Netflix erhöht Preise erneut: Die "Stream-flation" erreicht neue Höhen

Netflix erhöht Preise erneut: Die "Stream-flation" erreicht neue Höhen

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Netflix hat seine Abo-Preise zum zweiten Mal in etwas mehr als einem Jahr erhöht und damit den anhaltenden Trend der "Stream-flation" in der Streaming-Branche bestätigt. Diese Preisanpassungen betreffen alle drei Tarife des Streaming-Giganten und spiegeln den Wunsch Hollywoods wider, die Profitabilität im Streaming-Segment zu verbessern.

Netflix erhöht Preise erneut

Die neuen Preise für Netflix-Abonnements in den USA sind am Donnerstag auf der Webseite des Unternehmens sichtbar geworden und treten für Neukunden ab dem 26. März in Kraft. Bestehende Abonnenten werden in den kommenden Wochen informiert und erhalten die neuen Preise einen Monat nach Benachrichtigung. Die Anpassungen im Detail:

  • Das werbefinanzierte Standard-Abo steigt um 1 US-Dollar von 7,99 US-Dollar auf 8,99 US-Dollar pro Monat.
  • Das werbefreie Standard-Abo erhöht sich um 2 US-Dollar von 17,99 US-Dollar auf 19,99 US-Dollar pro Monat.
  • Das Premium-4K-Abo steigt ebenfalls um 2 US-Dollar von 24,99 US-Dollar auf 26,99 US-Dollar pro Monat.
  • Auch die Preise für zusätzliche Mitglieder-Add-ons steigen um 1 US-Dollar.

Netflix erklärte in einem Statement gegenüber Variety, dass man weiterhin eine Reihe von Preisen und Plänen anbiete, um unterschiedliche Bedürfnisse zu erfüllen. Die Preisanpassungen sollen es ermöglichen, in hochwertige Unterhaltung zu reinvestieren und das Nutzererlebnis zu verbessern.

"Stream-flation" als Branchen-Trend

Netflix ist mit seinen Preiserhöhungen nicht allein. Die "Stream-flation" ist ein branchenweites Phänomen, bei dem die Kosten für Streaming-Dienste stetig steigen. Im vergangenen Jahr erhöhten auch andere große Anbieter wie Disney+, HBO Max, Peacock und Apple TV+ ihre Preise. Disney+ hat die Preise seines Flaggschiff-Streaming-Dienstes sogar in jedem der letzten vier Jahre angehoben.

Hollywood versucht, mehr Geld aus jedem Streaming-Abonnenten herauszuholen, um die Profitabilität zu verbessern oder überhaupt erst zu erreichen. Das Premium-Abo von Netflix ist mit 26,99 US-Dollar pro Monat nun die teuerste eigenständige Streaming-Option auf dem Markt. Das aktuelle Standard-Abo kostet mit 19,99 US-Dollar pro Monat so viel wie das Premium-Abo noch im Jahr 2023.

Die Gründe für die Preisanpassungen

Die Preiserhöhungen ermöglichen es Netflix, seine umfangreiche Inhaltsbibliothek weiter auszubauen. Neben Originalfilmen und TV-Serien bietet das Unternehmen aus Los Gatos mittlerweile auch Podcasts, Live-Events und eine Auswahl an Spielen an. Erst kürzlich übertrug Netflix erstmals ein Eröffnungsspiel der Major League Baseball an ein globales Publikum.

Michael Smith, Professor für Informationstechnologie und öffentliche Ordnung an der Carnegie Mellon University, merkte an, dass Preisanpassungen heute datengesteuert erfolgen. Streaming-Plattformen könnten in Echtzeit beobachten, wie Verbraucher auf Preisänderungen reagieren. Diese datenbasierte Entscheidungsfindung ersetzt zunehmend das "Bauchgefühl" früherer Preisstrategien. Obwohl Netflix kürzlich ein 83 Milliarden US-Dollar schweres Übernahmeangebot für Warner Bros. Discovery fallen ließ und eine Trennungsgebühr von fast 3 Milliarden US-Dollar erhielt, scheinen diese Kosteneinsparungen nicht zu einer Entlastung der Abonnenten zu führen.

Verbraucher reagieren mit Preissensibilität

Es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass Verbraucher die "Stream-flation" zunehmend leid sind. Neue Daten von Deloitte zeigen, dass die durchschnittlichen Ausgaben eines Haushalts für Streaming-Dienste mit 69 US-Dollar pro Monat im Jahresvergleich konstant geblieben sind. Gleichzeitig wächst die Preissensibilität der Konsumenten: Zwei Drittel der Streaming-Abonnenten entscheiden sich mittlerweile für günstigere, werbefinanzierte Dienste, was einem Anstieg von 20 % gegenüber 2024 entspricht.

Kostenlose Streaming-Dienste wie YouTube, der Roku Channel oder Fox's Tubi erfreuen sich in den letzten Jahren wachsender Beliebtheit und konnten ihren Zuschaueranteil an US-Fernsehern laut Nielsen steigern. Die gestiegenen Kosten könnten einige Verbraucher dazu bewegen, sich diesen kostenlosen Alternativen zuzuwenden.

Netflix' Wertversprechen im Vergleich

Trotz der jüngsten Preiserhöhungen scheint Netflix für viele Verbraucher weiterhin ein attraktives Angebot zu sein. Das werbefinanzierte Abo von Netflix ist günstiger als vergleichbare Pläne von Disney+, Hulu, HBO Max und Peacock. Es liegt preislich gleichauf mit Paramount+ und der Standalone-Version von Amazon Prime Video.

Netflix bietet zudem eine deutlich größere Bibliothek als die meisten seiner Konkurrenten und wird häufiger genutzt. UBS-Analysten schrieben im vergangenen Jahr, dass Netflix auf Basis der Kosten pro Konsumstunde das beste Preis-Leistungs-Verhältnis biete. Das werbefreie Standard-Abo ermöglicht 1080p-Inhalte auf zwei Geräten, während das Premium-Abo 4K HDR-Streaming auf bis zu vier Geräten sowie räumliches Audio bietet. Die Netflix-Aktien schlossen den Handel am Donnerstag mit einem Plus von etwas über 1 % bei 93,32 US-Dollar.