
Musk kritisiert Anthropic scharf nach Milliarden-Finanzierungsrunde
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Nach der Bekanntgabe einer beeindruckenden Finanzierungsrunde für das KI-Unternehmen Anthropic hat Tech-Milliardär Elon Musk scharfe Kritik geäußert. Musk bezeichnete die Modelle von Anthropic als "misanthropisch und böse" und warf ihnen rassistische sowie demografische Vorurteile vor. Diese Äußerungen fallen in eine Zeit intensiven Wettbewerbs und ethischer Debatten in der schnell wachsenden Künstlichen Intelligenz-Branche.
Musks scharfe Kritik an Anthropic
Elon Musk reagierte auf einen Post auf X, in dem Anthropic, bekannt für seine Claude-Sprachmodelle, eine Finanzierungsrunde von 30 Milliarden US-Dollar bei einer Post-Money-Bewertung von 380 Milliarden US-Dollar bekannt gab. In seiner Antwort, die innerhalb weniger Stunden über eine Million Aufrufe verzeichnete, behauptete Musk, die KI-Systeme des Unternehmens zeigten rassistische und demografische Vorurteile.
Musk schrieb: "Eure KI hasst Weiße & Asiaten, besonders Chinesen, Heterosexuelle und Männer. Das ist misanthropisch und böse." Er forderte das Unternehmen auf, dies zu beheben. Der Tesla-CEO spottete zudem über den Namen des Unternehmens: "Ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass ihr dem unvermeidlichen Ironie entgehen könnt, dass Anthropic am Ende misanthropisch wird. Ihr wart zu diesem Schicksal verdammt, als ihr euren Namen gewählt habt."
Milliarden-Finanzierungsrunde für Anthropic
Die jüngste Finanzierungsrunde von Anthropic zählt zu den größten privaten Tech-Fundraising-Runden überhaupt und wird laut CNBC nur von OpenAI übertroffen. Das Unternehmen, geführt von CEO und Mitbegründer Dario Amodei, plant, das Kapital für die Vertiefung der Grundlagenforschung im Bereich KI, die Beschleunigung der Produktinnovation rund um Claude und den Ausbau der Rechenleistung und Rechenzentren zu nutzen.
Diese massive Investition unterstreicht das enorme Vertrauen der Investoren in das Potenzial von Anthropic und seinen Claude-Modellen. Infrastruktur ist dabei ein entscheidender Faktor, da fortschrittliche KI-Modelle enorme Mengen an Grafikprozessoren und Energie benötigen, um weltweit skaliert werden zu können.
Der Wettbewerb im KI-Sektor
Musks Kritik ist auch im Kontext des direkten Wettbewerbs zu sehen. Seine eigene KI-Firma xAI und ihr Chatbot Grok konkurrieren direkt mit Anthropic’s Claude-Modellen. Musk hatte Anthropic bereits in der Vergangenheit kritisiert, unter anderem nachdem Berichte aufkamen, dass Anthropic xAI den Zugang zu Claude-Modellen verwehrt hatte.
Am 15. Januar schrieb Musk auf X: "Nicht ganz beim Programmieren, aber es wird in anderen Bereichen hervorragend sein. Anthropic hat etwas Besonderes mit dem Coding gemacht. Es war ein hilfreicher Motivator, dass sie uns [xAI] abgeschnitten haben und nicht gut für ihr Karma." Auch mit OpenAI-CEO Sam Altman, einem weiteren Schwergewicht der Branche, liegt Musk im Clinch. Die beiden tauschten im letzten Monat auf X Spitzen aus, nachdem Musk auf einen Beitrag reagierte, der ChatGPT mit mehreren Todesfällen in Verbindung brachte.
Die Debatte um KI-Bias
Die Anschuldigungen von Musk werfen erneut ein Schlaglicht auf die breitere Diskussion über Bias in der Künstlichen Intelligenz. KI-Modelle werden auf riesigen Datenmengen trainiert, die unbeabsichtigte Vorurteile enthalten können. Unternehmen versuchen, diese durch Sicherheitsebenen und Richtlinien zu korrigieren, doch die Kritik kehrt immer wieder zurück.
Anthropic positioniert sich selbst als ein sicherheitsorientiertes KI-Unternehmen. Die Vorwürfe von Musk berühren ein sensibles gesellschaftliches Thema, insbesondere in den USA, wo eine Debatte über politische Korrektheit und ideologische Steuerung innerhalb von KI-Systemen geführt wird. Reputationsschäden könnten die zukünftige Entwicklung und Partnerschaften von Anthropic beeinflussen, auch wenn das Unternehmen sich nicht sofort zu Musks Kommentaren äußerte.