
Nach Maduros Festnahme: USA setzen auf Öl-Quarantäne und behalten alle Optionen für Venezuela
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Nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA am Samstag und seiner Überführung in ein New Yorker Haftzentrum, wo er sich wegen Drogenhandels und Zusammenarbeit mit terroristischen Organisationen verantworten muss, hat US-Außenminister Marco Rubio die strategischen Optionen der Vereinigten Staaten für Venezuela dargelegt. Präsident Trump hatte zuvor erklärt, die USA würden Venezuela während der Übergangsphase vorübergehend "führen".
US-Strategie nach Maduros Festnahme
Präsident Trump betonte, er scheue sich nicht davor, amerikanische Militärpräsenz in Venezuela zu zeigen. Marco Rubio bekräftigte am Sonntag, dass der Präsident "immer die Optionalität in allen diesen Angelegenheiten behält". Er habe die verfassungsmäßige Befugnis und das Recht, gegen unmittelbare und dringende Bedrohungen für die Vereinigten Staaten vorzugehen.
Rubio stellte klar, dass der Präsident verfügbare Optionen für die USA nicht öffentlich ausschließen werde, auch wenn diese derzeit nicht im Vordergrund stünden. Die aktuellen Maßnahmen konzentrieren sich auf eine "Öl-Quarantäne", die den USA erheblichen Einfluss auf die weitere Entwicklung in Venezuela ermöglicht.
Die Rolle von Marco Rubio
Marco Rubio spielte eine zentrale Rolle bei der Planung der Absetzung von Nicolás Maduro. Insidern zufolge wird Trump sich stark auf Rubio stützen, um Venezuela vorübergehend zu "führen", seine Ölvermögen aufzuteilen und eine neue Regierung einzusetzen. Diese Aufgabe wird als "verblüffend" beschrieben, angesichts der Vielzahl an Entscheidungen in den Bereichen Energie, Wahlen, Sanktionen und Sicherheit.
Rubios Spanischkenntnisse, seine Vertrautheit mit lateinamerikanischen Staats- und Oppositionsführern machen ihn zu einem natürlichen Ansprechpartner für Präsident Trump. Die Themen der Region liegen ihm besonders am Herzen, was auf die Erfahrungen seiner Eltern zurückzuführen ist, die Kuba vor der kommunistischen Machtübernahme 1959 verließen.
Öl-Quarantäne als Hebel
Die USA haben eine Marinepräsenz in der Region aufgebaut, die bereits über 30 Boote angegriffen hat. Diese Einheiten sind in der Lage, nicht nur Drogenboote, sondern auch sanktionierte Schiffe zu stoppen, die Venezuela anlaufen oder verlassen, und so einen wichtigen Teil der Einnahmengenerierung des Regimes zu lähmen. Die "Quarantäne" ermöglicht es den USA, sanktionierte Öllieferungen mit einem Gerichtsbeschluss zu beschlagnahmen.
Rubio bezeichnete die Ölindustrie des Landes als "rückständig" und argumentierte, dass "kein Geld aus dem Öl zu den Menschen gelangt, es wird alles von den Leuten an der Spitze gestohlen." Die Quarantäne soll als "enormer Hebel" dienen, bis Veränderungen eintreten, die sowohl den nationalen Interessen der USA dienen als auch eine bessere Zukunft für die Menschen in Venezuela ermöglichen.
Nationale Interessen der USA
Die Ziele der USA in Bezug auf Venezuela sind klar definiert. Washington will, dass der Drogenhandel gestoppt wird, keine weiteren Bandenmitglieder in die USA gelangen und die Präsenz des Iran und Kubas beendet wird. Die Ölindustrie des Landes soll den Menschen zugutekommen und nicht "Piraten und Gegnern der Vereinigten Staaten".
Rubio betonte, dass die Situation in Venezuela anders zu bewerten sei als in anderen außenpolitischen Angelegenheiten. "Das ist nicht der Nahe Osten", sagte er und verwies auf die Unterschiede zu Konflikten in Libyen, Irak oder Afghanistan. Im westlichen Hemisphäre sei Venezuela unter dem Regime Maduros zu einem "Kreuzweg für Hisbollah, für den Iran und für jeden anderen bösartigen Einfluss in der Welt" geworden.
Übergangsphase und zukünftige Ziele
Die Forderung nach sofortigen Wahlen nach Maduros Festnahme bezeichnete Rubio als "absurd". Er erklärte, dass solche Prozesse Zeit bräuchten. Auf die Frage, ob die USA mit Maduros Vizepräsidentin Delcy Rodríguez zusammenarbeiten könnten, antwortete Rubio: "Wir werden es herausfinden." Präsident Trump hatte zuvor Gespräche mit ihr gelobt, doch Rodríguez widersprach Trumps Plänen für ihr Land.
Die USA streben an, dass Venezuela sich zu einem Land entwickelt, das sich grundlegend vom heutigen Zustand unterscheidet. Dies sei im nationalen Interesse der USA und im Interesse der venezolanischen Bevölkerung. Die langfristigen Ziele sind "sehr einfach": Im 21. Jahrhundert soll es unter der Trump-Administration kein Land wie Venezuela in der Einflusssphäre der USA geben, das als Drehscheibe für schädliche Einflüsse dient.