New York verklagt UPS wegen Millionen-Lohnbetrugs an Saisonkräften

New York verklagt UPS wegen Millionen-Lohnbetrugs an Saisonkräften

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New York hat eine Klage gegen den Lieferriesen UPS eingereicht, die dem Unternehmen systematischen Lohnbetrug an Tausenden von Saisonarbeitskräften im Bundesstaat vorwirft. Generalstaatsanwältin Letitia James beschuldigt UPS, Millionen von Dollar durch unrechtmäßige Zeiterfassungspraktiken unterschlagen zu haben.

Klage gegen UPS wegen Lohnbetrugs

New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James hat am Montag eine Zivilklage gegen United Parcel Service, Inc. (UPS) eingereicht. Dem weltweit größten Paketlieferdienst, der jährlich über 90 Milliarden US-Dollar Umsatz generiert und fast 500.000 Menschen weltweit beschäftigt, wird vorgeworfen, Tausende von Saisonarbeitskräften im Bundesstaat New York um Millionen von Dollar an Löhnen betrogen zu haben. Die Klage, die vor einem New Yorker Staatsgericht eingereicht wurde, wirft UPS vor, Arbeitsgesetze durch unrechtmäßige Zeiterfassungspraktiken verletzt zu haben.

Systematische Praktiken im Fokus

Generalstaatsanwältin Letitia James erklärte in einer Stellungnahme, UPS habe sein Weihnachtsgeschäft auf dem Rücken von Mitarbeitern aufgebaut, die nicht für ihre Zeit und Arbeit bezahlt wurden. Sie fügte hinzu: „Die Saisonmitarbeiter von UPS arbeiten brutale Stunden in der Kälte, um die Weihnachtspakete zu liefern, auf die Familien im ganzen Land zählen. Anstatt diese Arbeiter fair für ihre Arbeit zu entschädigen, hat UPS den Grinch gespielt.“

Eine 2023 eingeleitete Untersuchung des Büros der Generalstaatsanwältin (OAG) ergab, dass diese Verstöße keine Einzelfälle waren. Vielmehr handelte es sich um „wiederholte und hartnäckige Praktiken, die in den New Yorker Betrieben von UPS verankert sind“ und Dutzende von Einrichtungen betreffen. Die Untersuchung wurde durch einen Hinweis der Gewerkschaft Teamsters Local 804 ausgelöst, die Bedenken hinsichtlich weit verbreiteten Lohnbetrugs bei Saisonarbeitskräften äußerte.

Die Vorwürfe im Detail

Die Klage listet mehrere spezifische Praktiken auf, durch die UPS angeblich Löhne unterschlagen hat:

  • Verzögerte Zeiterfassung: Saisonarbeitskräfte, darunter „Driver Helpers“ und „Seasonal Support Drivers“, mussten ihren Arbeitsbeginn in der Zeiterfassungssoftware verzögern, bis sie das erste Paket gescannt oder zugestellt hatten. Dies geschah, obwohl sie bereits Stunden zuvor am Lager oder an Treffpunkten gewartet hatten.
  • Automatische Pausenabzüge: UPS zog automatisch 30-minütige Essenspausen ab, unabhängig davon, ob die Mitarbeiter diese tatsächlich genommen hatten.
  • Unbezahlte Wartezeiten: Mitarbeiter wurden manchmal ohne Bezahlung nach Hause geschickt, nachdem sie stundenlang am Arbeitsplatz gewartet hatten.
  • Weitere unbezahlte Tätigkeiten: Die Untersuchung ergab, dass Arbeiter nicht für Fahrten zwischen Aufträgen, das Ansehen von Schulungsvideos oder die Rückgabe nicht zugestellter Pakete bezahlt wurden.

Diese Praktiken sollen gegen das New York Labor Law, einschließlich Mindestlohn-, Überstunden- und Aufzeichnungspflichten, sowie den federal Fair Labor Standards Act verstoßen haben.

Reaktionen und Forderungen

UPS hat die Vorwürfe, Mitarbeiter absichtlich unterbezahlt zu haben, zurückgewiesen. Das Unternehmen erklärte gegenüber CBS News, es biete seinen über 26.000 Mitarbeitern in New York branchenführende Löhne und Leistungen und halte sich an alle geltenden Gesetze. Ein Sprecher von UPS fügte hinzu, man sei sich der Nachrichten des New Yorker Generalstaatsanwaltsbüros bewusst und kommentiere laufende Rechtsstreitigkeiten grundsätzlich nicht. Man nehme jedoch alle Anschuldigungen ernst und untersuche die Angelegenheit gründlich.

Die Klage fordert die Nachzahlung von Löhnen für betroffene UPS-Mitarbeiter in New York. Zudem wird ein Gerichtsbeschluss verlangt, der das Unternehmen dazu verpflichtet, unbezahlte Arbeit zu beenden und seine Zeiterfassungs- und Gehaltsabrechnungspraktiken grundlegend zu reformieren. Gewerkschaftsführer wie Vincent Perrone, Präsident von Teamsters Local 804, und Thomas Gesualdi, Präsident von Teamsters Joint Council 16, lobten die Maßnahmen der Generalstaatsanwältin und betonten, dass man sich gegen Unternehmensgier und Missbrauch zur Wehr setzen werde.

Erwähnte Persönlichkeiten