Mittleres Management im Umbruch: KI und Entlassungen definieren Führungsrollen neu

Mittleres Management im Umbruch: KI und Entlassungen definieren Führungsrollen neu

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Die Reihen des mittleren Managements lichten sich zunehmend, da Unternehmen weltweit auf Effizienz und Kostenreduktion setzen. Doch während die Schere angesetzt wird, warnen Arbeitsplatzexperten davor, die entscheidende Rolle dieser Führungskräfte zu unterschätzen – insbesondere im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Ihre Funktion als Brücke zwischen Top-Führung und Mitarbeitern an der Front ist wichtiger denn je.

Der Trend zur "Delayering": Entlassungen im mittleren Management

In den letzten Jahren ist ein deutlicher Rückgang der Positionen im mittleren Management zu beobachten. Eine Analyse von Bloomberg und Live Data Technologies ergab, dass im Jahr 2023 ein Drittel aller Entlassungen auf diese Gruppe entfiel. Der "Workforce 2025: Power Shifts"-Bericht von Korn Ferry, der 15.000 Fachkräfte weltweit befragte, zeigt, dass 41 % der Unternehmen im Jahr 2025 ihre Managementebenen reduziert haben.

Dieser Trend wird sich voraussichtlich fortsetzen: Ein Bericht von Gartner aus dem Oktober 2024 prognostiziert, dass jedes fünfte Unternehmen (20 %) KI nutzen wird, um seine Organisationsstruktur zu verschlanken, was über die Hälfte der derzeitigen Positionen im mittleren Management eliminieren könnte. Große Konzerne wie Amazon, Google, Intel, Meta und Microsoft haben bereits zahlreiche dieser Rollen gestrichen, um Hierarchieebenen abzubauen.

Gründe für den Stellenabbau und die Rolle der KI

Die Gründe für die Entlassungen sind vielfältig. Einige Unternehmen korrigieren eine Überbesetzung aus der Pandemiezeit, andere streben schnellere und effizientere Arbeitsabläufe an, und wieder andere nennen wirtschaftlichen Druck als Ursache, so eine Umfrage von Harris Poll im Auftrag von Express Employment Professionals.

Künstliche Intelligenz spielt dabei eine immer größere Rolle. Amazon-CEO Andy Jassy zielt beispielsweise darauf ab, die Bürokratie zu reduzieren und das Verhältnis von Einzelmitarbeitern zu Managern um mindestens 15 % zu verbessern. Amazon-Führungskräfte bringen den Personalabbau direkt mit Fortschritten in der Generativen KI in Verbindung. Senior VP Beth Galetti bezeichnete KI als die "transformierendste Technologie seit dem Internet", die es dem Unternehmen ermögliche, mit weniger Personal schneller zu agieren. Routineaufgaben wie Codierung, Datenverarbeitung und administrative Logistik werden zunehmend von autonomen KI-Systemen übernommen. Amazon plant, allein in diesem Jahr 118 Milliarden US-Dollar in KI und Cloud-Infrastruktur zu investieren.

Die unterschätzte Bedeutung des mittleren Managements

Trotz der Kosteneinsparungen und Effizienzgewinne, die durch den Abbau von Hierarchieebenen erzielt werden können, warnen Experten davor, zu tief zu schneiden. Deborah Lovich, C-Suite-Beraterin und Senior Partnerin bei der Boston Consulting Group, betont: "Mittlere Manager sind wichtiger denn je." In der heutigen schnelllebigen und unsicheren Wirtschaft, in der Mitarbeiter zunehmend unter Burnout und Unzufriedenheit leiden, seien sie diejenigen, die Motivation und Sicherheit geben können.

Megg Withinton, Vice President of Enterprise Analytics bei Insperity, argumentiert, dass kompetente mittlere Manager die Motivation und Produktivität ihrer Teams fördern und eine wichtige Rolle in der Unternehmenskultur spielen. Im Gegensatz dazu können ineffektive Manager die Leistung und Moral schwächen. Daten von Insperity zeigen, dass nur 51 % der neuen Manager mit weniger als drei Jahren Erfahrung sich vollständig auf ihre Führungsrolle vorbereitet fühlen und nur 20 % der Mitarbeiter angeben, dass ihre Manager ihre Erwartungen übertreffen.

Die versteckten Kosten des "Delayering"

Der Verlust von Managementebenen ist nicht nur eine strukturelle, sondern auch eine kulturelle Veränderung mit weitreichenden Folgen:

  • Orientierungslosigkeit: 37 % der Mitarbeiter fühlen sich ohne ihre Manager orientierungslos, so der Korn Ferry Bericht.
  • Fehlende Abstimmung: 43 % der Mitarbeiter empfinden, dass ihre Führungskräfte nicht mehr auf die Ziele abgestimmt sind.
  • Produktivitätsrückgang: Verwirrung und Unzufriedenheit untergraben schnell die Effizienz, die durch Entlassungen eigentlich geschaffen werden sollte.
  • Belastung der Führungsebene: Wenn mittlere Manager wegfallen, verlagert sich ihre Arbeit nach oben. Senior Executives, die bereits mit strategischen Aufgaben überlastet sind, müssen sich nun um operative Tagesprobleme kümmern. 43 % der Senior Executives zweifeln an ihrer Fähigkeit, ihre Verantwortlichkeiten zu erfüllen, verglichen mit 40 % der CEOs.
  • Kommunikationsstörungen: Fehlende Abstimmung im gesamten Unternehmen führt zu Silos.
  • Talentabwanderung: Wenn Aufstiegsmöglichkeiten verschwinden, suchen Top-Talente Wachstumschancen bei Wettbewerbern.

Investition in Führungskräfte statt kurzfristiger Einsparungen

Anstatt Entlassungen als kurzfristige Lösung zu nutzen, schlägt Megg Withinton vor, dass Unternehmen in Managementtraining und Upskilling investieren sollten. Obwohl dies Kosten verursacht, könnten Ausgaben von etwa 1.000 US-Dollar pro Mitarbeiter für Talententwicklung langfristig bessere Ergebnisse liefern. Dies berücksichtigt die Kosten für Fluktuation sowie den Verlust von Mitarbeitervertrauen und -moral, insbesondere wenn Unternehmen nach Entlassungen ohnehin wieder einstellen müssen.

Effektives Management sei mehr als nur Geld, so Withinton. Sie ermutigt dazu, Manager nicht als Kostenfaktor oder bürokratische Schicht zu betrachten, sondern als "Agenten des Wandels". In einer Zeit, in der sich die Dinge wöchentlich ändern und die KI-gesteuerte Welt sich entfaltet, können Manager ihre Teams anleiten, die Technologie effektiv zu nutzen, anstatt sie zu fürchten. Sie sind es, die Strategien aufnehmen, Veränderungen übersetzen, Leistungen managen und als emotionale Stabilisatoren fungieren, indem sie Unsicherheit in Klarheit für die Mitarbeiter umwandeln.

Die heutige Arbeitswelt ist nicht nur volatil, unsicher, komplex und mehrdeutig (VUCA), sondern auch brüchig, ängstlich, nicht-linear und oft unverständlich (BANI). Viele Führungskräfte haben ihre Gewohnheiten für Stabilität entwickelt, nicht für Fragilität. In dieser neuen Realität sind Manager entscheidend, um die Ängste der Mitarbeiter zu adressieren und ihnen Orientierung zu geben.

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