
NATO-Ostflanke rüstet auf: Merops-Drohnen senken Verteidigungskosten
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Litauen hat die Beschaffung des amerikanischen Merops-Systems angekündigt, einer in der Ukraine erprobten Abfangdrohne, um seine Luftverteidigung zu stärken. Dieser Schritt, der die Allianz entlang der russischen Grenze weiter festigt, unterstreicht den wachsenden Bedarf an kosteneffizienten Lösungen im Angesicht zunehmender Drohnenbedrohungen in Europa. Vilnius hat dabei einen vereinfachten Beschaffungsprozess genehmigt, um Bürokratie und lange Wartezeiten zu vermeiden.
Litauen stärkt Luftverteidigung mit Merops-System
Das litauische Verteidigungsministerium gab am Mittwoch bekannt, das Merops-System zu erwerben. Dies ist Teil einer Strategie, die Luftverteidigung des Landes zu verbessern. Die Entscheidung für Merops erfolgte im Rahmen eines beschleunigten Prozesses, um die Beschaffung schnell und unkompliziert zu gestalten.
Merops: Eine bewährte und kosteneffiziente Lösung
Das Merops-System ist ein Drohnenabwehrsystem, das kleine Abfangdrohnen startet, um Ziele wie die iranische Shahed-136 oder deren russische Variante Geran-2 aufzuspüren und zu zerstören. Jede Abfangdrohne kostet 15.000 US-Dollar. Entwickelt wurde Merops von der amerikanischen Initiative Project Eagle und erstmals in der Ukraine eingesetzt, wo es über 1.000 von russischen Streitkräften gestartete Kampfdrohnen abgefangen hat.
Für Litauen und seine Verbündeten stellt Merops eine deutlich kostengünstigere Option für die Luftverteidigung dar als millionenschwere Raketen. NATO-Kampfjets setzten solche Raketen beispielsweise ein, als russische Drohnen im September den polnischen Luftraum verletzten. Die Anschaffung von Merops kommt zu einem Zeitpunkt, da die NATO-Fronttruppen nach Wegen suchen, die Kosten der Luftverteidigung angesichts einer wachsenden Drohnenbedrohung in Europa zu senken.
Wachsende Nachfrage an der NATO-Ostflanke und darüber hinaus
Litauen ist der dritte europäische Verbündete, der die Anschaffung des Merops-Systems bestätigt. Bereits im vergangenen Jahr erwarben und setzten Polen, ein NATO-Verbündeter an der Ostflanke mit direkter Grenze zu russischem Territorium, und Rumänien, das ebenfalls an die Ukraine grenzt, das Merops-System ein. Dies geschah nach russischen Drohnen-Einfällen in den Luftraum der Allianz.
Auch außerhalb Europas nutzt das US-Militär das Merops-System. Es wurde Anfang März im Nahen Osten eingesetzt, inmitten iranischer Raketen- und Drohnenangriffe nach Beginn der Operation Epic Fury. Die US-Armee hat Dutzende von Merops-Systemen, darunter Bodenkontrollstationen, Radare, Startvorrichtungen und Abfangdrohnen, sowie über 1.000 bewaffnete und unbewaffnete Abfangdrohnen in die Region verlegt. Armeesekretär Dan Driscoll gab an, dass die USA innerhalb der ersten Tage des Iran-Krieges 13.000 Surveyor-Abfangdrohnen gekauft und viele davon in den Nahen Osten geschickt haben.
Technologie und Einsatzflexibilität
Merops zeichnet sich durch seine Flexibilität aus: Die Abfangdrohnen können von mobilen Plattformen wie einem Pickup-Truck oder von Bodenstationen aus gestartet werden. Ein kleines Team kann das System nach wenigen Tagen Training bedienen. Die Soldaten nutzen handelsübliche Xbox-Controller, um den Surveyor zu steuern, eine propellergetriebene Abfangdrohne, die über 175 mph erreichen kann. Sie nutzt künstliche Intelligenz, um in Gebieten mit starker elektronischer Kriegsführung zu navigieren und Ziele durch Kollision oder Annäherungsexplosion zu zerstören.
Die finanzielle Dimension der Drohnenabwehr
Die Akquisitionen durch die USA und Litauen spiegeln ein steigendes Interesse der NATO-Streitkräfte an der Entwicklung und dem Einsatz von Abfangdrohnen wider. Diese wurden von der Ukraine erfolgreich zur Abwehr regelmäßiger russischer Drohnenangriffe auf Städte und zivile Infrastruktur eingesetzt. Die Fähigkeit, eine effektive Verteidigung zu einem Bruchteil der Kosten traditioneller Raketenabwehr zu gewährleisten, macht Systeme wie Merops zu einer attraktiven Investition für Länder, die ihre Verteidigungsbudgets optimieren müssen. Die vereinfachten Beschaffungsprozesse, wie von Litauen angewendet, unterstreichen zudem den Wunsch nach einer effizienten und schnellen Reaktion auf aktuelle Bedrohungen.