was sie zu einer attraktiven Zielgruppe für das Destinationsmarketing macht. Aus diesem Grund werden Sporttourismus-Zuschüsse und Förderprogramme landesweit ausgebaut, da der Return on Investment (ROI) messbar und unmittelbar ist.