Millionen US-Bürger ohne Abschluss: Wiedereinschreibungen steigen mit gezielter Hilfe

Millionen US-Bürger ohne Abschluss: Wiedereinschreibungen steigen mit gezielter Hilfe

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Eine wachsende Zahl berufstätiger Erwachsener in den USA hat ein College besucht, ohne einen Abschluss zu erwerben. Diese Gruppe, oft als "Stopouts" bezeichnet, kämpft häufig mit Studienkrediten, ohne jedoch den Vorteil eines Abschlusses zur Steigerung ihres Einkommens zu besitzen. Doch dank verbesserter Unterstützung durch Hochschulen und lokale Regierungen kehren immer mehr dieser Studierenden in die Hörsäle zurück.

Die Herausforderung der "Stopouts"

In den USA gibt es rund 38 Millionen berufstätige Erwachsene, die ihr Studium abgebrochen haben. Viele von ihnen haben bereits Tausende von Dollar in ihre Ausbildung investiert und stehen vor der Herausforderung, Studienkredite zurückzuzahlen, ohne den vollen Nutzen eines akademischen Abschlusses zu ziehen. Obwohl viele die Absicht haben, zurückzukehren, schaffen es nur wenige aus eigener Kraft.

Erfreulicherweise ist die Zahl der Wiedereinschreibungen zuletzt gestiegen. Im Studienjahr 2023-2024 kehrten über 1 Million "Stopouts" an die Hochschulen zurück, was einem Anstieg von 7 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies deutet auf eine positive Entwicklung hin, auch wenn die Gesamtzahl der Studienabbrecher weiterhin hoch ist.

Warum Studierende abbrechen

Ein Studium ist zeitaufwendig, teuer und komplex. Oft sind es scheinbar kleine Hindernisse, die Studierende von ihrem Weg abbringen. Dazu gehören unbezahlte Gebühren, verwirrende Formulare oder Schwierigkeiten, die Balance zwischen Kinderbetreuung, Arbeit, Gesundheitsproblemen und Transport zu finden.

Jevona Anderson, eine Studentin an der University of Baltimore, musste ihr Studium 2025 im Alter von 59 Jahren abbrechen, nachdem sie mit familiären Todesfällen, einer Zwangsräumung und finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Auch Nina Diggs-Pindell, ebenfalls Studentin an der University of Baltimore, unterbrach ihr Studium mehrfach aufgrund von Eltern- und Arbeitsverpflichtungen. Solche "Life happens moments", wie Richie Ince vom Pueblo Community College sie nennt, sind häufige Gründe für Studienabbrüche.

Erfolgreiche Initiativen zur Wiedereinschreibung

Hochschulen und Regierungen haben in den letzten Jahren gezielte Anstrengungen unternommen, um "Stopouts" die Rückkehr zu erleichtern. Diese Initiativen reichen von finanzieller Unterstützung bis hin zur Beseitigung bürokratischer Hürden.

Ein Beispiel ist das Stipendienprogramm der University of Baltimore, das Jevona Anderson die Wiedereinschreibung ermöglichte. Das Programm, hauptsächlich finanziert von der Carnegie Corporation, half ihr, die verbleibenden Studiengebühren und Wohnkosten zu decken. Sie ist nun, im Alter von 60 Jahren, kurz vor ihrem Abschluss in Umweltwissenschaften und möchte Lehrerin werden.

Fallbeispiele: Jevona Anderson und Melody Blair

Jevona Anderson schrieb sich 2019 an der University of Baltimore ein, um einen Bachelor in Umweltwissenschaften zu erwerben. Ihre Karriereziele kristallisierten sich heraus, als sie als Vertretungslehrerin in städtischen Schulen arbeitete und ihre Leidenschaft für Umweltthemen an Kinder weitergeben wollte. Nach ihren persönlichen Rückschlägen und einer Studienpause konnte sie dank des Stipendiums Ende letzten Jahres zurückkehren und steht nun kurz vor dem Abschluss.

