
Musk spielt mit Ryanair-Übernahme: Starlink-Streit eskaliert zum Kaufangebot
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Elon Musk, der milliardenschwere Unternehmer und CEO von Tesla Inc. (NASDAQ:TSLA), hat erneut öffentlich über eine mögliche Übernahme der irischen Ultra-Low-Cost-Fluggesellschaft Ryanair Holdings PLC (NASDAQ:RYAAY) spekuliert. Dies geschah nach einer hitzigen Online-Auseinandersetzung mit Ryanair-CEO Michael O'Leary bezüglich der Installation von Starlink-Internetdiensten in der Flugzeugflotte.
Musk fragt nach Kaufpreis und schlägt neuen CEO vor
Am Montag, dem 19. Januar 2026, fragte Musk in einem Post auf X das offizielle Ryanair-Konto: „How much would it cost to buy you?“ Dies war eine Reaktion auf einen Tweet der Fluggesellschaft, der Wi-Fi in Flugzeugen als "Propaganda" abtat – ein subtiler Seitenhieb auf Musks Starlink-Satelliten-Internetdienst. Musk fügte hinzu, dass er nach einer Übernahme von Ryanair "einen Ryan an die Spitze von Ryan Air" setzen wolle, und erklärte: „It is your destiny.“ Kurz darauf startete er eine Umfrage auf seinem X-Profil, in der er Nutzer fragte, ob er das Unternehmen kaufen solle. Bis Montagnachmittag hatten 79 % der über 300.000 Teilnehmer zugestimmt.
Der Starlink-Streit mit Michael O'Leary
Die jüngsten Äußerungen Musks folgen auf eine öffentliche Auseinandersetzung mit Ryanair-CEO Michael O'Leary. O'Leary hatte die Idee, Starlink-Geräte in der Ryanair-Flotte zu installieren, abgelehnt. Er begründete dies mit erhöhten Treibstoffkosten durch das zusätzliche Gewicht und den Luftwiderstand der Geräte, die das Unternehmen jährlich 250 Millionen US-Dollar kosten könnten.
Musk bezeichnete O'Leary daraufhin als "utter idiot" und forderte dessen Entlassung. Er schlug vor, Ryanair zu kaufen, um dies zu bewerkstelligen. Starlink-Ingenieure konterten, dass ältere Systeme solche Nachteile verursachten, neuere Geräte jedoch nur 0,3 % oder weniger zusätzlichen Treibstoffverbrauch verursachen würden. O'Leary hatte Musk zuvor in einem Podcast als "Idioten" bezeichnet, der "null" über Flüge und Luftwiderstand wisse.
Ryanairs Geschäftsmodell: Fokus auf Kosteneffizienz
Ryanair ist bekannt für sein "No-Frills"-Modell auf Kurzstreckenflügen, bei dem für fast jede Annehmlichkeit, von Priority Boarding bis zur Möglichkeit, dass Freunde und Familien zusammensitzen, zusätzliche Gebühren erhoben werden. Das Unternehmen transportierte 2024-2025 200 Millionen Passagiere und ist damit eine der größten Fluggesellschaften der Welt.
CEO O'Leary hat in der Vergangenheit oft aufsehenerregende Ideen zur Kostensenkung geäußert:
- Er schlug einmal vor, Passagiere für die Nutzung der Bordtoiletten zu bezahlen, um eine Toilette entfernen und den Platz in sechs zusätzliche Sitze umwandeln zu können.
- 2012 bewarb er in einem Interview in "The Late Late Show" die Idee einer "Stehkabine", in der Reisende auf Kurzflügen aufrecht stehen würden, ein Konzept, das er als "sehr sicher" beschrieb.
Angesichts dieses unerbittlichen Fokus auf Kosteneffizienz erscheint die Einführung von Starlink-Internetdiensten, die Musk über SpaceX anbietet, bei Ryanair unwahrscheinlich.
Finanzielle Aspekte und Marktreaktion
Ryanair hat eine Marktkapitalisierung von 35,84 Milliarden US-Dollar. Dies ist nur ein Bruchteil von Musks geschätztem Nettovermögen von 640 Milliarden US-Dollar. Obwohl Musks Äußerungen als Scherz interpretiert werden könnten, stiegen die Aktien von Ryanair nach seinem Post über Nacht um 4,45 %.
Die Aktie erzielt in Benzingas Edge Stock Rankings hohe Werte bei Momentum und Value und weist einen günstigen Preistrend auf kurze, mittlere und lange Sicht auf. Eine Übernahme von Ryanair als Aktiengesellschaft würde von Musk ein Übernahmeangebot an die Aktionäre oder eine feindliche Übernahme erfordern.