
Netflix-Regisseur Carl Rinsch wegen 11 Mio. $ Betrugs vor Gericht
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Der Regisseur Carl Rinsch steht in Manhattan wegen Betrugsvorwürfen vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, 11 Millionen US-Dollar von Netflix, die ursprünglich für ein futuristisches Fernsehprojekt vorgesehen waren, für persönliche Luxusgüter missbraucht zu haben. Zeugenaussagen und Textnachrichten zeichnen ein Bild umfangreicher Ausgaben, die von teuren Matratzen bis hin zu Designerwaren reichen.
Vorwurf des Betrugs bei Netflix-Projekt
Die Staatsanwaltschaft des US Attorney's Office for the Southern District of New York wirft Carl Rinsch vor, Netflix betrogen zu haben. Die Finanzmittel waren für die Produktion von "White Horse" bestimmt, einer Serie über künstliche Wesen, die nach einer Spaltung mit der Menschheit ihre eigene Gesellschaft auf der Erde gründen. Obwohl Rinsch Teile von "White Horse" filmte, überschritt er das Budget und stellte keine einzige Episode fertig.
Netflix hatte Rinsch im März 2020 zusätzliche 11 Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt, um das Projekt abzuschließen. Diese Gelder sollen jedoch für eine Reihe privater Anschaffungen verwendet worden sein, anstatt in die Filmproduktion zu fließen.
Luxusausgaben im Fokus der Ermittlungen
Maria Skotnikova, Rinschs ehemalige persönliche Assistentin, sagte aus, dass Rinsch nach Erhalt der 11 Millionen US-Dollar von Netflix zahlreiche Luxusgüter kaufte. Dazu gehörte ein eiliger Kauf von Hermes-Waren. In einer Textnachricht vom August 2021 wies Rinsch Skotnikova an: "Hol all das Hermes-Zeug jetzt." Kurz darauf schrieb er: "Das ist dein Job. Wir müssen das tun. Sonst ist das Geld weg. Hol es dir."
Skotnikova berichtete auch, dass Rinsch seine Situation mit dem Film "Brewster's Millions" von 1985 verglich, in dem ein Mann 30 Millionen Dollar innerhalb von 30 Tagen ausgeben muss, um ein größeres Erbe zu erhalten. Ein forensischer Buchhalter des FBI bestätigte, dass Rinsch Gelder von Netflix über verschiedene Konten verschob, einen Teil an der Börse und in Kryptowährungen investierte und andere Beträge für persönliche Zwecke ausgab. Dazu zählten auch über 480 Essenslieferungen über Postmates und Uber Eats innerhalb von sechs Monaten im Jahr 2022.
Die "sehr speziellen Betten" von Hästens
Ein zentraler Punkt der Anklage sind Rinschs Matratzenkäufe. Er erwarb vier Hästens-Matratzen für insgesamt 617.610,66 US-Dollar. Johan Ericsson, der führende Hästens-Verkäufer an der Westküste der USA, sagte aus, dass Rinsch im Jahr 2021 den Laden in Los Angeles besuchte.
Das Highlight war die Grand Vividus in der Farbe "Black Shadow", ein Spitzenmodell, dessen Herstellung über 700 Stunden dauert. Ericsson beschrieb die Grand Vividus nicht nur als Matratze, sondern als "Schlafinstrument", das eine Basis, ein Lederkopfteil und einen "Bettarzt" umfasst, der das Haus besucht, um die Matratze zu massieren. Rinsch war so zufrieden, dass er seine Bestellung später änderte, um eine zusätzliche Grand Vividus Matratze anstelle von drei kleineren Hästens-Modellen zu erhalten. Ericsson bestätigte, dass Rinsch nie mit ihm über die Verwendung der Matratzen für die Produktion von "White Horse" sprach.
US-Bezirksrichter Jed Rakoff, der den Prozess leitet, rügte die Staatsanwaltschaft dafür, dass Ericsson so viel Zeit damit verbrachte, die Qualitäten der Hästens-Matratzen zu preisen. Rakoff kommentierte: "Ich wollte es einen Verkaufsgespräch nennen, aber er glaubt offensichtlich zutiefst an die Brillanz dieser Matratzen."
Rinschs Verteidigung und die Wertanlage-Argumentation
Rinschs Verteidiger plädieren auf unschuldig und argumentieren, der Fall drehe sich um ein "kreatives Genie", das von den Herausforderungen des Projekts überfordert war und nicht die nötige Unterstützung von Netflix erhielt.
In einer eidesstattlichen Erklärung für ein separates Gerichtsverfahren, die in den Strafprozess eingebracht wurde, wurde Rinsch gefragt, warum er "eine Matratze für 450.000 Dollar für diese Produktion" gekauft habe. Rinsch antwortete: "Weil sie ihren Wert behält. Und eine Matratze, für die man 30.000 Dollar ausgibt, ist nichts wert, aber eine Matratze, für die man 450.000 Dollar ausgibt – raten Sie mal? Sie ist jetzt hunderttausend Dollar mehr wert. Also, was soll man tun?"
Der Prozessverlauf
Die Staatsanwaltschaft erwartet, ihre Beweisführung am Montag abzuschließen. Carl Rinsch, der im Gerichtssaal als engagiert und nervös beschrieben wird, hat noch nicht entschieden, ob er während der Präsentation seiner Verteidigung aussagen wird.