Milliardäre flüchten aus Kalifornien: Miami wird zum neuen Luxus-Hotspot

Milliardäre flüchten aus Kalifornien: Miami wird zum neuen Luxus-Hotspot

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Miami erlebt einen beispiellosen Zustrom von Milliardären, insbesondere aus Kalifornien, die von den steuerlichen Vorteilen Floridas und der Aussicht auf eine vorgeschlagene Vermögenssteuer in ihrem Heimatstaat angezogen werden. Dieser Trend, angeführt von Tech-Größen wie Google-Mitbegründer Larry Page, treibt den Luxusimmobilienmarkt in Südflorida zu neuen Rekorden und verändert die wirtschaftliche Landschaft der Region nachhaltig.

Tech-Giganten entdecken Miami als neues Zuhause

Google-Mitbegründer Larry Page hat in den letzten Monaten drei Immobilien in Miami für über 180 Millionen US-Dollar erworben. Berichten zufolge steht auch sein Mitbegründer Sergey Brin kurz vor dem Abschluss eines 50-Millionen-Dollar-Immobiliengeschäfts auf Allison Island, während Meta-CEO Mark Zuckerberg ebenfalls in der Gegend von Indian Creek nach Objekten sucht. Diese hochkarätigen Zuzüge signalisieren eine neue Ära für den Luxusimmobilienmarkt in Miami.

Saddy Abaunza Delgado, eine Luxusmaklerin in Südflorida mit über drei Jahrzehnten Erfahrung, berichtet von einer drastischen Veränderung ihrer Klientel. Während sie früher hauptsächlich Ärzte oder Familienunternehmer bediente, die bis zu 8 Millionen US-Dollar ausgaben, klingeln ihre Telefone nun mit Anfragen von Tech- und Finanzmilliardären, die bereit sind, neunstellige Summen für Ufergrundstücke zu investieren. Delgado bezeichnet den Januar als den geschäftigsten, den sie je erlebt hat, was sie auf die vorgeschlagene kalifornische Vermögenssteuer zurückführt.

Steuerliche Vorteile und politische Anreize locken Ultrareiche

Die Migration von Ultrareichen nach Florida ist kein neues Phänomen, hat aber durch die aktuellen Entwicklungen eine neue Dimension erreicht. Florida lockt mit einem Einkommensteuersatz von 0 %, einschließlich Kapitalerträgen, und einer begrenzten Unternehmensregulierung. Diese steuerfreundliche Politik ist ein Hauptgrund für den Zustrom.

Ein entscheidender Faktor für die jüngste Welle ist der "Billionaire Tax Act", ein vorgeschlagenes Gesetz in Kalifornien. Dieses würde eine einmalige Steuer von 5 % auf kalifornische Einwohner mit einem Vermögen von über 1 Milliarde US-Dollar erheben, einschließlich derer, die nach dem 1. Januar umgezogen sind. Obwohl der Vorschlag noch nicht genügend Unterstützung für die Abstimmung im November erhalten hat, hat er bereits viele reiche Einwohner dazu veranlasst, ihre Abwanderung aus dem Staat in Betracht zu ziehen.

Die Milliardärsbevölkerung Floridas wächst stetig: Zu Jahresbeginn zählte der Staat 123 Milliardäre, ein Anstieg von 110 im Januar 2025, basierend auf Forbes-Daten, die von Americans for Tax Fairness zusammengestellt wurden. Auch Unternehmen wie Palantir planen, ihren Hauptsitz von Denver nach Miami zu verlegen, was CEO Alex Karp möglicherweise dazu veranlassen wird, sich ebenfalls in der Region niederzulassen.

Der Boom des Luxusimmobilienmarktes in Südflorida

Der Zustrom von Milliardären hat den Luxusimmobilienmarkt in Miami dramatisch verändert. Was früher als Ausreißer galt, ist heute die Norm: Ana Teresa Rodriguez von Coldwell Banker Realty bemerkt, dass Verkäufe von 20 oder 30 Millionen US-Dollar einst selten waren. Daten des Miami-Immobilienforschungsunternehmens Analytics Miami zeigen, dass im Jahr 2018 nur ein Einfamilienhaus über 30 Millionen US-Dollar in Miami-Dade County verkauft wurde. Im Jahr 2025 waren es bereits 19 Häuser in dieser Preisklasse – ein Anstieg von 1.800 %.

Sogar leere Grundstücke werden zu Preisen von 100 Millionen US-Dollar gehandelt, ein Preisniveau, das vor 2020 in Miami undenkbar war. Ufergrundstücke sind zum ultimativen Ziel für die Ultrareichen geworden. Da diese Flächen begrenzt sind, werden sie zu jedem Preis verkauft, den jemand bereit ist zu zahlen. Ana Bozovic, Gründerin von Analytics Miami, prognostiziert, dass der Zustrom von Milliardären aus Kalifornien die "Eskalation des Marktes" weiter verstärken wird, insbesondere in begehrten Ufergegenden wie Star Island, Indian Creek und den Venetian Islands.

Miami als aufstrebendes Zentrum für Wirtschaft und Innovation

Die Anziehungskraft Miamis geht über Sonne und Glamour hinaus. Douglas Elliman-Maklerin Dina Goldentayer betont, dass Miami im Jahr 2026 so anspruchsvoll und vielfältig ist wie nie zuvor, und das Niveau des hierherziehenden Reichtums hebt die Stadt auf ein neues Level. Obwohl die Anzahl der Milliardäre im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung gering ist, ist ihr Vermögen immens und hat einen überproportionalen Einfluss auf die lokale Wirtschaft.

Reiche Menschen suchen Zugang zu erstklassiger Finanz- und Rechtsberatung, wie Liam Bailey, globaler Forschungsleiter bei Knight Frank, erklärt. Um diese Infrastruktur anzuziehen, haben die Milliardäre Ken Griffin (Citadel) und Stephen Ross gemeinsam 10 Millionen US-Dollar in die Initiative "Ambition Accelerated" investiert. Diese, geleitet vom Florida Council of 100, zielt darauf ab, Tech- und Geschäftssektoren durch die Zusammenarbeit mit Gründern, CEOs und Investoren anzuziehen. Mike Simas, CEO des Florida Council of 100, hebt dabei die expandierenden Bildungs- und Gesundheitsoptionen, wie neue Privatschulen und eine Cleveland Clinic-Niederlassung in West Palm Beach, als wichtige Verkaufsargumente hervor.

Simas betont zudem die Rolle der Regierung als Partner für Wachstum, im Gegensatz zu einer Regierung, die Erfolg durch Regulierung oder Steuern einschränken will. Obwohl Miami noch weit davon entfernt ist, das nächste Silicon Valley oder die nächste Wall Street zu werden, bezeichnet Bailey die aktuelle Entwicklung als "embryonal". Er ist jedoch überzeugt, dass mit genügend Aktivität im Laufe der Zeit die Tiefe des Talentpools und der Möglichkeiten ständig verbessert wird.

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