Netanyahu erwartet zweite Phase des Gaza-Waffenstillstands und trifft Trump

Netanyahu erwartet zweite Phase des Gaza-Waffenstillstands und trifft Trump

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Israels Premierminister Benjamin Netanyahu hat am Sonntag angekündigt, dass die zweite Phase des Gaza-Waffenstillstandsplans "sehr bald" beginnen soll. Diese Entwicklung folgt auf die erste Phase des US-Friedensplans, die den Kampf stoppte und einen Austausch von Geiseln gegen palästinensische Gefangene ermöglichte. Die bevorstehende Phase wird als "schwieriger" beschrieben und beinhaltet die Demilitarisierung Gazas.

Netanyahu erwartet zweite Phase des Gaza-Waffenstillstands

Premierminister Netanyahu äußerte sich am Sonntag während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz. Er betonte, dass die erste Phase abgeschlossen sei und man nun "sehr bald" in die zweite, anspruchsvollere Phase eintreten werde. Diese zweite Phase zielt auf die Entwaffnung der Hamas und die Demilitarisierung des Gazastreifens ab.

Netanyahu zufolge könnte die zweite Phase bereits Ende des Monats beginnen. Er erwähnte auch eine dritte Phase, die die Deradikalisierung Gazas zum Ziel hat, ein Prozess, der seiner Meinung nach in Deutschland, Japan und den Golfstaaten erfolgreich war und auch in Gaza möglich sei. Die sterblichen Überreste von Ran Gvili, einem 24-jährigen Polizisten, der am 7. Oktober 2023 getötet und dessen Leiche nach Gaza gebracht wurde, sind bisher nicht zurückgegeben worden.

Treffen mit US-Präsident Trump geplant

Zusätzlich zu den Entwicklungen im Waffenstillstandsprozess kündigte Netanyahu ein Treffen mit US-Präsident Trump noch in diesem Monat an. Bei diesem Treffen sollen "Möglichkeiten für den Frieden" in der Region besprochen werden. Die beiden Staatschefs haben sich bereits mindestens dreimal getroffen, seit Herr Trump im Januar für eine zweite Amtszeit ins Weiße Haus zurückgekehrt ist.

Arabische und westliche Beamte teilten der Associated Press am Freitag mit, dass ein internationales Gremium zur Überwachung des Waffenstillstands, das von Herrn Trump selbst geleitet werden soll, voraussichtlich bis Ende des Jahres ernannt wird. Langfristig sieht der Plan auch einen möglichen "Weg" zur palästinensischen Unabhängigkeit vor.

Die Rolle Deutschlands und Kanzler Merz

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz besuchte Israel und nahm an der gemeinsamen Pressekonferenz mit Premierminister Netanyahu teil. Die beiden Staatschefs erörterten, wie der "Herrschaft der Hamas in Gaza ein Ende gesetzt werden kann". Merz betonte, dass Israel, wie jeder Staat, nach internationalem Recht zur Rechenschaft gezogen werden müsse, und verwies auf das Leid in Gaza.

Trotz klarer Meinungsverschiedenheiten, insbesondere bezüglich einer Zwei-Staaten-Lösung, betonten beide Seiten ihr Engagement für die Aufrechterhaltung der engen bilateralen Beziehungen. Merz sprach sich für die Einrichtung eines palästinensischen Staates als besten Weg zu dauerhaftem Frieden aus, während Netanyahu dies explizit ablehnte. Netanyahu argumentierte, dass die Kontrolle über das Gebiet vom Jordan bis zum Mittelmeer in israelischer Hand bleiben müsse.

Details des Friedensplans und internationale Beteiligung

Die erste Phase des US-Friedensplans begann am 10. Oktober und umfasste eine Einstellung der Kämpfe sowie den Austausch von Geiseln gegen palästinensische Gefangene. Die nächste Phase sieht eine internationale Sicherheitstruppe und weitere Maßnahmen vor, deren Rolle und Zusammensetzung jedoch noch Bedenken aufwerfen. Katars Premierminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al Thani erklärte am Samstag auf einer internationalen Konferenz in Doha, dass internationale Vermittler unter Führung der USA daran arbeiten, die zweite Phase des Abkommens voranzutreiben.

Al Thani betonte, dass die bisherige Vereinbarung lediglich eine "Pause" sei und noch nicht als vollständiger Waffenstillstand betrachtet werden könne. Ein Waffenstillstand sei erst dann abgeschlossen, wenn ein vollständiger Abzug der israelischen Streitkräfte erfolgt sei und Stabilität in Gaza zurückkehre, was derzeit nicht der Fall sei.

Die fragile Lage in Gaza

Der Waffenstillstand in Gaza bleibt weiterhin fragil, wobei sich beide Seiten gegenseitig Verstöße vorwerfen. Der Krieg brach am 7. Oktober 2023 aus, als von der Hamas geführte Terroristen in Israel eindrangen, etwa 1.200 Menschen töteten und über 250 Personen als Geiseln nahmen. Israel reagierte mit einer Offensive, bei der nach Angaben des von der Hamas geführten Gesundheitsministeriums in Gaza mehr als 70.000 Palästinenser getötet wurden.