Netflix's Warner Bros. Deal: Trumps Job-Fokus und Antitrust-Hürden

Netflix's Warner Bros. Deal: Trumps Job-Fokus und Antitrust-Hürden

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Netflix's geplanter Kauf von Warner Bros. Discovery steht unter genauer Beobachtung von Regulierungsbehörden und Politik. Im Zentrum der Diskussionen stehen Arbeitsplätze und Wettbewerbsfragen, wobei US-Präsident Donald Trump eine wechselhafte Rolle in diesem milliardenschweren Deal einnimmt. Die Auseinandersetzung zwischen Netflix und dem Rivalen Paramount Skydance prägt die Debatte um die Zukunft der Streaming- und Filmbranche.

Die Rolle des Präsidenten: Fokus auf Arbeitsplätze

Ted Sarandos, Co-CEO von Netflix, hat in Gesprächen mit Präsident Donald Trump stets betont, dass es um die Sicherung von Arbeitsplätzen in den USA geht. Sarandos zufolge drehen sich die Unterhaltungen ausschließlich darum, "wie man Arbeitsplätze in Amerika hält, wie man die Produktionsindustrie gesund hält". Trump zeigte sich besorgt über den Rückgang der Film- und Fernsehproduktion in Kalifornien.

Laut einer Studie von FilmLA Research, die Mitte Januar veröffentlicht wurde, sanken die Drehtage für Filme und Fernsehsendungen im Großraum Los Angeles im vierten Quartal 2025 um 21 % im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Rückgang hat die Kreativbranche in LA stark getroffen. Präsident Trump hatte zuvor die Idee geäußert, Zölle auf außerhalb der USA produzierte Filme und Shows zu erheben, wobei unklar ist, wie eine solche Importsteuer auf kreative Dienstleistungen angewendet werden könnte.

Wettbieten um Warner Bros. Discovery: Netflix vs. Paramount

Netflix hat eine "Charmeoffensive" gestartet, um Präsident Trump und Hollywood davon zu überzeugen, dass es ein besserer Käufer für Warner Bros. wäre als der Konkurrent Paramount Skydance. Ein zentraler Punkt in Netflix's Argumentation ist, dass das Unternehmen weniger Arbeitsplätze abbauen würde als Paramount. Während Paramount angekündigt hat, 6 Milliarden US-Dollar an sogenannten "Synergien" zu schaffen, was wahrscheinlich Entlassungen einschließen würde, strebt Netflix Kostensenkungen von 2 bis 3 Milliarden US-Dollar an, unter anderem durch Einsparungen bei der Lizenzierung von Programmen.

Der Vorstand von Warner Bros. Discovery (WBD) scheint Netflix's Argumentation zugeneigt zu sein. Er warnte die Aktionäre, dass die Annahme des Paramount-Angebots zu einer Abwanderung von Mitarbeitern führen könnte, die Entlassungen vermeiden wollen. Paramount hingegen argumentiert, dass Netflix, der größte kostenpflichtige Streaming-Dienst mit über 325 Millionen Abonnenten, zu mächtig werden würde, wenn es die Warner Bros. Studios und HBO-Assets erwirbt. Netflix spielt diese Bedenken herunter und verweist darauf, dass es auch mit YouTube und traditionellem Fernsehen um die Aufmerksamkeit der Zuschauer konkurriert.

Antitrust-Bedenken und die Senatsanhörung

Die geplante Akquisition hat bereits zu intensiven Prüfungen geführt. Ted Sarandos musste sich am 3. Februar in einer Anhörung vor dem US-Kongress gegen Antitrust-Bedenken und Vorwürfe des "Wokeism" verteidigen. Er bekräftigte, dass Netflix das exklusive 45-tägige Kinofenster beibehalten würde, sollte die Fusion zustande kommen, und hob die Erfolge des Unternehmens bei der Schaffung von Arbeitsplätzen in den USA hervor.

Auf die Frage von Senator Ted Cruz (Texas), ob Monopole gut seien, antwortete Sarandos klar: "Nein, Sir, sind sie nicht." Er betonte, dass Netflix mit 9 % der gesamten US-Fernsehnutzung weit von einem Monopol entfernt sei und dieser Anteil mit dem Warner Bros.-Deal auf 10 % steigen würde. Obwohl Netflix in den USA etwa 86 Millionen Abonnenten hat und HBO Max rund 50 Millionen, gibt es laut WBD-Manager Bruce Campbell eine Überschneidung von etwa 80 % der HBO Max-Mitglieder, die auch Netflix abonniert haben.

Netflix's Argumente: Jobs, Wettbewerb und Marktanteil

Sarandos betonte in der Anhörung, dass Netflix ein Unternehmen kaufe, das über Assets verfüge, die es selbst nicht besitze, und weiterhin in Warner Bros. investieren werde. "Wir werden eines der fünf großen Studios in Hollywood erhalten. Wir werden die Kinos unterstützen, indem wir diese Filme mit traditionellen 45-Tage-Fenstern veröffentlichen, und wir werden die amerikanische Unterhaltungsindustrie weiter ausbauen", so Sarandos.

Netflix-Produktionen haben nach Angaben von Sarandos über 155.000 amerikanische Arbeitsplätze geschaffen, 225 Milliarden US-Dollar zur US-Wirtschaft beigetragen und in allen 50 Bundesstaaten gedreht. Das Unternehmen investiert derzeit 1 Milliarde US-Dollar, um eine ehemalige Militärbasis in New Jersey in eine Produktionsstätte umzuwandeln. Sarandos positionierte YouTube als einen der "tief verwurzelten Technologieunternehmen, die versuchen, das Fernsehgeschäft zu übernehmen", und nannte die Google-eigene Plattform die Nummer eins der Sehseiten in den USA: "YouTube ist nicht mehr nur Katzenvideos – YouTube ist Fernsehen."

Trumps Haltung: Von "Problem" zu Neutralität

Präsident Trump hatte im Dezember 2025 Ted Sarandos als "fantastisch" bezeichnet und bestätigt, dass er Sarandos in der Vorwoche im Oval Office empfangen hatte. Damals sagte Trump, er werde "in diese Entscheidung involviert sein" und äußerte Bedenken, dass Netflix mit einem "sehr großen Marktanteil" und dem Erwerb von Warner Bros. "ein Problem" darstellen könnte. Der Deal wurde zu diesem Zeitpunkt auf bis zu 82,7 Milliarden US-Dollar geschätzt und sollte, falls genehmigt, zwischen einem Jahr und 18 Monaten dauern.

Im frühen Februar 2026 änderte sich Trumps Haltung jedoch. Er erklärte, er "sollte nicht involviert sein" und würde die Entscheidung seinem Justizministerium überlassen. Ein Beamter des Weißen Hauses bestätigte gegenüber Business Insider, dass Präsident Trump "großartige Beziehungen zu allen Parteien in dieser potenziellen Transaktion" habe und "in diesem Prozess neutral bleibt, ohne Präferenz für einen der Bieter". Sarandos selbst bestätigte, dass Trump keine politischen Zugeständnisse oder "Gefälligkeiten" im Zusammenhang mit dem Warner Bros.-Deal gefordert habe.

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