Musk vs. Altman: Brisante Enthüllungen im OpenAI-Prozess um KI-Milliarden

Musk vs. Altman: Brisante Enthüllungen im OpenAI-Prozess um KI-Milliarden

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Der aufsehenerregende Zivilprozess von Elon Musk gegen Sam Altman und OpenAI hat diese Woche mit Musks Rückkehr in den Zeugenstand eine neue Phase erreicht. Im Mittelpunkt stehen Musks Vorwürfe, OpenAI habe seine ursprüngliche Non-Profit-Mission zugunsten von Profitinteressen aufgegeben, während die Verteidigung Musks Klage als Versuch darstellt, einen Rivalen auszuschalten. Der vierte Prozesstag begann am Donnerstag mit Musks Befragung durch William Savitt, den Hauptanwalt von OpenAI und Altman, sowie kurzzeitig durch einen Anwalt von Microsoft, das ebenfalls als Beklagter genannt wird.

Musks Vorwürfe und die Rolle von xAI

Elon Musk wirft OpenAI vor, von einer Non-Profit-Organisation zu einem gewinnorientierten Unternehmen übergegangen zu sein, was er als Betrug an der Gründungsvereinbarung betrachtet. Er behauptet, die von ihm getätigten Spenden seien missbräuchlich verwendet worden, um die Beklagten zu bereichern. Musk fordert die Entfernung von Sam Altman und Greg Brockman aus ihren Führungspositionen und den Verzicht auf deren Anteile.

Die Verteidigung argumentiert, Musks Klage sei motiviert durch den Wunsch, einen Konkurrenten zu seinem eigenen KI-Unternehmen xAI, dem Hersteller von Grok, auszuschalten. Musk wies diese Anschuldigungen zurück und bezeichnete xAI als "sehr klein", etwa ein Zehntel der Größe von OpenAI. Er ordnete seine KI-Rivalen nach Größe: Anthropic an erster Stelle, OpenAI an zweiter, Google an dritter und dann "einige chinesische Open-Source-Modelle".

Trotz dieser Aussage hat Musk aggressive Schritte unternommen, um xAI zu stärken. Dazu gehören die Fusion mit seinem Raketenunternehmen SpaceX Anfang des Jahres und ein kürzlich angekündigter Deal mit dem KI-Codierungs-Startup Cursor, der SpaceX das Recht einräumt, es für 60 Milliarden US-Dollar zu erwerben.

Richterin unterbindet "Terminator"-Szenarien

Während seiner Zeugenaussage hatte Elon Musk, CEO von Tesla und SpaceX, mehrfach auf ein von ihm als "Terminator"-Szenario bezeichnetes KI-Apokalypse-Szenario Bezug genommen. US-Bezirksrichterin Yvonne Gonzalez Rogers setzte dem am Donnerstag ein Ende. "Wir werden in diesem Fall nicht über das Aussterben sprechen", wies Gonzalez Rogers Musk an.

Die Rüge erfolgte, nachdem Musk Fragen zu Teslas Robotergeschäft und seinen früheren Kommentaren zum "Aufbau einer Roboterarmee" beantwortet hatte. Musk betonte, Tesla stelle keine Waffen her und wolle keine "Terminator-Situation", da die "schlimmste Situation wäre, dass KI uns alle tötet". Die Richterin strich auch Musks wiederholte Aussage "man kann eine Wohltätigkeitsorganisation nicht einfach stehlen" aus dem Protokoll.

Zeugenaussage von Musks Vermögensverwalter Jared Birchall

Jared Birchall, Musks Vermögensverwalter und ehemaliger Morgan Stanley Banker, war der zweite Zeuge, der von Musks Anwaltsteam aufgerufen wurde. Er sagte aus, dass Musk 38 Millionen US-Dollar in etwa 60 Spenden an den ChatGPT-Hersteller sowie monatliche Mietbeiträge an OpenAI geleistet habe. Musk behauptet, diese Gelder seien missbräuchlich verwendet worden.

