New York plant "Pied-à-terre"-Steuer auf Luxus-Zweitwohnsitze

New York plant "Pied-à-terre"-Steuer auf Luxus-Zweitwohnsitze

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New York intensiviert die Debatte um die Besteuerung vermögender Immobilienbesitzer mit einem neuen Vorschlag für eine "Pied-à-terre"-Steuer. Diese zielt auf hochpreisige Zweitwohnsitze von Nicht-Residenten ab, um das städtische Haushaltsdefizit zu schließen und eine gerechtere Lastenverteilung zu erreichen. Die Maßnahme stößt auf geteilte Meinungen, insbesondere in der Immobilienbranche.

New York plant "Pied-à-terre"-Steuer für Luxus-Zweitwohnsitze

Die Gouverneurin von New York, Kathy Hochul, und der Bürgermeister von New York City, Zohran Mamdani, haben eine neue Steuer vorgeschlagen, die auf Zweitwohnsitze von Nicht-Residenten abzielt. Diese sogenannte "Pied-à-terre"-Steuer soll eine jährliche Abgabe auf Ein- bis Dreifamilienhäuser, Eigentumswohnungen und Genossenschaftswohnungen erheben, deren Wert 5 Millionen US-Dollar übersteigt und deren Eigentümer ihren Hauptwohnsitz außerhalb von New York City haben.

Der Vorschlag ist ein wichtiger Schritt zur Schließung des Haushaltsdefizits von New York City, das sich auf 5,4 Milliarden US-Dollar beläuft. Die Steuer wird voraussichtlich jährliche Einnahmen von 500 Millionen US-Dollar generieren. Hochul betonte, dass es sich nicht um eine Steuer für New Yorker Einwohner handelt, sondern um eine Maßnahme, die vermögende Nicht-Residenten zur Finanzierung öffentlicher Dienstleistungen heranzieht.

Details der vorgeschlagenen Steuer

Die "Pied-à-terre"-Steuer richtet sich explizit an Eigentümer, deren Hauptwohnsitz nicht in New York City liegt und die eine Zweitimmobilie im Wert von über 5 Millionen US-Dollar besitzen. Schätzungen zufolge könnten etwa 13.000 Luxuswohnungen von dieser Steuer betroffen sein.

Prominente Beispiele für solche Immobilien sind das 238 Millionen US-Dollar teure Penthouse von Hedgefonds-Manager Ken Griffin in 220 Central Park South oder die 20,5 Millionen US-Dollar teure Immobilie des russischen Autohändlers Alexander Varshavsky. Die Steuer soll sicherstellen, dass auch Eigentümer, die nicht in der Stadt leben oder keine Einkommenssteuer zahlen, zu wesentlichen Dienstleistungen wie Polizei und Parks beitragen.

Motivation: Haushaltsdefizit und Fairness

Die Befürworter der Steuer argumentieren, dass sie ein Ungleichgewicht zwischen Vollzeit- und Teilzeit-Immobilienbesitzern adressiert. Gouverneurin Hochul erklärte: "Der Immobilienwert solcher Häuser wird durch alles angetrieben, was New York City zu bieten hat. Deshalb ist es ein wertvoller Ort. Aber die Menschen, die diese Pied-à-terres besitzen, tragen nicht auf die gleiche Weise bei wie die 8,3 Millionen Einwohner New Yorks." Sie fügte hinzu: "Wenn Sie sich ein 5 Millionen US-Dollar teures Zweitwohnsitz leisten können, das die meiste Zeit des Jahres leer steht, können Sie es sich auch leisten, wie jeder andere New Yorker beizutragen."

Bürgermeister Mamdani, ein demokratischer Sozialist, sieht die Steuer als Teil eines umfassenderen Bestrebens, Beiträge von den Reichen zu erhöhen. Er kommentierte: "Als ich für das Bürgermeisteramt kandidierte, sagte ich, ich würde die Reichen besteuern. Nun, heute besteuern wir sie." Die Maßnahme zielt darauf ab, "ultrareiche Nicht-Residenten und globale Eliten" zu erfassen, die New Yorker Immobilien eher als Wertspeicher denn als Hauptwohnsitz nutzen.

Reaktionen aus Politik und Immobilienbranche

Die vorgeschlagene Steuer findet breite politische Unterstützung. Bürgermeister Mamdani und Gouverneurin Hochul betonten die Notwendigkeit, das Haushaltsdefizit fair zu schließen. Stadtverordnetenvorsteherin Julie Menin bezeichnete den Vorschlag als "klug und vernünftig", der erhebliche neue Einnahmen zur Finanzierung wichtiger Dienstleistungen generieren werde. Eine Umfrage zeigt, dass 93 % der New Yorker die "Pied-à-terre"-Steuer unterstützen.

Die Immobilienbranche äußert sich jedoch kritisch. Jim Whelan, Präsident des Real Estate Board of New York, warnte: "Sie wird nicht die erwarteten Einnahmen erzielen, sondern Tausende von Bauarbeitsplätzen vernichten, Immobilienwerte senken und die Kosten für New Yorker erhöhen." Er forderte stattdessen Maßnahmen, die Investitionen und Wohnungsbau fördern. Ravi Kantha von Serhant sprach von einem "Tod durch tausend Schnitte" und befürchtet, dass die Steuer selbst die wohlhabendsten Menschen dazu bringen könnte, New York zu verlassen.

Breitere Implikationen für die Steuerpolitik

Der Vorschlag unterstreicht eine wachsende Kluft in den steuerpolitischen Ansätzen, da die Bundesstaaten den konkurrierenden Druck bewältigen müssen, Einnahmen zu generieren und gleichzeitig die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Während New York versucht, mehr Einnahmen von Topverdienern und Luxusimmobilienbesitzern zu erzielen, die bereits einen erheblichen Anteil an den gesamten Steuereinnahmen leisten, verlagern Unternehmen in den USA ihre Aktivitäten zunehmend in Staaten mit geringerer Regulierung und niedrigeren Kosten.

Die Debatte um die "Pied-à-terre"-Steuer ist Teil einer nationalen Diskussion darüber, wie Zweitwohnsitze aggressiver besteuert werden können, und der anhaltenden Befürchtungen, dass höhere Steuern wohlhabende Einwohner und deren Einkommen aus New York vertreiben könnten. Die endgültigen Details der Steuer, wie die genaue Höhe des Aufschlags oder eine mögliche Staffelung, müssen noch mit der Legislative ausgehandelt werden.

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