
Millionärssteuer: Sam Slater bleibt in Massachusetts – trotz hoher Abgaben
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Sam Slater, ein 41-jähriger Immobilienentwickler aus Boston, zahlt die Millionärssteuer in Massachusetts, erwägt aber trotz der Belastung keinen Umzug. Seine Entscheidung, in Massachusetts zu bleiben, ist primär durch das Wohl seiner Kinder motiviert, obwohl er beobachtet, wie andere Wohlhabende den Staat verlassen. Diese Situation wirft Fragen nach der Wirksamkeit und den Auswirkungen von Vermögenssteuern auf die Wirtschaft und die Gesellschaft.
Die Millionärssteuer in Massachusetts: Ein Dilemma für Sam Slater
Sam Slater, dessen Familienunternehmen sowohl in Boston als auch in Palm Beach, Florida, ansässig ist, hat sich trotz der 2023 eingeführten Millionärssteuer entschieden, in Massachusetts zu bleiben. Er leitet das Family Office, das in verschiedenen Branchen tätig ist, wobei sein Fokus auf dem Immobilienportfolio liegt. Darüber hinaus ist Slater im Sport- und Unterhaltungsbereich aktiv, hält Minderheitsbeteiligungen an den Seattle Kraken (NHL) und den Memphis Grizzlies und hat über 40 Spielfilme produziert.
Obwohl er in South Florida geboren wurde und seine Eltern und sein Onkel dort leben, zog Slater im Alter von zehn Jahren nach Massachusetts. Die Frage, warum er nicht nach Florida zurückkehrt, wo keine solche Steuer existiert, beschäftigt ihn oft. Seine Antwort ist jedoch klar: Es ist alles für seine Kinder, die sieben und zehn Jahre alt sind. Er schätzt das öffentliche Schulsystem, die Zugänglichkeit der Region, das reiche Angebot an Sport und Kultur sowie die vier Jahreszeiten. Slater betont: "Ich möchte meinen Kindern das nicht nehmen, nur weil ich weniger Steuern zahlen möchte." Er fügt hinzu, dass seine Antwort möglicherweise anders ausfallen würde, wenn seine Kinder nicht so jung wären.
Wirtschaftliche Überlegungen und persönliche Prioritäten
Sam Slater hat beobachtet, wie viele seiner wohlhabenden Freunde, insbesondere aus den Bereichen Hedgefonds, Private Equity und Finanzen, Massachusetts aufgrund der Steuer verlassen haben oder dies planen. Er selbst musste aufgrund der Vermögenssteuer keine Änderungen an seinem Lebensstil vornehmen, ist sich der Belastung jedoch bewusst. Seine Hauptfrage ist, was als Nächstes kommen wird.
Die Auswirkungen der Steuer auf die Wirtschaft sind komplex. Slater merkt an, dass die Verkaufszahlen für Eigentumswohnungen in der Innenstadt von Boston auf einem außergewöhnlich niedrigen Niveau liegen, sowohl bei den Preisen als auch bei der Geschwindigkeit, insbesondere im Vergleich zu den letzten 10 oder 15 Jahren. Er hält es für übertrieben, dies allein auf die Steuer zurückzuführen, da die breiteren Marktbedingungen eine Rolle spielen. Dennoch entzieht der Wegzug von Gutverdienern dem Markt potenzielle Käufer für hochwertige Eigentumswohnungen.
Slater hofft, dass die zusätzlichen Einnahmen aus der Millionärssteuer sinnvoll eingesetzt werden. Er verweist auf die Massachusetts Bay Transportation Authority (MBTA), das öffentliche Nahverkehrssystem, das seit Langem mit Problemen kämpft und massive Investitionen in Infrastruktur und Betrieb benötigt. Auch die fast 100 Jahre alten Brücken, die das Festland von Massachusetts mit Cape Cod verbinden, sollten ersetzt werden, doch die Finanzierung wurde unter der Trump-Administration gekürzt. Slater wünscht sich eine klare Botschaft der Regierung, wie die Steuergelder verwendet werden, um den Staat wirklich voranzubringen, anstatt nur bestehende Programme auf Landesebene über Wasser zu halten.
