
NASCAR-Kartellrechtsstreit beigelegt: Charters werden permanent – Michael Jordan siegt
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Nach einem intensiven Kartellrechtsstreit hat NASCAR am Donnerstag eine Einigung mit zwei ihrer Rennteams erzielt: 23XI Racing, dessen Miteigentümer die NBA-Legende Michael Jordan ist, und Front Row Motorsports. Der Vergleich, der am neunten Prozesstag vor US-Bezirksrichter Kenneth Bell zustande kam, markiert einen Wendepunkt für die Zukunft des US-amerikanischen Stockcar-Rennsports und insbesondere für die finanzielle Stabilität der Teams.
Ein historischer Vergleich im US-Rennsport
Die Einigung beendet einen Rechtsstreit, der NASCAR über ein Jahr lang begleitet hatte und die Serie als "monopolistischen Tyrannen" darstellte. Michael Jordan äußerte sich nach der Bekanntgabe des Deals zufrieden: "Heute ist ein guter Tag." Auch Jeffrey Kessler, Anwalt der Kläger, zeigte sich erfreut und betonte, dass die Einigung der gesamten Branche zugutekommen werde. Richter Bell lobte den Vergleich als "großartig für NASCAR, großartig für die Zukunft von NASCAR, großartig für die Entität von NASCAR, großartig für die Teams und letztendlich großartig für die Fans."
Der Kern des Konflikts: Die Charter-Systematik
Im Zentrum des Rechtsstreits stand das Charter-System von NASCAR, das den Teams den Zugang zu den Top-Level-Rennen der Cup Series und einen festen Einnahmestrom garantiert. Im September 2024 legte NASCAR ein neues, 112-seitiges Charter-Angebot vor, das die Teams bis zum Ende des Tages unterzeichnen mussten. 13 von 15 Organisationen stimmten widerwillig zu, doch 23XI Racing und Front Row Motorsports weigerten sich und klagten stattdessen. Sie fuhren den Großteil der Saison 2025 ohne Charter.
Alle Teams empfanden die vorherige Einnahmenverteilung als unfair. Nach über zwei Jahren zäher Verhandlungen präsentierte NASCAR ein "Friss-oder-stirb"-Angebot. Die Teams waren der Ansicht, dass die neue Vereinbarung vier ihrer Hauptforderungen nicht erfüllte, wobei die Dauerhaftigkeit der Charters anstelle einer bloßen Verlängerbarkeit die wichtigste war.
Michael Jordans Rolle und die Klage
Michael Jordan, Miteigentümer von 23XI Racing, spielte eine entscheidende Rolle in dem Verfahren. Er sagte vor Gericht aus und erklärte, er habe das Gefühl gehabt, als "neue Person" nicht ängstlich zu sein und NASCAR als Ganzes herausfordern zu können. Jordan betonte, dass "jemand vortreten und die Entität herausfordern musste", da langjährige Eigner über Jahre hinweg "schikaniert" worden seien, um Veränderungen herbeizuführen.
Die Klage von 23XI Racing und Front Row Motorsports forderte kombiniert 365 Millionen US-Dollar Schadenersatz. Ein Ökonom hatte zuvor ausgesagt, dass 23XI und Front Row über 300 Millionen US-Dollar an Schadenersatz zustünden. Beide Teams gaben an, dass ein Verlust des Falls sie in den Ruin getrieben hätte.
Die Verhandlungen und der "Take-it-or-Leave-it"-Ansatz
Die Verhandlungen zwischen NASCAR und den Teams waren von Anfang an schwierig. Die in Florida ansässige France-Familie, Gründer und Privateigentümer von NASCAR, zeigte sich während der achttägigen Zeugenaussagen als unflexibel, was die Dauerhaftigkeit der Charters betraf. Die Teams kritisierten NASCARs "Friss-oder-stirb"-Angebot als unzureichend, da es ihre Kernforderungen, insbesondere die dauerhafte Gültigkeit der Charters, nicht berücksichtigte.
Der Prozess und die Einigung
Der Prozess, der am neunten Tag beigelegt wurde, sah die Verteidigung von NASCAR darauf konzentriert, den Schaden zu mindern, anstatt zu beweisen, dass sie nicht wettbewerbswidrig gehandelt hatte. Nach einer einstündigen Beratungspause verkündete Jeffrey Kessler, der Anwalt der Kläger, die Bereitschaft zur Einigung. Anschließend begaben sich Jordan, 23XI-Miteigentümer Denny Hamlin und Front Row-Eigner Bob Jenkins mit Kessler zu weiteren Gesprächen.
Die finanziellen Details des Vergleichs wurden nicht öffentlich bekannt gegeben. Jedoch bestätigten die Parteien, dass alle Charter-Inhaber eine aktualisierte Version zum Unterzeichnen erhalten werden, die eine "Evergreen"-Bestimmung enthält.
Die Auswirkungen des Vergleichs
Die wichtigste Konsequenz des Vergleichs ist, dass die Charters für alle Cup Series-Teams dauerhaft ("evergreen") werden. Dies sichert den Teams langfristigen Zugang zu den Rennen und stabile Einnahmen, was ihre Planungssicherheit und den Wert ihrer Organisationen erheblich steigert. 23XI Racing und Front Row Motorsports, die die Saison 2025 ohne Charter bestritten hatten, erhalten ihre Charters zurück.
In einer gemeinsamen Erklärung von NASCAR und den Klägern hieß es: "Dies ist ein wegweisender Moment, der sicherstellt, dass NASCARs Fundament stärker, seine Zukunft heller und seine Möglichkeiten größer sind." Michael Jordan betonte, dass die Klage von Anfang an um "Fortschritt" ging und darum, sicherzustellen, dass sich der Sport so entwickelt, dass er alle Beteiligten unterstützt. Denny Hamlin fügte hinzu, er sei stolz auf das Erreichte und es sei nun an der Zeit, gemeinsam voranzuschreiten und die stärkere Zukunft aufzubauen, die der Sport verdiene.