Morgan Stanley betritt Bitcoin-ETF-Markt: Ein Wendepunkt für digitale Assets

Morgan Stanley betritt Bitcoin-ETF-Markt: Ein Wendepunkt für digitale Assets

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Morgan Stanley hat kürzlich seinen Bitcoin-ETF (MSBT) an der NYSE Arca eingeführt, ein börsengehandeltes Produkt, das die Wertentwicklung von Bitcoin abbildet. Bereits am ersten Handelstag zog der Fonds Investitionen in Höhe von 34 Millionen US-Dollar an. Dieser Schritt markiert einen bedeutenden Meilenstein, da Morgan Stanley die erste große US-Bank ist, die einen eigenen Bitcoin-basierten ETF anbietet.

Allyson Wallace, Global Head of ETF Strategy and Capital Markets bei Morgan Stanley Investment Management, äußerte sich zufrieden über den Start. Sie betonte, dass der Großteil des Volumens über den direkten Anlegerkanal generiert wurde, was eine "sehr angenehme Überraschung" sei. Nun plant die Bank, mit dem neuen Produkt auch institutionelle und intermediäre Kanäle anzusprechen.

Ein "Wendepunkt" für die Krypto-Institutionalisierung

Die Einführung des MSBT wird als "Wendepunkt" für die Institutionalisierung von Kryptowährungen betrachtet. Paul Brody, ehemaliger Vorsitzender der Enterprise Ethereum Alliance und CEO von Nightfall Networks, hob hervor, dass der ETF von einer großen globalen Bank stammt. Obwohl bereits andere Firmen wie Grayscale, Franklin Templeton, Fidelity und WisdomTree Bitcoin-ETFs anbieten, verfügen diese laut Brody nicht über die gleiche Kundenbasis und Vertriebsstruktur wie Morgan Stanley, wobei Fidelity hier am nächsten kommt.

Morgan Stanley reagierte mit diesem Angebot auf eine "anständige Menge an Anfragen" von ihrer Wealth-Plattform sowie von vermögenden Privatkunden und institutionellen Kunden. Diese Klienten wollten verstehen, wie Bitcoin-Investitionen Portfolios ergänzen können. Wallace erklärte, dass dies ein Anstoß für die Bank war, zu erkennen, dass Kunden mehr Informationen wünschten und Bitcoin eine "sehr aktuelle Anlageklasse" sei.

Aggressive Gebührenstrategie und Wettbewerb

Ein herausragendes Merkmal des MSBT ist seine aggressive Gebührenstruktur. Mit einer Gebühr von 0,14 % bietet Morgan Stanley die niedrigste Kostenquote unter allen derzeit in den USA gehandelten Spot-Bitcoin-ETFs. Dies unterbietet etablierte Produkte wie BlackRocks IBIT (0,25 %), Grayscales Bitcoin Mini Trust (0,15 %), Bitwise (0,20 %) und Fidelitys Wise Origin Bitcoin Fund (0,25 %).

Allyson Wallace erklärte, dass die Bank bewusst eine differenzierte Strategie verfolgte, da sie nicht die erste auf dem Markt war. Die Kosten seien dabei ein wichtiger Hebel zur Differenzierung. Paul Brody sieht die niedrige Gebühr als "Zeichen ernsthafter Absicht, im Markt aufzuholen". Der Wettbewerb im Bereich der Bitcoin-ETFs hat sich seit der Zulassung der ersten Produkte Anfang 2024 intensiviert, wobei die Gebührenkompression ein zentrales Thema ist.

Umfassende Krypto-Strategie und zukünftige Pläne

Morgan Stanley verfolgt eine umfassende Krypto-Strategie, die über den MSBT hinausgeht. Die Bank hat bereits einen Solana-ETF beantragt, dessen Einführung für Anfang des dritten Quartals geplant ist. Darüber hinaus gibt es Pläne, den direkten Krypto-Handel für Bitcoin, Ethereum und Solana über die E*Trade-Plattform in der ersten Hälfte des Jahres 2026 zu ermöglichen und Verwahrungsdienste für die Wealth-Plattform hinzuzufügen.

Die Bank verwaltet per Dezember 2025 insgesamt 9,3 Billionen US-Dollar an Kundenvermögen über ein Netzwerk von 16.000 Finanzberatern. Morgan Stanley hat ihren Kunden bereits empfohlen, 2 % bis 4 % ihrer Portfolios in Kryptowährungen zu investieren, was ein erhebliches Vertriebspotenzial für den neuen ETF und zukünftige Produkte darstellt.

Risiken und Herausforderungen

Trotz des positiven Starts sind Investitionen in Bitcoin mit erheblichen Risiken verbunden. Bitcoin ist von seinem Hoch von 96.151 US-Dollar im Januar deutlich gefallen und notierte am Donnerstag bei 71.165 US-Dollar. Die Volatilität des Bitcoin-Preises ist eines der Hauptrisiken, die die Bank im 50-seitigen Abschnitt "Risikofaktoren" ihres Prospekts detailliert aufführt.

Zu den weiteren Risiken zählen:

  • Betrug und Manipulation auf dem Bitcoin-Markt, etwa durch "Wash Trading" oder "Front-Running".
  • Sicherheitsverletzungen und der mögliche Verlust oder die Zerstörung privater Schlüssel.
  • Änderungen an den Bitcoin-Netzwerkprotokollen und der Software.
  • Der massive Stromverbrauch, der zur Aufrechterhaltung des Bitcoin-Netzwerks erforderlich ist, und potenzielle Moratorien für das Bitcoin-Mining.
  • Mangelnde Regressmöglichkeiten im Betrugsfall und konkurrierende Produkte.

Allyson Wallace bestätigte, dass etwa 200 Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen, darunter Risiko, Compliance und globale Finanzkriminalität, an der Einführung des Bitcoin-ETFs beteiligt waren. Dies unterstreicht den umfassenden Aufwand, den die Bank betrieben hat, um alle möglichen Risiken zu identifizieren und zu bewältigen.

Für die Verwahrung der digitalen Assets des Bitcoin-ETFs arbeitet Morgan Stanley mit Coinbase und BNY Mellon zusammen. BNY Mellon fungiert zudem als Administrator und Transferagent und erbringt Dienstleistungen in den Bereichen Buchhaltung, Aufzeichnungen und Cash Management. Der MSBT verfolgt die Wertentwicklung von Bitcoin anhand des CoinDesk Bitcoin Benchmark 4PM NY Settlement Rate.

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