Nahost-Konflikt treibt US-Benzinpreise und Rohölmärkte in die Höhe

Nahost-Konflikt treibt US-Benzinpreise und Rohölmärkte in die Höhe

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Die Benzinpreise in den Vereinigten Staaten sind in den letzten Wochen deutlich gestiegen, was Autofahrer überrascht und die Erwartungen für 2026 untergraben hat. Dieser Anstieg ist eine direkte Folge des eskalierenden Konflikts im Nahen Osten, der die globalen Rohölmärkte massiv beeinflusst und wichtige Schifffahrtsrouten gefährdet.

Steigende Benzinpreise in den USA

Die amerikanischen Verbraucher sehen sich mit einem unerwarteten Anstieg der Benzinpreise konfrontiert. Seit Anfang 2026 sind die Einzelhandelspreise für Benzin um fast 30 Prozent gestiegen. Am 13. März lag der durchschnittliche US-Benzinpreis laut GasBuddy bei 3,643 US-Dollar pro Gallone, während AAA einen Durchschnitt von 3,63 US-Dollar pro Gallone meldete. Dies entspricht einem Anstieg von etwa 22 Prozent in den letzten zwei Wochen.

Andere Berichte zeigten, dass der nationale Durchschnitt für eine Gallone regulären Benzins bei 3,25 US-Dollar lag, ein Anstieg von fast 9 Prozent in der letzten Woche (von 2,98 US-Dollar) und 27 Cent seit der Vorwoche. Vor einem Monat lag der Durchschnitt bei 2,89 US-Dollar pro Gallone. Ein weiterer Bericht nannte einen Durchschnittspreis von 3,19 US-Dollar pro Gallone am Mittwoch, ein Plus von 7,2 Prozent gegenüber der Vorwoche. Ein ähnlicher wöchentlicher Sprung wurde zuletzt im März 2022 nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine verzeichnet.

Die Preise variieren stark je nach Bundesstaat:

  • Die teuersten Staaten sind Kalifornien mit 4,81 US-Dollar, Washington mit 4,44 US-Dollar und Hawaii mit 4,43 US-Dollar.
  • Die günstigsten Staaten sind Oklahoma mit 2,79 US-Dollar, Mississippi mit 2,81 US-Dollar und Kansas mit 2,83 US-Dollar.

Die EIA hatte in ihrem Monatsbericht für Februar einen nationalen Durchschnittspreis von 2,91 US-Dollar pro Gallone für das Jahr prognostiziert.

Globale Rohölmärkte unter Druck

Die Rohölpreise haben ebenfalls stark zugelegt. Am 13. März schloss Brent Rohöl, der globale Referenzwert, bei 103,14 US-Dollar pro Barrel, ein Anstieg von 2,7 Prozent am Tag und 69,5 Prozent seit dem 31. Dezember. Light sweet crude, der US-Referenzwert, beendete den Handel bei 98,71 US-Dollar pro 42-Gallonen-Barrel, ein Plus von 3,1 Prozent am Tag, 8,6 Prozent für die Woche und 72 Prozent seit dem 31. Dezember 2025. Während des Tages erreichte er sogar 99,32 US-Dollar.

Diese Preise sind die höchsten seit Juni 2022, als die Ölpreise infolge des russischen Einmarsches in die Ukraine und der Lockerung der COVID-19-Pandemie in die Höhe schnellen. Die aktuellen Rohölpreise liegen im mittleren 70-Dollar-Bereich pro Barrel, wobei Brent Rohöl diese Woche um mehr als 13 Prozent auf rund 81 US-Dollar pro Barrel gestiegen ist. Peter Cardillo, Chefmarktökonom bei Spartan Capital in New York, prognostiziert, dass die Ölpreise nächste Woche über 125 US-Dollar steigen könnten, sollte die Straße von Hormus blockiert bleiben.

