Nahost-Konflikt erschüttert globale Märkte: Öl steigt, Aktien fallen

Nahost-Konflikt erschüttert globale Märkte: Öl steigt, Aktien fallen

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Die Eskalation des Nahost-Konflikts nach dem Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Trump an den Iran hat die globalen Finanzmärkte am Montag stark unter Druck gesetzt. Aktienkurse fielen weltweit, während die Ölpreise kräftig anzogen und traditionelle sichere Häfen wie Anleihen und Gold ihre Schutzfunktion verloren. Die vierte Woche des Konflikts zeigt keine Anzeichen einer Deeskalation, was die Unsicherheit weiter verstärkt.

Eskalation im Nahen Osten treibt Märkte in die Tiefe

US-Präsident Trump hatte dem Iran eine 48-Stunden-Frist gesetzt, die am Montag, dem 23. März, ablief, um die Straße von Hormus vollständig zu öffnen. Andernfalls drohte Trump, die wichtigsten Kraftwerke des Iran zu "vernichten". Teheran kündigte daraufhin Vergeltungsschläge gegen Energie- und Wasseranlagen in der gesamten Golfregion an. Diese verschärfte Rhetorik hat die globalen Märkte in Aufruhr versetzt.

Energiepreise im Aufwind

Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben die Ölpreise deutlich in die Höhe getrieben. Am Montagmorgen überschritt der globale Brent-Rohöl-Benchmark die Marke von 113 US-Dollar pro Barrel. Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) erreichte kurzzeitig 100 US-Dollar, bevor er leicht nachgab. Die durchschnittlichen US-Benzinpreise an den Zapfsäulen drohen nun, die Marke von 4 US-Dollar pro Gallone zu überschreiten.

Globale Aktienmärkte unter Druck

Die Angst vor einer weiteren Eskalation des Konflikts führte zu einem weltweiten Ausverkauf an den Aktienmärkten. In Asien fielen die wichtigsten Indizes am Montag deutlich:

  • Japans Nikkei schloss mit einem Minus von 3,5 Prozent, was die März-Verluste auf über 12 Prozent erhöhte.
  • Südkoreas KOSPI verlor fast 6 Prozent, wobei zum vierten Mal in diesem Monat eine Handelsbeschränkung aktiviert wurde.

Der MSCI-Index für globale Aktien fiel auf den niedrigsten Stand seit November 2025. Auch europäische Aktien starteten schwächer in den Montag, der STOXX 600 fiel um mehr als 2 Prozent und erreichte ein Vier-Monats-Tief. Die Wall Street Futures notierten vor Handelsbeginn ebenfalls im roten Bereich.

Anleihen und Gold verlieren an Attraktivität

Auch Staatsanleihen, die üblicherweise als sichere Häfen gelten, wurden von der Verkaufswelle erfasst und setzten den Ausverkauf der Vorwoche fort. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen stiegen auf den höchsten Stand seit neun Monaten. Dies deutet darauf hin, dass Anleihen derzeit keine Schutzfunktion bieten. Selbst Gold, ein weiterer traditioneller sicherer Hafen, setzte seinen Rückgang fort. In diesem Umfeld scheint Bargeld für viele Anleger die einzige Option zu sein, während der US-Dollar gegenüber einem Korb wichtiger Währungen leicht zulegte.

Zentralbanken unter Inflationsdruck

Die Energiepreisschocks infolge des Konflikts schüren Inflationsängste und beeinflussen die Erwartungen an die Geldpolitik der Zentralbanken. Die Futures-Kurve der US-Notenbank Fed preist in diesem Jahr keine zusätzlichen Lockerungen mehr ein. Stattdessen sehen die Fed-Futures nun eine 75-prozentige Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bis zum Jahresende. Auch die Geldmärkte erwarten aufgrund der potenziellen Inflationsauswirkungen des Energieschocks nun drei Zinserhöhungen sowohl von der Europäischen Zentralbank (EZB) als auch von der Bank of England für den Rest des Jahres.

Yen unter Beobachtung

Der japanische Yen geriet ebenfalls unter Druck und näherte sich der Schwelle von 160 US-Dollar. Die japanische Regierung signalisierte ihre Bereitschaft, bei anhaltender Devisenmarktvolatilität zu intervenieren. Trotz jüngster restriktiver Äußerungen von Bank of Japan Gouverneur Kazuo Ueda konnte die angeschlagene Währung bisher keine Erholung verzeichnen.