Im Kreuzverhör befragte William Savitt, OpenAIs Anwalt, Birchall, ob Musk jemals spezifische Anweisungen oder Einschränkungen zur Verwendung der Gelder gegeben habe. Birchall antwortete: "Es gab ein größeres Verständnis, wie man es erwarten würde, zwischen Elon und anderen Gründungsmitgliedern von OpenAI." Er fügte hinzu: "Ich glaube nicht, dass 'für jeden beliebigen Zweck, zu jeder Zeit' die beabsichtigte Verwendung dieser Gelder war."

Savitt befragte Birchall auch zu einer Büro-Sharing-Vereinbarung von 2018 zwischen OpenAI und Musks Neuralink, das menschliche Gehirne mit Computern verbinden will. Der Anwalt verwies auf E-Mails zwischen Birchall und einem anderen OpenAI-Mitarbeiter, in denen Birchall aufgrund des wachsenden Profils von OpenAI bewaffnete Sicherheitskräfte für das Gebäude forderte. Birchall bestätigte, dass die Kosten für die Sicherheitsvorkehrungen mit Neuralink geteilt wurden. Birchall war bis vor kurzem Unternehmenssekretär von xAI und hatte auch Positionen bei Neuralink und The Boring Company inne.

Die finanziellen und persönlichen Einsätze

Der Prozess, der voraussichtlich einen Monat dauern wird, dreht sich um die Frage, ob Musk 2019 betrogen wurde, als Sam Altman den Übergang von OpenAI von einer Non-Profit- zu einer For-Profit-Einheit leitete. Musk fordert die Entfernung von Altman und Greg Brockman aus ihren Führungspositionen und den Verzicht auf deren Anteile, falls sie haftbar gemacht werden.

Musks Anwälte fordern bis zu 138 Milliarden US-Dollar an Schadensersatz, die an den Non-Profit-Arm von OpenAI umgeleitet werden sollen. OpenAI, das derzeit auf über 850 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, könnte bei einem Urteil zugunsten Musks einen geplanten Börsengang im Jahr 2026 gefährdet sehen. Die Klage richtet sich persönlich gegen Altman und seine Kollegen, was die persönliche Dimension des Konflikts unterstreicht.

Hunderte von Gerichtsakten haben private E-Mails, Textnachrichten und Tagebucheinträge von Musk, Altman und anderen OpenAI-Gründern enthüllt. Diese Dokumente, darunter auch Einträge von Greg Brockman, werfen ein Licht auf die Entstehung des Unternehmens und die Spannungen vor Musks Abgang 2018. OpenAI hat Brockmans Tagebucheinträge als "rosinenpickend" durch Musks Anwaltsteam bezeichnet.

Ausblick auf die kommenden Prozesstage

Die erste Prozesswoche endete mit der Zeugenaussage von Jared Birchall, da die Jury am Freitag nicht tagen wird. Die neunköpfige Jury, bestehend aus sechs Frauen und drei Männern, wird in der kommenden Woche weitere Zeugenaussagen hören.

Als wichtiger Zeuge wird Greg Brockman, Präsident und Mitbegründer von OpenAI, erwartet. Seine Tagebucheinträge, die die Zeit vor Musks Abgang 2018 beleuchten, sind entscheidend für den Fall. Ein Eintrag Brockmans lautet: "Seine Geschichte wird korrekterweise sein, dass wir am Ende nicht ehrlich zu ihm waren, dass wir das gewinnorientierte Unternehmen immer noch ohne ihn machen wollten." Ein weiterer Eintrag besagt: "es wäre falsch, ihm die Non-Profit-Organisation zu stehlen. Ohne ihn in eine B-Corp umzuwandeln, das wäre ziemlich moralisch bankrott. Und er ist wirklich kein Idiot."

Erwähnte Persönlichkeiten