
MSCI-Prüfung bedroht Strategy Inc.: Drohende Index-Exklusion und Milliarden-Abflüsse
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Strategy Inc. (NASDAQ:MSTR) kämpft vehement gegen die vorgeschlagene 50%-Schwelle von MSCI für digitale Vermögenswerte, die die Stabilität globaler Indizes gefährden könnte. Eine mögliche Entfernung aus wichtigen Benchmarks bis zum 15. Januar 2026 könnte massive Kapitalabflüsse von bis zu 8,8 Milliarden US-Dollar auslösen und die Aktie, die bereits 60% unter ihren Höchstständen notiert, weiter unter Druck setzen.
MSCI-Prüfung bedroht Indexstabilität
Strategy Inc., der weltweit größte börsennotierte Bitcoin-Halter, steht im Zentrum einer entscheidenden Überprüfung durch den Indexanbieter MSCI. MSCI evaluiert, ob Unternehmen mit einem hohen Anteil an digitalen Vermögenswerten in traditionellen Aktienindizes verbleiben sollen. Die vorgeschlagene Regelung sieht vor, Firmen auszuschließen, deren digitale Vermögenswerte 50% der Gesamtaktiva übersteigen.
Eine endgültige Entscheidung wird bis zum 15. Januar 2026 erwartet, vor der Neugewichtung im Februar. Michael Saylor, Executive Chairman von Strategy, bestätigte gegenüber Reuters, dass das Unternehmen aktiv mit MSCI im Dialog steht. Strategy ist derzeit in den Indizes Nasdaq 100, MSCI USA und MSCI World enthalten.
Strategys Argumente gegen die 50%-Schwelle
In einem 12-seitigen Schreiben an das MSCI Equity Index Committee argumentierte Strategy, dass die 50%-Schwelle zu einer Instabilität der globalen Indexkonstruktion führen würde. Bitcoin-Treasury-Firmen würden bei Preisschwankungen "ständig in und aus" großen Indizes fallen, was Unsicherheit für Anbieter und passive Anleger schafft. Strategy bezeichnete die Definition als willkürlich und ignorierend die operative Tätigkeit von Unternehmen, die ihre digitalen Vermögensbestände erweitern.
Das Unternehmen warnte, dass der Test Bitcoin-Reserve-Unternehmen effektiv den Zugang zu rund 15 Billionen US-Dollar an passiven Investitionsflüssen verwehren würde. Dies berge das Risiko, "Innovation auf Unternehmensebene zu ersticken", und forderte MSCI auf, nicht auf einer "Fehlcharakterisierung" von Bitcoin-Treasury-Unternehmen zu handeln.
Inkonsequente Bilanzierung und US-Politik
Ein zentrales Anliegen von Strategy ist die inkonsistente Bilanzierung von Bitcoin. Firmen, die nach IFRS bilanzieren, können Bitcoin zu Anschaffungskosten führen, während US GAAP eine Bewertung zum beizulegenden Zeitwert vorschreibt. Dies könnte dazu führen, dass zwei Unternehmen mit identischem Engagement aufgrund ihrer Gerichtsbarkeit unterschiedlich behandelt werden, was Fragen der Vergleichbarkeit und Neutralität aufwirft.
Strategy sieht den Vorschlag auch im Widerspruch zu föderalen Initiativen zur Förderung digitaler Vermögensinnovationen. Das Unternehmen verwies auf Bemühungen der Trump-Administration, wie die Strategic Bitcoin Reserve und die Unterstützung einer technologieneutralen Behandlung von Digital-Asset-Firmen.
Drohende Kapitalabflüsse und Marktvolatilität
JPMorgan schätzte, dass Strategy bei einer Entfernung aus wichtigen Benchmarks mit passiven Abflüssen von etwa 2,8 Milliarden US-Dollar rechnen müsste. Sollten andere Indexanbieter ähnliche Regeln übernehmen, könnte sich dieser Betrag auf bis zu 8,8 Milliarden US-Dollar erhöhen. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 59 Milliarden US-Dollar und fast 9 Milliarden US-Dollar in passiven Index-Tracking-Vehikeln könnte ein Ausschluss erheblichen Verkaufsdruck auslösen.
JPMorgan warnte, dass ein Ausschluss "Zweifel an den Kosten und der Fähigkeit des Unternehmens aufwerfen würde, in Zukunft Eigenkapital und Schulden aufzunehmen". Andere große Bitcoin-Treasury-Firmen wie Strive äußerten ähnliche Bedenken und schlugen optionale Benchmark-Versionen vor, die digitale Vermögensbestände ausschließen. MSCI begann im Oktober mit der Überprüfung seiner Methodik für digitale Vermögensbestände.
MSTR-Aktie im Abwärtstrend
Die Aktie von Strategy (MSTR) befindet sich in einem anhaltenden Abwärtstrend und notiert fast 60% unter ihren Höchstständen von 2025. In den letzten sechs Monaten hat MSTR rund 40% an Wert verloren, davon 11% in den letzten fünf Handelstagen, und über 37% in diesem Jahr. Die Aktie testet derzeit den früheren Unterstützungsbereich zwischen 185 und 200 US-Dollar. Ein Durchbruch könnte einen erneuten Test des jüngsten Tiefs nahe 165 US-Dollar nach sich ziehen.
Um den Trend zu ändern, müsste MSTR 212 US-Dollar zurückerobern und dann den Widerstand nahe 237 US-Dollar herausfordern. Bis diese Niveaus überwunden sind, werden Rallyes voraussichtlich innerhalb der breiteren bärischen Struktur verpuffen. Das "mNAV"-Spread zwischen Unternehmenswert und Bitcoin-Beständen ist auf knapp über 1,1 gefallen, den niedrigsten Stand seit der Pandemie.
Saylors Einschätzung und das Geschäftsmodell
Michael Saylor räumte die inhärente Volatilität der Unternehmensstruktur ein. Er sagte: "Die Aktie wird volatil sein, weil das Unternehmen auf verstärktem Bitcoin aufgebaut ist." Er fügte hinzu: "Wenn Bitcoin um 30%, 40% fällt, dann wird die Aktie stärker fallen, weil die Aktie darauf ausgelegt ist zu fallen."
Das Geschäftsmodell von Strategy, das auf dem Horten von Kryptowährungen basiert, um von Preisanstiegen zu profitieren und risikoscheueren Anlegern indirekten Zugang zu Bitcoin zu bieten, steht unter Druck. Der jüngste Rückgang des Bitcoin-Preises von seinem Oktober-Hoch über 120.000 US-Dollar, verstärkt durch makroökonomische Unsicherheiten und Bedenken einer KI-getriebenen Marktblase, belastet dieses Modell. Strategy ist mit über 660.000 BTC der größte öffentliche Bitcoin-Halter.