Netflix-Filmemacher wegen 11 Millionen Dollar Betrugs vor Gericht

Netflix-Filmemacher wegen 11 Millionen Dollar Betrugs vor Gericht

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Der Filmemacher Carl Erik Rinsch steht in Manhattan vor Gericht, wo er sich gegen den Vorwurf verteidigt, Netflix um 11 Millionen US-Dollar betrogen zu haben. Die Staatsanwaltschaft behauptet, das Geld sei für eine Science-Fiction-Serie über Menschen gegen Klone vorgesehen gewesen, die Rinsch jedoch nie fertigstellte. Stattdessen soll er die Gelder für persönliche Schulden, Luxusautos und teure Einrichtungsgegenstände, darunter zwei Matratzen im Wert von 648.000 US-Dollar, verwendet haben.

Anklage und Prozessbeginn

Carl Erik Rinsch, 48 Jahre alt, ist wegen Wire Fraud, Geldwäsche und unerlaubter Geldtransaktionen angeklagt. Diese Anklagen können bei einer Verurteilung eine kombinierte Höchststrafe von 90 Jahren Gefängnis nach sich ziehen. Der Prozess vor US-Bezirksrichter Jed Rakoff wird voraussichtlich zwei Wochen dauern und soll Zeugenaussagen mehrerer ehemaliger Netflix-Führungskräfte umfassen.

Die Eröffnungsplädoyers in diesem aufsehenerregenden Fall werden für Dienstagnachmittag erwartet. Die Geschworenen können sich auf eine "rasante Hollywood-Geschichte" freuen, die von einem Bieterkrieg um die Projekt-Rechte und der Beteiligung von Prominenten wie Keanu Reeves als frühem Investor geprägt war.

Die Hintergründe des Projekts "White Horse"

Die Geschichte begann 2018, als Netflix Rinsch, dessen einziger großer Film "47 Ronin" ein Flop war, für eine Sci-Fi-Serie namens "White Horse" (später umbenannt in "Conquest") unter Vertrag nahm. Netflix zahlte Rinsch zunächst 44 Millionen US-Dollar, nachdem sie von einem Trailer und sechs bereits gefilmten Mini-Episoden beeindruckt waren. Das Projekt, das eine künstliche, menschenähnliche Spezies namens "Organic Intelligent" thematisierte, wurde von Netflix als potenzieller Nachfolger von "Stranger Things" gesehen.

Im Jahr 2020 überwies Netflix Rinsch weitere 11 Millionen US-Dollar. Diese Gelder waren explizit für spezifische Zwecke der Vor- und Nachproduktion, wie Kostüme, Schnitt und Gehaltsabrechnungen, vorgesehen. Netflix gewährte Rinsch zudem einen begehrten "Final Cut"-Deal, der ihm weitreichende Entscheidungsbefugnisse über das Projekt einräumte.

Die umstrittene Geldverwendung

Laut Anklage leitete Rinsch die 11 Millionen US-Dollar über eine Reihe von Bankkonten auf sein persönliches Brokerage-Konto um. Dort verlor er angeblich mehr als die Hälfte der Gelder durch spekulative Aktieninvestitionen. Trotz dieser Verluste soll er Netflix weiterhin positive Updates über den Fortschritt des Projekts gegeben haben.

Anschließend investierte Rinsch das verbleibende Geld in Kryptowährungen, wobei er fast 10 Millionen US-Dollar Gewinn erzielte. Diese Gewinne verwendete er laut Staatsanwaltschaft, um Kreditkartenschulden zu begleichen, Scheidungsanwälte zu bezahlen und eine Vielzahl von Luxusartikeln zu erwerben. Zu den Anschaffungen gehörten:

  • Fünf Rolls-Royces und ein Ferrari
  • Möbel und Antiquitäten im Wert von über 3,7 Millionen US-Dollar
  • Uhren und Kleidung im Wert von über 600.000 US-Dollar
  • Zwei Matratzen, die zusammen 648.000 US-Dollar kosteten

Rinsch behauptet, die Rolls-Royces seien Requisiten für "White Horse" gewesen. Trotz der erheblichen Ausgaben wurde keine einzige Episode der versprochenen 13-teiligen ersten Staffel fertiggestellt. Netflix gab das Projekt schließlich 2021 auf und verlor insgesamt 55 Millionen US-Dollar. Ein Schiedsrichter entschied 2023, dass Rinsch Netflix 11,8 Millionen US-Dollar schuldet.

Verteidigung und Ausblick

In seinen Verteidigungsschriften macht Rinsch die Pandemie und die Entscheidung von Netflix, "White Horse" als Steuerverlust abzuschreiben, für das Scheitern des Projekts verantwortlich. Die Staatsanwaltschaft hingegen sieht die Schuld allein bei Rinsch und verweist auf die Einschätzung von Netflix-Führungskräften, dass sich Rinsch's mentale Gesundheit zum Zeitpunkt der Überweisung der 11 Millionen US-Dollar "drastisch verschlechtert" habe.

Rinsch's Anwälte betonen, dass sie keine Argumente bezüglich einer Geisteskrankheit vorbringen, aber der "Zustand seines Geistes und seiner mentalen Verfassung" sei "erforschungswürdig und kontextualisierungsbedürftig". Der Filmemacher, der von seinen Anwälten als "mittellos" und "arbeitslos" beschrieben wird, lehnte ein Vergleichsangebot ab. Sein Hauptanwalt Daniel Adam McGuinness erklärte, Rinsch freue sich darauf, zu beweisen, dass die Anschuldigungen unbegründet seien und er "völlig unschuldig" sei.

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