
Neue Alpha-Strategien: Wie Fondsmanager über traditionelle Aktien hinausgehen
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Die Suche nach Alpha, der Outperformance gegenüber einem Referenzindex, ist eine ewige Herausforderung für Fondsmanager. Während die meisten traditionellen Stock-Picker weiterhin Schwierigkeiten haben – zwischen 80 % und 90 % der US-Large-Cap-Investmentfonds haben den S&P 500 nach Gebühren über ein Jahrzehnt hinweg unterboten – entwickeln große Vermögensverwalter neue Ansätze. Firmen wie Pimco und State Street Investment Management konzentrieren sich auf eine breitere Portfolio-Konstruktion, die verschiedene Anlageklassen von Cash über Anleihen bis hin zu Rohstoffen umfasst, um differenzierte Renditen zu erzielen.
Diese Manager betonen, dass der US-Aktienmarkt weiterhin gut abschneiden kann. Doch angesichts großer Schwankungen an den Aktienmärkten durch geopolitische Schlagzeilen, makroökonomische Unsicherheiten und divergierende Zinspolitiken der Zentralbanken weltweit, kann eine Neuausrichtung der Portfolios im Jahr 2026 zusätzliche Renditen bringen. Matthew Bartolini, Global Head of Research Strategists bei State Street Investment Management, bemerkte, dass 2025 das erste Jahr seit 2019 war, in dem Aktien, Anleihen, Gold und Rohstoffe alle Cash übertrafen. Dies unterstreicht die Relevanz eines "Craftsmanship Alpha" oder "Portfolio Construction Alpha", das nicht auf dem Schlagen eines Index basiert.
Cash als Ausgangspunkt für Alpha
Investoren können bereits bei ihren Cash-Beständen ansetzen. Angesichts der enormen Mengen an Vermögenswerten, die in Cash-Äquivalenten gehalten werden, kann selbst eine Abkehr von traditionellem Cash Alpha generieren, so Bartolini. Jerome Schneider, Head of Short-Term Portfolio Management bei Pimco, ergänzt, dass die Verwaltung von Cash der erste Schritt sei und verbesserte Cash-Konten 1 % bis 2 % mehr als ein traditionelles Cash-Konto einbringen können.
Anleihen statt nur Aktien: Neue Renditechancen
Eine weitere Strategie ist die Suche nach zusätzlichen Renditen bei Anleihen, ohne dabei zu versuchen, den S&P 500 zu schlagen. Pimco bietet hierfür den aktiv verwalteten PIMCO US Stocks PLUS Active Bond ETF (SPLS) an, der ein passives Engagement im S&P 500 mit aktiven Fixed-Income-Strategien kombiniert. Schneider erwartet für 2026 ein weiterhin gesundes Wirtschaftswachstum, auch wenn die US-Wirtschaft Anzeichen einer ungleichmäßigen Entwicklung in Haushalten und Sektoren zeigt.
Es sei wichtig, über die US-Märkte hinauszublicken. Schneider verweist auf die divergierenden geldpolitischen Wege in Ländern wie Kanada, Japan, Australien und dem Vereinigten Königreich als Quelle für Relative-Value-Opportunitäten. Er merkt an, dass die Geldpolitiken "zum ersten Mal seit fast einer Finanzgeneration sehr divergent" sind. Investoren sollten auch ein breites Spektrum an Fixed-Income-Engagements in Betracht ziehen, einschließlich verbriefter Vermögenswerte wie Agency Mortgages, anstatt sich spät im Zyklus nur auf Unternehmensanleihen zu konzentrieren. Passive Benchmarks könnten die Flexibilität einschränken, besonders in Zeiten hoher Bewertungen und geopolitischer Unsicherheiten.
Anpassung des S&P 500 Engagements und Risikoprofils
Die Verbesserung des traditionellen Portfoliodesigns bedeutet nicht, den US-Markt aufzugeben, so Bartolini. Vielmehr geht es darum, zusätzliche Anlageklassen zur Absicherung von US-Marktrisiken zu nutzen. State Street bietet hierfür den SPDR Bridgewater All Weather ETF (ALLW) an, der in globale Aktien, Anleihen, inflationsgebundene Anleihen und Rohstoffe investiert.
