
Minnesota CEOs fordern De-Eskalation nach Pretti-Tötung in Minneapolis
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Führende Wirtschaftsvertreter aus Minnesota haben am Sonntag, dem 25. Januar 2026, eine "sofortige De-Eskalation der Spannungen" gefordert, nachdem Bundesagenten der Einwanderungsbehörden den US-Bürger Alex Pretti in Minneapolis tödlich erschossen hatten. Mehr als 60 CEOs von in Minnesota ansässigen Unternehmen unterzeichneten einen Brief, der staatliche, lokale und föderale Beamte zur Zusammenarbeit aufruft, um "echte Lösungen" zu finden. Die Unternehmen betonen, dass die jüngsten Unruhen in Minnesota "weitreichende Störungen und tragische Verluste von Menschenleben" verursacht haben.
Appell der Wirtschaftsführer
Der offene Brief, der auf der Webseite der Minnesota Chamber of Commerce veröffentlicht wurde, wurde von prominenten Führungskräften unterzeichnet. Zu den Unterzeichnern gehören der designierte Target CEO Michael Fiddelke, William Brown, Chairman und CEO von 3M, Brian Sikes, Chair und CEO des Lebensmittelgiganten Cargill, sowie Stephen Hemsley, CEO von UnitedHealth. Auch Corie Barry, CEO von Best Buy, und Jeff Harmening, CEO von General Mills, haben den Appell unterstützt.
Weitere namhafte Unternehmen und Organisationen, die den Brief unterzeichneten, sind die Minnesota Vikings, die Mayo Clinic, Blue Cross and Blue Shield of Minnesota, Hormel, Medtronic, U.S. Bancorp und Xcel Energy. Der Brief fordert "Frieden und fokussierte Zusammenarbeit zwischen lokalen, staatlichen und föderalen Führungskräften, um eine schnelle und dauerhafte Lösung zu erreichen, die es Familien, Unternehmen, unseren Mitarbeitern und Gemeinden in ganz Minnesota ermöglicht, unsere Arbeit zum Aufbau einer hellen und wohlhabenden Zukunft wieder aufzunehmen."
Hintergrund der Spannungen
Die Forderung der CEOs kommt einen Tag nach der tödlichen Schießerei auf Alex Pretti, einen 37-jährigen Intensivpfleger in Minneapolis. Die Trump-Administration hatte zuvor eine verstärkte Präsenz von Bundesagenten in die Stadt entsandt, um ihre Einwanderungsmaßnahmen durchzusetzen und Vorwürfe weit verbreiteten Sozialbetrugs im Bundesstaat zu verfolgen. Der Brief der Wirtschaftsführer nannte weder Präsident Donald Trump noch andere politische Führer direkt, betonte jedoch, dass Vertreter der Geschäftswelt Minnesotas "jeden Tag hinter den Kulissen mit föderalen, staatlichen und lokalen Beamten zusammenarbeiten, um echte Lösungen voranzutreiben." Diese Bemühungen umfassten enge Kommunikation mit dem Gouverneur, dem Weißen Haus, dem Vizepräsidenten und lokalen Bürgermeistern.
Wirtschaftliche Auswirkungen und Proteste
Die Situation in Minnesota hat weitreichende wirtschaftliche Folgen. Der Bundesstaat Minnesota und die Twin Cities haben in diesem Monat eine Klage eingereicht, in der sie einen Bundesrichter auffordern, die Einwanderungsoperationen zu stoppen, und dabei verheerende wirtschaftliche Auswirkungen anführten. Einige Unternehmen berichteten von Umsatzrückgängen von bis zu 80 Prozent.
Proteste gegen die Aktivitäten der Bundesagenten haben zugenommen. In den letzten zwei Wochen wurden einige Unternehmen, die ihrer Meinung nach keine ausreichend starke Haltung gegen die föderalen Strafverfolgungsmaßnahmen einnahmen, von Demonstranten ins Visier genommen. Zuvor hatte sich ein Hotel in Minnesota entschuldigt, nachdem es Bundesagenten der Einwanderungsbehörden die Unterkunft verweigert hatte, was online für Aufsehen sorgte.
Der Vorfall um Alex Pretti
Alex Pretti, ein 37-jähriger amerikanischer Intensivpfleger aus Minneapolis, wurde am 24. Januar 2026 von Grenzschutzbeamten der Vereinigten Staaten erschossen. Dies geschah inmitten weit verbreiteter Proteste gegen eine föderale Einwanderungsrazzia. Videoaufnahmen des Vorfalls zeigen Pretti, wie er mit seinem Telefon Strafverfolgungsbeamte filmte und den Verkehr lenkte. Er stellte sich zwischen einen Agenten und eine Frau, die der Agent zu Boden gestoßen hatte, und legte seinen Arm um die Frau.
Anschließend wurde Pretti mit Pfefferspray besprüht und von mehreren Bundesagenten zu Boden gerungen. Während er von etwa einem halben Dutzend Agenten umringt war, wurde er erschossen. Von Reuters und The Wall Street Journal verifizierte und überprüfte Videos von Umstehenden scheinen zu zeigen, wie ein Agent eine Waffe entfernt und sich weniger als eine Sekunde, bevor ein anderer Agent auf Pretti schießt, von ihm wegbewegt. Laut The Guardian war Pretti zwar legal zum Tragen einer Handfeuerwaffe berechtigt, die öffentlich verfügbaren Videobeweise zeigen ihn jedoch nicht im Besitz einer Waffe. Reuters und The New York Times kamen bei der Überprüfung der Videobeweise zu dem Schluss, dass er in den Momenten vor dem Zugriff ein Mobiltelefon und keine Waffe in der Hand hielt. Agenten feuerten mindestens zehn Schüsse auf ihn ab, während er am Boden lag.
Frühere Vorfälle und behördliche Angaben
Der Vorfall mit Alex Pretti war die dritte Schießerei durch föderale Einwanderungsagenten in Minneapolis innerhalb von drei Wochen. Am 7. Januar wurde Renée Good von einem Bundesagenten tödlich erschossen, was Proteste mit Tausenden von Teilnehmern auslöste. In der darauffolgenden Woche wurde Julio Cesar Sosa-Celis, ein venezolanischer Mann, von einem Einwanderungsbeamten ins Bein geschossen und überlebte.
Nach Angaben von Grenzschutzkommandant Gregory Bovino führten die an der Schießerei beteiligten Bundesagenten eine Operation durch, um einen undokumentierten Einwanderer mit einer "erheblichen kriminellen Vorgeschichte" festzunehmen. Gerichts- und Justizvollzugsunterlagen aus Minnesota widersprachen Bovinos Behauptung; keine Person des von Bovino genannten Namens hatte eine kriminelle Vorgeschichte in Minnesota, lediglich geringfügige Verkehrsdelikte von vor über einem Jahrzehnt. Staatlichen Ermittlern wurde, wie schon im Fall Renée Good, der Zugang zum Tatort von der Bundesregierung verwehrt.