Netflix-WBD-Deal: Sarandos kontert Camerons Kritik an Kino-Zukunft

Netflix-WBD-Deal: Sarandos kontert Camerons Kritik an Kino-Zukunft

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Die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery (WBD) durch Netflix hat in Hollywood eine hitzige Debatte ausgelöst. Während Netflix-Co-CEO Ted Sarandos die Vorteile des Deals hervorhebt, äußert der renommierte Regisseur James Cameron scharfe Bedenken hinsichtlich der Zukunft der Kinobranche. Sarandos wirft Cameron daraufhin vor, Teil einer Desinformationskampagne zu sein.

Kontroverse um WBD-Übernahme: Netflix im Kreuzfeuer

Netflix kündigte im Dezember seine Absicht an, Warner Bros. Discovery zu erwerben, ein Deal, der auch die Streaming-Dienste HBO und HBO Max umfassen würde. Dieser Vorschlag stieß umgehend auf Kritik von Teilen der Hollywood-Elite und kalifornischen Führungspersönlichkeiten. Nur wenige Tage später unterbreitete Paramount Skydance ein konkurrierendes All-Cash-Angebot für WBD.

Netflix-Co-CEO Ted Sarandos zeigte sich zuversichtlich, dass die geplante Übernahme erfolgreich abgeschlossen wird. Er betonte, dass der Deal das Wachstum von Netflix beschleunigen und Warner Bros. Discovery erheblichen Wert bieten würde. Das Unternehmen argumentiert zudem, dass seine Fusion mit WBD im Vergleich zu konkurrierenden Angeboten, insbesondere denen von Paramount und Skydance, weniger wahrscheinlich auf regulatorische Herausforderungen stoßen würde.

Sarandos kontert Camerons Kritik

Der legendäre Regisseur James Cameron, bekannt für Blockbuster wie "Titanic" und "Avatar", hat sich öffentlich gegen die geplante Übernahme ausgesprochen. In einem Brief an Senator Mike Lee, den Vorsitzenden des Senatsunterausschusses für Kartellrecht, Wettbewerbspolitik und Verbraucherrechte, äußerte Cameron seine Besorgnis. Er schrieb, dass Netflix' Geschäftsmodell "direkt im Widerspruch" zum Kinofilmgeschäft stehe.

Sarandos reagierte auf Camerons Kritik mit Überraschung und Enttäuschung. Er warf Cameron vor, Teil einer "Paramount-Desinformationskampagne" zu sein, die seit Monaten gegen den Deal laufe. Sarandos betonte, er habe Cameron Ende Dezember persönlich getroffen und ihm die 45-tägige Verpflichtung zur Kinovorführung von Filmen aus dem Warner Bros. Portfolio dargelegt.

Das Kernproblem: Kino vs. Streaming

In seinem Brief warnte Cameron, dass eine Netflix-WBD-Fusion die Kinoindustrie in ein "sinkendes Schiff" verwandeln würde. Er befürchtet Kinoschließungen, eine Reduzierung der Filmproduktion, das Aus für VFX-Unternehmen und eine Spirale von Arbeitsplatzverlusten. Cameron behauptete, Netflix würde lediglich eine 17-tägige Kinofreigabefrist zusagen.

Sarandos wies diese Behauptung entschieden zurück. Er bekräftigte, dass Netflix eine 45-tägige exklusive Kinofreigabe für Warner Bros. Filme zusagt und dies "von Anfang an klar" gewesen sei. "Ich habe niemals das Wort '17-Tage-Fenster' ausgesprochen", so Sarandos. Er habe diese Verpflichtung "unzählige Male in der Presse" kommuniziert und "unter Eid vor dem Senatsunterausschuss für Kartellrecht" bekräftigt.

Netflix' Versprechen und die Skepsis

Der Netflix-Co-CEO versicherte, dass das Warner Bros. Film- und Fernsehstudio "weitgehend so weitergeführt wird, wie es heute ist". Dies umfasse Filme, die 45 Tage lang in den Kinos laufen, sowie eine "gesunde, robuste Auswahl an Filmen jedes Jahr". Sarandos betonte, dass Netflix wachsen wolle, während der konkurrierende Paramount-Deal Kürzungen von 6 Milliarden US-Dollar und Arbeitsplatzverluste garantiere. Er sagte: "Wir wachsen, wachsen, und sie versprechen zu kürzen, kürzen, kürzen."

Trotz Sarandos' wiederholter Zusagen bleibt Skepsis bestehen. Eine Umfrage von World of Reel unter fast 1.000 Lesern ergab, dass nur 22 % Sarandos' Versprechen bezüglich der Kinofreigaben glauben, während 78 % davon überzeugt sind, dass er lügt. Netflix sieht den WBD-Deal zwar als vorteilhaft an, aber nicht als "absolut wesentlich". Analysten merkten an, dass Netflix von der Übernahme absehen könnte, sollten Konkurrenten wie Paramount ihre Angebote erheblich erhöhen. Netflix hat kürzlich sieben Projekte, die ursprünglich im Ausland gedreht werden sollten, nach New Jersey verlegt, wo der Streamer eine Produktionsstätte aufbaut und derzeit elf Filme produziert.

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