Viele Portfolios sind stark auf US-Aktien oder generell auf Aktien ausgerichtet. Bartolini betont, dass Kunden strukturell untergewichtet in Sachwerten wie Gold, Rohstoffen oder inflationsgebundenen Anleihen sind. Gold verzeichnete im letzten Jahr die beste Rendite seit 1979, und 70 % der internationalen Aktien übertrafen den US-Markt. Gold, Silber und Platin erreichten kürzlich Rekordhochs. Dies spricht für eine stärkere "Mischung" von Vermögenswerten, anstatt einer 80%igen Exposition gegenüber US-Aktien.
Obwohl Investitionen in US-Aktien in den letzten 15 Jahren "der gewinnbringendste Handel" waren, sieht Bartolini keinen massiven Ausverkauf von US-Vermögenswerten. Stattdessen schlägt er eine Rotation vor, bei der das Engagement in US-Large-Cap-Aktien von 80 % auf 75 % oder 70 % reduziert wird. Er hebt auch das erneute Interesse an Small-Cap-Aktien in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 hervor, das durch Erwartungen einer leichteren Geldpolitik und fiskalische Unterstützung angeheizt wurde. Small-Cap-Aktien haben seit Mitte 2025 Large-Caps übertroffen, und der Russell 2000 Index notiert auf einem Allzeithoch, mit einem Anstieg von fast 9 % in diesem Jahr.
Portable Alpha: Trennung von Beta und aktivem Risiko
Auf der 2025 Investment Innovation Conference wurde ein weiterer Ansatz diskutiert: die "Portable Alpha"-Methode. Hierbei können Investoren zwei Bausteine im Aktienportfolio haben: Einer repliziert den Benchmark passiv, während der andere aktives Risiko eingeht, um einen Mehrwert über dem Benchmark zu erzielen. Dieser Stil ermöglicht es, das Benchmark-Risiko durch passive Aktienengagements zu isolieren und gleichzeitig das Kapital des Fonds effizient für den Aufbau des aktiven Risikos zu nutzen.
Alloune, ein Experte auf der Konferenz, betonte, dass die Trennung von Beta und die Einführung von Absolute-Return-Strategien im Gesamtansatz es ermöglichen, diese Risiken unabhängig voneinander zu managen. Er wies jedoch auch auf die Komplexität der Implementierung hin, die durch gute Governance und Fondsstruktur angegangen werden kann. Die wahre Herausforderung liege darin, die Bereitschaft der Anlageausschüsse für diesen nicht-traditionellen Ansatz zu gewinnen.
Trotz struktureller Risikobetrachtungen kann ein aktiver Ansatz institutionellen Anlegern helfen, das Verschwinden von Alpha in globalen Aktienstrategien zu verhindern. Dies kann durch die Erweiterung des Umfangs investierbarer Strategien erreicht werden, um Extension Funds und Equity Long Shorts einzubeziehen, die eine größere Streuung der Renditen im Vergleich zum Long-Only-Universum aufweisen. Ein rein passiver Ansatz bei globalen Aktien ist besonders riskant, da es eine zunehmende Konzentrationsgefahr durch die Gruppe führender Technologieaktien, bekannt als die "Magnificent Seven", gibt.
Die Daten zeigen, dass die durchschnittliche globale Long-Only-Aktienmanager im Jahr 2015 eine Rendite von 1,8 % über dem Benchmark erzielte, während das Ergebnis im Jahr 2025 unter Null lag. Dies bedeutet, dass mehr als die Hälfte der globalen Long-Only-Aktienmanager ihren Benchmark unterbieten. Diese Entwicklung unterstreicht die Notwendigkeit, über traditionelle Ansätze hinauszudenken und neue Wege zur Alpha-Generierung zu erkunden.