
NBA-Eigentümer Tom Dundon: Harter Sparkurs bei den Portland Trail Blazers
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Der Milliardär Tom Dundon, neuer Eigentümer der Portland Trail Blazers, krempelt das Management des NBA-Teams grundlegend um. Seine Maßnahmen, die an die "Hardcore Grindset"-Kultur der Geschäftswelt erinnern, bei der von Mitarbeitern erwartet wird, mehr mit weniger zu leisten, haben in den sozialen Medien und der Liga für Aufsehen gesorgt. Dundon, der sein Vermögen mit Subprime-Autokrediten machte, erwarb die Trail Blazers im März mit einer Investorengruppe für 4,25 Milliarden US-Dollar. Forbes schätzt sein Nettovermögen auf 2,3 Milliarden US-Dollar.
Dundons Sparmaßnahmen im Detail
Die neuen, frugalen Maßnahmen betreffen verschiedene Bereiche des Teams und des Betriebs und weichen von branchenüblichen Standards ab:
- Reisekosten: Two-way-Spieler, deren Verträge ihnen erlauben, zwischen der Top-Level-NBA und der Entwicklungs-G League zu wechseln, reisen laut The Rose Garden Report nicht mehr mit dem Team. Obwohl sie nicht an den hochkarätigen Spielen teilnehmen, gelten sie als wichtiger Bestandteil des Kaders.
- Hotel-Checkouts: Späte Hotel-Checkouts sind für Nicht-Spieler und Trainer nicht mehr gestattet. Dies sorgte laut The Athletic für Bedenken bei Interim Head Coach Tiago Splitter, der sich fragte, ob der Masseur des Teams vor einem Play-In-Turnierspiel der Blazers ausreichend Platz zum Arbeiten hätte.
- Trainerposition: Dundon soll Splitter verärgert haben, indem er eine breite Palette potenzieller Head Coaches interviewte, obwohl Splitter das Franchise zum Play-In-Sieg und damit zur ersten NBA-Playoff-Teilnahme der Blazers seit fünf Jahren führte.
- Fan-Erlebnisse: Auch Fans sind von den Kostensenkungen betroffen. Die Blazers verzichteten laut ESPN darauf, die Sitze der Fans vor einem Playoff-Heimspiel mit kostenlosen T-Shirts zu bestücken. Im Gegensatz dazu verteilten die San Antonio Spurs, die in der ersten Runde gegen die Blazers antraten, vor Spiel 1 farblich abgestimmte Shirts an ihre Fans.
Die Perspektive der Liga: Cuban und Silver äußern sich
Mark Cuban, der ehemalige Besitzer der Dallas Mavericks, die für ihre großzügigen Vergünstigungen bekannt waren, erklärte gegenüber Business Insider, dass der explodierende Wert von Teams die Gleichung drastisch verändert habe. "In einer Ära, in der Teams Milliarden und Abermilliarden von Dollar kosten und eine Liste von Investoren und sogar Private Equity erfordern, sind wir weit entfernt von der Welt, als ich die Mavs kaufte und den Scheck selbst schrieb", schrieb Cuban in einer E-Mail. Er fügte hinzu: "Ich konnte die Verluste decken. Sie waren meine Verantwortung. Mit Investoren ist das nicht dasselbe." Cuban betonte, dass der Druck auf die Eigentümer liege, ihre Franchises erfolgreich zu positionieren. "Der einzige Weg, das Team in eine Position zu bringen, in der es wirklich erfolgreich sein und überhaupt in Betracht ziehen kann, eine Steuer zu zahlen, ist, zumindest die Gewinnschwelle zu erreichen", sagte er.
Sogar NBA Commissioner Adam Silver wurde zu Dundons Sparmaßnahmen befragt. "Die Leute fangen an zu sagen, er sei nicht bereit, das Geld auszugeben", sagte Silver kürzlich im Barstool-Podcast "Pardon my Take". Er fügte hinzu: "Man muss bedenken, das ist ein Typ, der gerade einen Bieterkrieg gewonnen hat, nennen wir es 4,5 Milliarden Dollar, um ein Team zu kaufen, und sie nennen ihn geizig. Das kann einfach nicht sein." Silver merkte an, dass der Erfolg der Carolina Hurricanes zeige, dass Dundon "weiß, was er tut". Er interpretierte Dundons Ansatz als eine geschäftliche Denkweise, die über die Kosten von T-Shirts hinausgeht.
Dundons Erfolgsbilanz bei den Carolina Hurricanes
Dundon hatte bereits ähnliche Kostensenkungsmaßnahmen eingeführt, als er 2017 die Carolina Hurricanes der NHL kaufte. Die Hurricanes haben seit 2018 jedes Jahr die Playoffs erreicht, nachdem sie vor seiner Übernahme fast ein Jahrzehnt lang eine Durststrecke hatten. Dieser Erfolg wird oft als Beleg für die Wirksamkeit seiner Strategie angeführt.
Ein Kontrast zur Ära Paul Allens
Dundons Ansatz steht in starkem Kontrast zur Amtszeit des legendären Microsoft-Mitbegründers Paul Allen, dem ehemaligen Besitzer der Portland Trail Blazers. Allen, der 2018 verstarb, war bekannt dafür, dass er die Autos seiner Spieler während des Trainings waschen und aufbereiten ließ. Laut The Athletic gehörten Allens Trail Blazers zu den ersten Teams, die einen Privatjet besaßen. Der ehemalige Trainer Nate McMillan erinnerte sich, dass Allen den Spielern nach einem Team-Event auf seiner Yacht die Schlüssel versprach, falls sie den NBA-Titel gewinnen würden. "Er sagte, das Team könne kreuzen, wohin es wolle", so McMillan.
Mark Cuban, der selbst für seinen unkonventionellen Besitzstil bekannt war, der die Dallas Mavericks mit zahlreichen Annehmlichkeiten verwöhnte, wollte damit andere Besitzer "blamieren". Er erzählte im Podcast "All The Smoke", dass Spieler, die zu den Mavericks wechselten, sagten: "Wir sind gerade vom Plumpsklo ins Penthouse gekommen."
Trotz der Kontroversen äußerte sich Cuban positiv über Dundon: "Er kennt Basketball", sagte Cuban gegenüber Business Insider. "Er liebt das Spiel. Er wird großartig für die Blazers sein." Dundons Maßnahmen signalisieren eine neue Ära im Profisport, in der die finanzielle Effizienz angesichts explodierender Teamwerte zunehmend in den Vordergrund rückt.