Der Anstieg der Rohölpreise wurde durch die Eskalation der Kämpfe im Nahen Osten ausgelöst, insbesondere nachdem US-amerikanische und israelische Streitkräfte den iranischen Obersten Führer Ali Khamenei bei einem Luftangriff am Wochenende ausgeschaltet hatten. Patrick DeHaan, Senior Petroleum Analyst bei GasBuddy, kommentierte, dass "die Ölpreise sich gefestigt haben, da Händler das Potenzial für eine weitere Eskalation bewerten, und während Fundamentaldaten wie Lagerbestände und Raffinerieaktivitäten wichtige Anker bleiben, hat das Risiko einer breiteren Instabilität – insbesondere in Bezug auf wichtige Transitrouten – neue Unsicherheit in die Energiemärkte gebracht."

Die Rolle der Straße von Hormus

Die Straße von Hormus, eine 22 Meilen breite Wasserstraße, die den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean verbindet, ist ein kritischer Engpass für den globalen Ölhandel. Etwa 20 Prozent des weltweiten Rohöls passieren diese Meerenge, der Großteil davon ist für asiatische Kunden wie China bestimmt. Die sichere Passage von Tankern durch die Straße ist ein Schlüsselelement zur Unterstützung der Weltwirtschaft.

Derzeit ist die Straße effektiv blockiert. Iran eskortiert zwar Tanker mit geladenem iranischem Öl, aber Tanker, die Öl für Länder wie Saudi-Arabien, Kuwait oder Oman transportieren, bleiben vor Anker. Seeversicherer weigern sich, diese Schiffe oder ihre Ladungen zu versichern, wenn sie versuchen, die Straße zu passieren. Normalerweise passieren etwa 80 Öl- und Gastanker die Straße von Hormus täglich; am Montag passierten nur zwei, am Dienstag nur einer.

Auswirkungen auf die Finanzmärkte

Der Krieg zwischen Israel, den Vereinigten Staaten und Iran hat die Aktienmärkte insgesamt belastet. Am 13. März sank der Standard & Poor's 500 Index um 0,7 Prozent auf 6.629 Punkte. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 0,3 Prozent auf 46.534 Punkte, und der Nasdaq Composite verzeichnete einen Rückgang von 0,9 Prozent auf 22.105 Punkte.

Energieaktien zeigten sich jedoch größtenteils widerstandsfähig und verzeichneten Gewinne. Exxon Mobil stieg beispielsweise um 1,7 Prozent auf 2156,12 US-Dollar.

Internationale Bemühungen zur Preisdämpfung

Trotz der Versprechen der Vereinigten Staaten und der Mitgliedsländer der Internationalen Energieagentur (IEA), Millionen von Barrel Öl auf die globalen Märkte freizugeben, sind die Ölpreise gestiegen. Die Vereinigten Staaten planen, in den nächsten vier Monaten 172 Millionen Barrel Rohöl freizugeben. Die IEA-Mitglieder beabsichtigen, insgesamt 400 Millionen Barrel freizusetzen.

Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Ölpreise zu senken, konnten den Aufwärtstrend jedoch bisher nicht stoppen.

Hintergrund des Konflikts und weitere Faktoren

Der Konflikt im Nahen Osten, der durch die Kampagne der USA und Israels gegen Iran ausgelöst wurde, hat weitreichende Auswirkungen. Präsident Trump und seine Regierung argumentieren täglich, dass die Kampagne erfolgreich sei, doch die Märkte und die Zapfsäulen zeigen ein anderes Bild.

Neben den geopolitischen Spannungen tragen auch andere Faktoren zu den Preissteigerungen bei. Es gab Berichte über die Schließung von 1,5 Millionen Barrel pro Tag (BBL/d) der irakischen Produktion und 292.000 BBL/d der katarischen Raffineriekapazität, die offline ist. Eine Raffinerie mit einer Verarbeitungskapazität von 555.000 BBL/d wurde am Montag nach einem erneuten Angriff stillgelegt.

Die Nachfrage nach raffinierten Erdölprodukten blieb stark; die EIA meldete für den Sieben-Tages-Zeitraum bis zum 20. Februar einen Durchschnitt von 21,4 Millionen BBL/d, ein Anstieg von 5,4 Prozent gegenüber der Vorwoche. Die USA haben militärische Eskorten und Versicherungen für Schiffe in den regionalen Gewässern vorgeschlagen, um die Sicherheit des Seeverkehrs zu gewährleisten.