Der Mythos der "Billionärsflucht"
Die Debatte um Vermögenssteuern wird oft von der Warnung begleitet, dass die Reichen den Staat verlassen werden, um diesen Abgaben zu entgehen. Gegner des vorgeschlagenen "Billionaire Wealth Tax Act" in Kalifornien wiederholen diese Behauptung. Doch die Realität ist komplexer: Milliardäre sind nicht ausschließlich geldgetrieben. Sie legen Wert auf Heimat, langfristige persönliche und geschäftliche Beziehungen und manche engagieren sich für die Verbesserung des Lebens von Armen und Arbeitnehmern.
Wirtschaftliche Studien zeigen, dass es wenig bis keine Beweise dafür gibt, dass Milliardäre umziehen, um einer kleinen und einmaligen Vermögenssteuer zu entgehen, die einem spezifischen humanitären Zweck dient. Jahrzehntelange Forschung belegt, dass die "Billionärsflucht" selten und übertrieben ist. Oft wird sie mit Steuervermeidung durch buchhalterische Manöver verwechselt, anstatt mit einer physischen Umsiedlung. Diese Unterscheidung ist für politische Entscheidungsträger wichtig, um Fehlentwicklungen bei der Steuergestaltung zu vermeiden und erhebliche Einnahmen nicht ungenutzt zu lassen.
Kaliforniens Ansatz: Eine einmalige Vermögensabgabe
Kalifornien verfolgt einen anderen Ansatz als Massachusetts. Der für 2026 vorgeschlagene "Billionaire Wealth Tax Act" ist keine wiederkehrende jährliche Vermögenssteuer. Stattdessen handelt es sich um eine einmalige Abgabe von 5 % auf das Nettovermögen von etwa 200 kalifornischen Milliardären, die über fünf Jahre (also 1 % pro Jahr) gezahlt werden soll.
Diese Maßnahme ist als Notfalllösung gedacht, um drohende und massive Kürzungen im Gesundheitswesen, in der Bildung und bei der Ernährungssicherheit abzufedern, die durch H.R. 1 ("The One Big Beautiful Bill") verursacht werden. Der Vorschlag zielt darauf ab, Steuereinnahmen durch breite Vermögensdefinitionen und Bewertungsmethoden zu sichern, um eine einfache Umgehung durch Vermögensverschiebung oder vorgetäuschten Umzug zu verhindern. Obwohl rechtliche Anfechtungen erwartet werden, betonen Befürworter die Notwendigkeit außergewöhnlicher Maßnahmen angesichts der humanitären Krise.
Die einmalige Abgabe auf extremes Vermögen soll dazu beitragen, medizinische Leistungen für einkommensschwache Senioren, Menschen mit Behinderungen und andere schutzbedürftige Kalifornier wiederherzustellen. Ökonomen haben festgestellt, dass die Reaktion von Steuerzahlern wahrscheinlicher ist, wenn der Steuersatz hoch, dauerhaft und leicht zu vermeiden ist. Eine einmalige Steuer, die einem spezifischen Zweck dient und nicht der allgemeinen Staatsfinanzierung, führt voraussichtlich zu deutlich geringeren Migrationsreaktionen als laufende Steuern. Kalifornien hat derzeit keine Erbschaftssteuer.
Die Zukunft der Steuerpolitik und Infrastruktur
Sam Slaters Frage "Was kommt als Nächstes?" bleibt zentral für die Debatte um Vermögenssteuern. Er befürchtet, dass bei anhaltenden Steuererhöhungen ohne sichtbare substanzielle Veränderungen im Staat ein bedeutsamerer Exodus von Menschen, möglicherweise auch er selbst, aus Massachusetts erfolgen könnte.
Die Herausforderung für die Staaten besteht darin, die notwendigen Einnahmen für Infrastrukturprojekte und soziale Programme zu generieren, ohne die Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden oder wohlhabende Bürger zu vertreiben. Dies zeigt sich auch in anderen Staaten: So sprach Gouverneur Murphy von New Jersey in seiner letzten "State of the State Address" am 13. Januar 2026 davon, einen "stärkeren und faireren" Staat aufgebaut zu haben, eine Vision, die ihn seit seiner ersten Kampagne 2016 geleitet hat. Die Balance zwischen fiskalischer Stärke und Attraktivität für Einwohner und Unternehmen bleibt eine Kernaufgabe der modernen Steuerpolitik.