Natasha Lyonne und Asteria Film Co.: KI-Ethik in Hollywood neu definiert

Natasha Lyonne und Asteria Film Co.: KI-Ethik in Hollywood neu definiert

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Die Schauspielerin Natasha Lyonne, bekannt aus Netflix-Serien wie „Russian Doll“ und „Orange is the New Black“, etabliert sich mit ihrer Produktionsfirma Asteria Film Co. als Vorreiterin für den ethischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Filmbranche. Ihr Engagement spiegelt die wachsende Debatte in Hollywood über die Auswirkungen und die Regulierung von KI wider.

Asteria Film Co.: Ein ethischer Ansatz für KI im Film

Natasha Lyonne ist nicht nur Schauspielerin, sondern auch Autorin, Regisseurin und Mitbegründerin der Asteria Film Co. Das 2022 gegründete, von Künstlern geführte Animations- und Filmstudio hat sich zum Ziel gesetzt, hochwertige und urheberrechtsfreundliche generative KI für erstklassige Inhalte bereitzustellen. Dieser Ansatz unterscheidet sich von anderen KI-Videogenerierungsmodellen wie OpenAI’s Sora 2 und Google’s Veo 3, die wegen des Scrapings von Webinhalten und potenziellen Konflikten mit Urheberrechtsregeln in die Kritik geraten sind.

Marey: KI-Videogenerierung mit Lizenzklarheit

Asteria Film Co. hat sich mit Moonvalley AI, einem Anbieter von KI-Tools für Filmemacher, zusammengetan, um Marey zu entwickeln. Benannt nach dem Kameramann Étienne-Jules Marey, hilft dieses Tool bei der Generierung von KI-Videos für Filme und Fernsehen. Ein entscheidender Unterschied ist, dass Marey ausschließlich auf offen lizenzierten Inhalten oder Material basiert, für das explizite Nutzungsgenehmigungen vorliegen.

Die Sorgfalt bei den Eingabedaten für Asterias KI-Videogenerierung sei von großer Bedeutung, betonte Lyonne kürzlich auf der Fortune Brainstorm AI Konferenz in San Francisco. Mit zunehmendem KI-Einsatz müssten sowohl die Technologie- als auch die Hollywood-Branche die Arbeit von Darstellern, Crew und Autoren respektieren. Lyonne äußerte sich kritisch: „Ich halte es nicht für super koscher und einvernehmlich, einfach frei unter dem Deckmantel der Beschleunigung oder Chinas zu rauben.“ Obwohl Asteria KI noch nicht für die Produktion ganzer Fernsehsendungen oder Filme eingesetzt hat, wurde sie bereits für Renderings und andere Details genutzt. Lyonne bezeichnete dies als einen „ziemlich revolutionären Akt“. Marey ist der Öffentlichkeit über ein kreditbasiertes Abonnement ab 14,99 US-Dollar pro Monat zugänglich.

Die breitere Debatte: KI, Urheberrecht und die Kreativwirtschaft

Die Film- und Unterhaltungsbranche ringt zunehmend mit dem rasanten Wachstum von KI-Tools. Viele Künstler äußern Bedenken, dass ihre Abbilder oder Werke ohne Genehmigung oder Vergütung verwendet werden könnten. Die Tech-Branche argumentiert oft, dass sie ihre KI-Modelle mit online verfügbaren Inhalten unter der „Fair Use“-Doktrin trainieren dürfen sollte, die eine begrenzte Reproduktion von Material ohne Erlaubnis des Urheberrechtsinhabers erlaubt.

Einige Studios sind bereits Partnerschaften mit KI-Unternehmen eingegangen. So unterzeichnete die Walt Disney Co. kürzlich einen Lizenzvertrag mit OpenAI, dem Hersteller von ChatGPT, um beliebte Disney-Charaktere wie Micky Maus und Yoda in dessen Text-zu-Video-Tool Sora zu nutzen. Diese Vereinbarung stieß auf Kritik. Der Autor und Regisseur Daniel Kwan erklärte gegenüber dem Hollywood Reporter, viele hätten sich „völlig überrumpelt“ gefühlt. Er merkte an, dass es zwar nur ein Lizenzvertrag für Charaktere sei, dies aber symbolisch eine Bereitschaft zeige, mit Unternehmen zusammenzuarbeiten, die Probleme noch nicht gelöst oder beigelegt hätten. Auch rechtliche Schritte wurden bereits eingeleitet: Disney, Universal und Warner Bros. Discovery verklagten das KI-Unternehmen Midjourney wegen Urheberrechtsverletzung.

Creators Coalition on AI: Eine Stimme für die Schöpfer

Als Reaktion auf diese Entwicklungen wurde die Creators Coalition on AI ins Leben gerufen. Diese neue Koalition, gegründet von 18 Personen, darunter Daniel Kwan, Joseph Gordon-Levitt, Natasha Lyonne und die Produzentin Janet Yang (ehemalige Präsidentin der Academy of Motion Picture Arts and Sciences), setzt sich für die Rechte von Kreativen in der wachsenden KI-Branche ein. Joseph Gordon-Levitt betonte, die Gruppe sei nicht auf Hollywood-Größen beschränkt, sondern stehe allen Kreativen und den sie umgebenden Fachkräften offen, einschließlich Podcastern, digitalen Content-Erstellern und Newsletter-Autoren.

Gordon-Levitt erklärte in einem auf X veröffentlichten Video, dass alle mit der gleichen Bedrohung konfrontiert seien – nicht durch generative KI als Technologie, sondern durch die unethischen Geschäftspraktiken vieler großer KI-Unternehmen. Er ist überzeugt, dass Kreative durch öffentlichen Druck, kollektives Handeln, potenzielle Rechtsstreitigkeiten und schließlich Gesetzgebung viel Macht haben, wenn sie zusammenkommen. Die Koalition plant die Einberufung eines KI-Beirats, um gemeinsame Standards, Definitionen und Best Practices sowie ethischen und künstlerischen Schutz zu etablieren.

Menschliche Aspekte der KI: Lyonne's Vision

Natasha Lyonne betont, dass es bei aller technologischen Entwicklung wichtig sei, den menschlichen Aspekt der Technologie nicht zu vergessen. Angesichts der unzähligen Möglichkeiten für den Einsatz von KI sollte diese zumindest dazu genutzt werden, das menschliche Leben zu verbessern und nicht nur „Kosten zu senken“. Lyonne fasst ihre Überzeugung zusammen: „Wir brauchen Menschen in der KI, damit die Tools uns nicht beherrschen.“

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