Nahost-Konflikt: US-Benzinpreise erreichen 4-Dollar-Marke – Wirtschaft unter Druck

Nahost-Konflikt: US-Benzinpreise erreichen 4-Dollar-Marke – Wirtschaft unter Druck

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Die Benzinpreise in den Vereinigten Staaten sind erstmals seit mehr als drei Jahren über 4 US-Dollar pro Gallone gestiegen. Dieser Anstieg ist eine direkte Folge des Nahost-Krieges, der die Ölversorgung massiv beeinträchtigt und die Kosten für Familien rapide in die Höhe treibt. Die Entwicklung belastet die US-Wirtschaft und die Verbraucher gleichermaßen.

Benzinpreise in den USA überschreiten 4-Dollar-Marke

Der landesweite Durchschnittspreis an den Zapfsäulen erreichte 4,018 US-Dollar pro Gallone, wie der Reiseverband AAA mitteilte. Dies ist der höchste Stand seit August 2022, als der Krieg Russlands gegen die Ukraine die Energiemärkte erschütterte. Laut AAA-Daten sind die Benzinpreise seit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran Ende Februar um mehr als 30 % gestiegen. GasBuddy-Daten bestätigten am Montag, dass der nationale Durchschnittspreis für Benzin die 4-Dollar-Marke überschritten hat. Der aktuelle Preis liegt über einen Dollar höher als vor Kriegsbeginn, was einem Anstieg von etwa 36 % oder 1,06 US-Dollar pro Gallone seit Ende Februar entspricht.

Geopolitische Spannungen treiben Ölpreise in die Höhe

Der Konflikt im Nahen Osten hat die Rohölpreise, den Hauptbestandteil von Benzin, stark beeinflusst. Seit Kriegsbeginn sind die Ölpreise um mehr als 50 % gestiegen. Die Brent-Preise, der internationale Referenzwert, steuern auf den größten monatlichen Gewinn seit der Einführung des Futures-Kontrakts im Jahr 1988 zu. US-Rohöl verzeichnet den größten Anstieg in einem einzigen Monat seit 2020.

David Doyle, Leiter der Wirtschaftsanalysen bei der Macquarie Group, prognostiziert, dass der durchschnittliche monatliche Benzinpreis im März voraussichtlich 25 % höher sein wird als im Februar. Dies wäre der größte monatliche Anstieg seit Oktober 1990. Die wesentliche Schließung der Straße von Hormuz durch den Iran, ein wichtiger Engpass für den Handel, trägt ebenfalls zu den steigenden Preisen bei.

Weitreichende Folgen für Verbraucher und Wirtschaft

Die steigenden Kraftstoffpreise haben weitreichende Auswirkungen auf die US-Haushalte und die Wirtschaft. Eine Reuters/Ipsos-Umfrage ergab, dass 55 % der Befragten angaben, ihre Haushaltsfinanzen seien durch die Benzinpreiserhöhungen zumindest "etwas" belastet worden, wobei 21 % eine "erhebliche" Belastung nannten. Jeremy Siegel, Ökonom bei WisdomTree, merkte an, dass Benzin der sichtbarste Preis in der Wirtschaft für Verbraucher ist und ein Sprung sofort die Psychologie beeinflusst.

Besonders betroffen sind auch die Dieselpreise, die am 17. März die Marke von 5 US-Dollar pro Gallone überschritten haben und derzeit über 40 % höher liegen als vor dem Konflikt. Dies hat weitreichende Folgen für die US-Wirtschaft, da Diesel von Lastwagen und Güterzügen für den Warentransport verwendet wird. Andy Lipow, Präsident von Lipow Oil Associates, warnte, dass die vollen Auswirkungen der höheren Dieselpreise noch nicht spürbar sind und sich in den nächsten Monaten in der Wirtschaft niederschlagen werden.

Reaktionen der US-Regierung und Ausblick

Die US-Regierung hat auf die Krise reagiert. Lee Zeldin, Leiter der Environmental Protection Agency (EPA), äußerte sich besorgt über eine mögliche Störung der amerikanischen Kraftstoffversorgung. Die EPA hebt vorübergehend einige Vorschriften auf, um die Benzinversorgung zu erhöhen und die Preise zu senken. Vizepräsident JD Vance sprach von einem "schwierigen Weg", versprach jedoch, dass der Preisanstieg vorübergehend sei und die Preise nach Kriegsende fallen würden. Er betonte am 18. März in Auburn Hills, Michigan: "Wir haben ein Problem, wir wissen, dass wir ein Problem haben, und wir tun alles, was wir können, um es anzugehen."

Die Trump-Administration hat ebenfalls Schritte unternommen, um den Anstieg der Energiepreise zu mildern, darunter eine 60-tägige Ausnahmeregelung vom Jones Act-Schifffahrtsgesetz. Diese erlaubt vorübergehend ausländischen Schiffen, Kraftstoff, Dünger und andere Güter zwischen US-Häfen zu transportieren, wobei Brancheninsider jedoch nur einen marginalen Einfluss auf die Preiserhöhungen erwarten. Die hohen Benzinpreise stellen auch ein politisches Problem für Präsident Donald Trump und seine Republikanische Partei dar, da sie vor den Zwischenwahlen im November um ihre knappen Mehrheiten im US-Kongress kämpfen. Pavel Molchanov, Analyst bei Raymond James, zieht Parallelen zum Ukraine-Krieg 2022, erwartet aber, dass die aktuelle Krise kürzer sein wird und die Preise in den nächsten Wochen zu sinken beginnen könnten, sofern die Rohölpreise nicht weiter stark ansteigen.

Erwähnte Persönlichkeiten