
New Yorker Glücksspiellizenzen: Milliardeninvestitionen für Casinos in Bronx und Queens
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Die New York Gaming Facility Location Board hat am 1. Dezember die Vergabe von drei begehrten Glücksspiellizenzen für den Großraum New York City empfohlen. Diese Entscheidung ebnet den Weg für milliardenschwere Casino-Projekte in der Bronx und in Queens, deren Einnahmen bereits im Staatshaushalt berücksichtigt sind. Die endgültige Genehmigung durch die staatliche Gaming Commission wird noch vor Jahresende erwartet.
Grüne Ampel für New Yorker Casino-Projekte
Die Empfehlungen der Gaming Facility Location Board umfassen drei prominente Vorschläge. Zum einen soll Bally's eine Lizenz für ein Casino auf einem Golfplatz in der Bronx erhalten. Des Weiteren wurde das Hard Rock Casino, geplant neben dem Citi Field, der Heimat der New York Mets, in Queens, empfohlen. Schließlich soll Resorts World seine bestehende Spielhalle in Queens nahe des John F. Kennedy Airports zu einem Vollcasino ausbauen.
Diese Projekte sind das Ergebnis eines langwierigen Auswahlprozesses, der 2013 mit einem Referendum zur Legalisierung von Casino-Glücksspiel im gesamten Bundesstaat begann. Bislang befinden sich die vier Vollcasinos New Yorks im Upstate-Bereich, weit entfernt von Manhattan. Die nun empfohlenen Lizenzen bringen erstmals vollwertige Casinos mit Tischspielen in die Metropolregion.
Die Kandidaten im Detail: Milliardeninvestitionen und prominente Namen
Die drei empfohlenen Projekte versprechen umfangreiche Investitionen und eine Neugestaltung ihrer Standorte:
- Bally's in der Bronx: Das Unternehmen plant eine 4 Milliarden US-Dollar teure Entwicklung auf einem Parkplatz und Übungsgrüns des städtischen Ferry Point Golfplatzes. Dieser Platz wurde zuvor von der Trump Organization betrieben. Bally's erwarb die Betriebsrechte 2023 und hat zugesagt, weitere 115 Millionen US-Dollar an die Trump Organization zu zahlen, sollte die Casino-Lizenz erteilt werden. Das Projekt umfasst einen von Jack Nicklaus entworfenen Golfplatz. Bally's Corporation meldete für das dritte Quartal 2025 einen Umsatz von 663,7 Millionen US-Dollar, ein Anstieg von 5,4 % gegenüber dem Vorjahr, und hat kürzlich strategische Schritte wie die Übernahme des International Interactive Geschäfts durch Intralot S.A. und den Abbau von Schulden in Höhe von 1,3 Milliarden US-Dollar bekannt gegeben.
- Hard Rock in Queens (Citi Field): Der Eigentümer der New York Mets, Milliardär Steve Cohen, schlägt ein 8,1 Milliarden US-Dollar teures Hard Rock Casino auf einem Parkplatz des Citi Field vor. Der Komplex, bekannt als Metropolitan Park, soll einen Veranstaltungsort mit über 5.000 Sitzplätzen, ein Hotel mit 1.000 Zimmern sowie Einzelhandels- und Einkaufsflächen umfassen. Ein kürzlich aufgetretener Streit mit der U.S. Tennis Association (USTA) bezüglich Parkplätzen und Zugang während der US Open wurde beigelegt, wobei die Überlegenheit der USTA in der Region vertraglich gesichert wurde.
- Resorts World in Queens (Aqueduct Racetrack): Das in Malaysia ansässige Unternehmen Resorts World plant, über 5 Milliarden US-Dollar in seine bestehende Spielhalle am Aqueduct Racetrack zu investieren. Ziel ist es, das sogenannte "Racino" in ein vollwertiges Casino mit traditionellen Tischspielen wie Blackjack und Poker sowie Hotel-, Gastronomie- und Unterhaltungsangeboten umzuwandeln.
Ein hart umkämpftes Feld: Wer ausschied und warum
Der Wettbewerb um die New Yorker Lizenzen war von Anfang an intensiv. Ursprünglich waren im September noch etwa acht Vorschläge im Rennen. Vier dieser hochkarätigen Pläne scheiterten jedoch an der Zustimmung lokaler Beiräte und schieden damit automatisch aus. Dazu gehörte auch ein von Jay-Z unterstützter Plan für ein Caesars Palace am Times Square sowie zwei weitere Resorts in Zentral-Manhattan.
Im Oktober zog sich zudem MGM abrupt aus dem Lizenzwettbewerb zurück. Das Las Vegas Casino-Unternehmen hatte eine umfassende Erweiterung des Empire City Casino am Yonkers Raceway nördlich von Manhattan im Wert von 2,3 Milliarden US-Dollar geplant. MGM begründete den Rückzug mit einer "neu definierten Wettbewerbslandschaft" – mit vier Vorschlägen in einem kleinen geografischen Gebiet – und der Erwartung einer nur 15-jährigen Lizenz anstelle der ursprünglich angenommenen 30 Jahre, was die Renditeerwartungen veränderte.
Erwartete Vorteile und politische Unterstützung
Die Gaming Facility Location Board hob zahlreiche versprochene Vorteile der Projekte für die Gemeinschaft hervor. Dazu gehören Investitionen in die öffentliche Sicherheit sowie Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr und der Straßeninfrastruktur. Gouverneurin Kathy Hochul betonte, dass jedes genehmigte Projekt "echte Vorteile für seine Gemeinschaft" und "nachhaltige Wirtschaftspläne" bieten müsse. Sie zeigte sich dankbar für die sorgfältige Prüfung der Anträge und hob hervor, dass die drei Projekte "Milliarden an Finanzmitteln für die MTA freisetzen und Zehntausende von Arbeitsplätzen schaffen" sollen.
Trotz der breiten Unterstützung gab es auch Widerstand. Eine Gruppe von Anti-Casino-Demonstranten protestierte während der Sitzung im CUNY Graduate Center in Midtown und wurde unter "Schämt euch!"-Rufen aus dem Saal geleitet.
Ausblick auf die endgültige Entscheidung
Die Empfehlungen der Gaming Facility Location Board liegen nun bei der staatlichen Gaming Commission. Diese wird die Vorschläge in den kommenden Wochen prüfen und voraussichtlich bis Ende des Jahres die Lizenzen formell erteilen. Mit dieser Entscheidung wird New York City eine neue Ära des Glücksspiels einläuten und die wirtschaftliche Landschaft der Metropole nachhaltig prägen.