
MSCI belässt Krypto-Treasury-Firmen in globalen Indizes: MSTR-Aktie steigt
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Der globale Indexanbieter MSCI hat am Montag entschieden, vorerst keine Krypto-Treasury-Unternehmen aus seinen Global Investable Market Indexes auszuschließen. Diese Nachricht sorgte für einen deutlichen Kursschub bei Unternehmen wie Strategy Inc. (NASDAQ:MSTR) im nachbörslichen Handel.
MSCI verschiebt Ausschluss von Krypto-Treasury-Unternehmen
MSCI gab bekannt, dass die aktuelle Indexbehandlung von Unternehmen mit digitalen Vermögenswerten, deren Bestände 50 % oder mehr der gesamten Vermögenswerte ausmachen, "vorerst" unverändert bleibt. Die Entscheidung erfolgte nach einem Konsultationsprozess, bei dem institutionelle Anleger Bedenken äußerten, dass diese Unternehmen "Merkmale aufweisen, die denen von Investmentfonds ähneln".
Das Feedback der Konsultation deutete auch darauf hin, dass solche Unternehmen Teil einer größeren Gruppe von Einheiten sein könnten, deren Hauptaktivitäten eher anlageorientiert als operativ sind. MSCI erklärte, dass der Unterschied zwischen Investmentgesellschaften und anderen Firmen, die nicht-operative Vermögenswerte wie digitale Assets für Kernoperationen statt zu Investitionszwecken halten, "weitere Forschung und Konsultation" mit Marktteilnehmern erfordert.
Strategy und Michael Saylor begrüßen die Entscheidung
Die Entwicklung wurde von Strategy, dem weltweit größten Krypto-Treasury-Unternehmen, und seinem Gründer Michael Saylor positiv aufgenommen. Strategy äußerte sich in einem X-Post: "Ein starkes Ergebnis für neutrales Indexing und die wirtschaftliche Realität. Vielen Dank an unsere Investoren und die BTC-Community."
Strategy hält insgesamt 673.783 BTC, deren Wert sich auf beeindruckende 62,5 Milliarden US-Dollar beläuft. Das Unternehmen hatte sich zuvor vehement gegen den von MSCI vorgeschlagenen Schwellenwert von 50 % für digitale Vermögenswerte ausgesprochen und diesen als "diskriminierend, willkürlich und undurchführbar" bezeichnet.
Hintergrund der Debatte und potenzielle Auswirkungen
Strategy argumentierte, dass Krypto-Treasury-Firmen bei Marktpreisverschiebungen "ständig in und aus" wichtigen Indizes fallen würden, was Unsicherheit für Anbieter und passive Anleger schaffen würde. Das Unternehmen sah die Regel auch im Widerspruch zu "pro-innovativen Politiken".
Analysten von JPMorgan hatten geschätzt, dass Strategy bei einem Ausschluss aus wichtigen Benchmarks mit passiven Abflüssen von rund 2,8 Milliarden US-Dollar rechnen müsste. Michael Saylor bezeichnete diesen Bericht später als "alarmistisch".
Aktienkursreaktion und Ausblick
Die Aktien von Strategy (MSTR) stiegen im nachbörslichen Handel um 6,60 % auf 168,40 US-Dollar, wie Daten von Benzinga Pro zeigen. Während der regulären Handelssitzung hatte die Aktie noch 4,10 % niedriger bei 157,97 US-Dollar geschlossen. Über das vergangene Jahr hat MSTR einen Rückgang von 58 % verzeichnet und weist kurz-, mittel- und langfristig einen schwächeren Preistrend auf.
MSCI plant eine breitere Konsultation zur Behandlung von nicht-operativen Unternehmen in allen Sektoren, nicht nur bei Krypto-fokussierten Firmen. Zukünftige Kriterien könnten stärker auf Finanzberichtsindikatoren statt auf einfache Besitzschwellen setzen. Die unmittelbare Bedrohung durch erzwungene Indexabflüsse ist zwar vorerst gebannt, doch die Unsicherheit über die langfristige Klassifizierung bleibt bestehen.