Melody Blair, 55, erhielt ebenfalls die nötige Unterstützung, um ihr Studium für einen Associate-Abschluss in Gesundheitsinformationsmanagement wieder aufzunehmen. Nach Jahrzehnten in einem Callcenter, einem Job, der sie auslaugte, verfolgt sie nun eine Karriere im Bereich der Genom-Registrierung. Sie freut sich darauf, Menschen zu helfen, die keinen Zugang zu ihrer eigenen Krankengeschichte haben.

Staatliche Programme und ihre Wirkung

Mehrere Bundesstaaten haben Programme ins Leben gerufen, um Studienabbrecher zu unterstützen:

  • Maryland: Die Hochschulen in Maryland schrieben im Studienjahr 2023-2024 insgesamt 25.068 Studierende aus dem ganzen Land wieder ein, ein Anstieg von 2.259 gegenüber dem Vorjahr. Dies ist jedoch immer noch eine geringe Zahl im Vergleich zu den 600.000 berufstätigen Erwachsenen, die ihr Studium an Hochschulen in Maryland abgebrochen haben.
  • Ohio College Comeback Compact: Dieses 2022 gestartete Programm zielte auf Erwachsene ab, die Studiengebühren oder andere Schulden bei einer der acht größten öffentlichen Hochschulen in Nordost-Ohio hatten. Das Programm erließ den Studierenden bis zu 5.000 US-Dollar an institutionellen Schulden und gab ihre Transkripte frei, die oft als Druckmittel zur Schuldeneintreibung zurückgehalten werden. Insgesamt nahmen 723 Studierende teil, und es wurden 34 Bachelor-, 57 Associate-Abschlüsse und 18 Zertifikate erworben.
  • Mississippi Complete 2 Compete: Das 2017 gestartete und 2025 aufgrund von Finanzierungsproblemen eingestellte Programm wurde im Januar 2024 wiederbelebt. Es half ursprünglich 4.119 erwachsenen Lernenden, ihren Abschluss zu machen, und bot Zuschüsse von 500 bis 1.000 US-Dollar pro Semester. Unter der neuen dezentralen Struktur entwickeln die acht öffentlichen Universitäten des Staates eigene Versionen des Programms, oft mit Online-Kursen, um erwachsenen Lernenden entgegenzukommen.

Unternehmen wie ReUp unterstützen Hochschulen mit Coaching und Datenanalysetools, um die Kontaktaufnahme zu "Stopouts" zu verfeinern. Es dauert durchschnittlich 24 Kontaktpunkte, bis ein Studienabbrecher sich wieder einschreibt. Viele Hochschulen sehen dies als lohnende Investition, da es weniger Aufwand ist, ehemalige Studierende zurückzugewinnen, als neue "von Grund auf" zu rekrutieren.

Der Wert eines Abschlusses

Ein Hochschulabschluss kann langfristig der beste Weg sein, das Einkommen zu verbessern und ein besseres Leben zu führen. James Kvaal, ehemaliger Unterstaatssekretär für Bildung und heute bei der Carnegie Corporation tätig, betont, dass die höhere Bildung ein großes ungenutztes Potenzial hat, Menschen zu helfen, die bereits einen Teil des Weges gegangen sind und kurz vor dem Ziel stehen.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der Wert von Abschlüssen variieren kann. Josh Wyner vom Aspen Institute weist darauf hin, dass Programme, die Studierenden helfen, Kurse zu wählen, die mit Arbeitsmarktbedürfnissen verknüpft sind, am erfolgreichsten sind. Ein Bericht aus dem Jahr 2024 zeigte, dass mehr als die Hälfte der jüngsten Bachelor-Absolventen ein Jahr nach dem Abschluss unterbeschäftigt sind und fast die Hälfte auch nach einem Jahrzehnt noch unterbeschäftigt bleibt. Dies unterstreicht die Bedeutung einer strategischen Studienwahl.

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