New Yorker "Pied-à-terre Steuer": Milliardär Griffin im Visier der Politik

New Yorker "Pied-à-terre Steuer": Milliardär Griffin im Visier der Politik

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New York City plant die Einführung einer sogenannten "pied-à-terre Steuer" auf Luxusimmobilien, die nicht als Hauptwohnsitz dienen. Dieses Vorhaben führte zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zwischen Bürgermeister Zohran Mamdani und Hedgefonds-Milliardär Ken Griffin, dessen 238-Millionen-Dollar-Penthouse im Fokus der Debatte steht. Die Kontroverse wirft Fragen über die Zukunft großer Bauprojekte und die Attraktivität New Yorks für wohlhabende Investoren auf.

New Yorks geplante "pied-à-terre Steuer"

Am Tax Day kündigte das Büro des New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani die erste "pied-à-terre Steuer" der Stadt an. Diese jährliche Gebühr soll für Luxusimmobilien gelten, die über 5 Millionen US-Dollar bewertet werden und deren Eigentümer nicht dauerhaft in New York leben. Das Ankündigungsvideo, das fast 470.000 Aufrufe und 48.000 Likes verzeichnete, wurde vor dem Gebäude 220 Central Park South gedreht.

Dort besitzt Ken Griffin, CEO von Citadel und mit einem Vermögen von über 51 Milliarden US-Dollar einer der reichsten Männer der Welt, ein vierstöckiges Penthouse. Er erwarb es 2019 für 238 Millionen US-Dollar, was damals den höchsten Preis darstellte, der jemals für ein Haus in den Vereinigten Staaten gezahlt wurde. Mamdani erklärte in dem einminütigen Clip: „Als ich für das Bürgermeisteramt kandidierte, sagte ich, ich würde die Reichen besteuern. Nun, heute besteuern wir die Reichen.“

Citadel reagiert auf die Steuerpläne

Eine Woche nach der Veröffentlichung des Videos deutete Gerald Beeson, COO von Citadel, an, dass das Unternehmen ein massives Bauprojekt in Midtown möglicherweise nicht fortsetzen werde. In einem Brief, den das Wall Street Journal einsehen konnte, schrieb Beeson: „Wir stehen kurz davor, die Sanierung der 350 Park Avenue zu beginnen, wodurch 6.000 hochbezahlte Bauarbeitsplätze und über 15.000 dauerhafte Arbeitsplätze in Midtown New York entstehen würden.“ Er fügte hinzu: „Das Projekt – falls wir es umsetzen – wird Ausgaben von mehr als 6 Milliarden Dollar nach sich ziehen.“

Beeson kritisierte den Bürgermeister persönlich dafür, Griffin namentlich genannt zu haben. Laut dem Journal hieß es in dem Brief: „Es ist beschämend, dass er Kens Namen als Beispiel für diejenigen benutzt hat, die angeblich nicht ihren gerechten Anteil an den Lasten der oft kostspieligen und verschwenderischen Ausgaben von New York City tragen.“ Beeson warf dem Bürgermeister vor, „einmal mehr die Ignoranz und Verachtung der politischen Elite gegenüber denen manifestiert zu haben, die sich konsequent dem Aufbau einer der größten Städte der Welt verschrieben haben.“ Citadel beschäftigt fast 2.500 Mitarbeiter in New York City.

Details zur "pied-à-terre Steuer" und politische Debatte

Die "pied-à-terre Steuer" ist ein zentrales Wahlversprechen von Bürgermeister Mamdani, das er unter dem Motto „Tax the Rich“ verfolgt. Die Steuer, die von Gouverneurin Kathy Hochul unterstützt wird und noch die Zustimmung der Staatslegislatur benötigt, würde für Ein- bis Dreifamilienhäuser, Eigentumswohnungen und Genossenschaften über 5 Millionen US-Dollar gelten, wenn der Hauptwohnsitz des Eigentümers außerhalb von New York City liegt. Mamdanis Büro schätzt, dass die Steuer jährlich mindestens 500 Millionen US-Dollar einbringen könnte, die für kostenlose Kinderbetreuung, Straßenreinigung und Nachbarschaftssicherheit verwendet werden sollen.

Mamdani argumentierte, die Steuer würde ein „grundlegend unfaires System“ korrigieren. Er sagte: „Diese Einheiten stehen leer. Und trotzdem können sie die enormen finanziellen Vorteile des Immobilienbesitzes in, wage ich zu sagen, der größten Stadt der Welt ernten.“ Die "pied-à-terre Steuer" wurde in New Yorker Politikerkreisen seit Jahren diskutiert, scheiterte aber wiederholt in Albany. Mamdani hatte zuvor eine Vermögenssteuer in New York gefordert und erklärte, die Stadt wäre gezwungen, stattdessen die Grundsteuern zu erhöhen, falls die "pied-à-terre Steuer" keine staatliche Genehmigung erhielte.

Milliardäre und Steuerflucht

Ken Griffin verlegte den Hauptsitz von Citadel im Jahr 2022 von Chicago nach Miami, angezogen von Floridas fehlender persönlicher Einkommensteuer. Er ist nicht der einzige Milliardär, der diesen Schritt vollzog; auch Jeff Bezos, Mark Zuckerberg sowie die Google-Mitbegründer Larry Page und Sergey Brin verließen kürzlich Hochsteuerstaaten und unterhalten nun Wohnsitze in Florida. Griffin erwarb zudem kürzlich ein weiteres Duplex-Apartment für 38 Millionen US-Dollar in New York, nur wenige Blocks von dem Ort entfernt, an dem Mamdani sein Video drehte.

Unterstützung und Kritik aus der Wirtschaft

Einige Tage nach der Veröffentlichung des Videos äußerte sich auch Milliardär Bill Ackman, CEO von Pershing Square, auf X und unterstützte Griffin und Citadel in der öffentlichen Auseinandersetzung. Ackman schrieb: „Nicht-Residenten, die Millionen von Dollar für NYC-Apartments ausgeben, tragen dazu bei, die Wirtschaft von NYC anzukurbeln.“ Er betonte, dass die „Ken Griffins dieser Welt die Entwicklung von High-End-Immobilien in NYC ermöglichen und hochbezahlte Bau-, Makler-, Rechts-, Marketing- und andere Arbeitsplätze in NYC schaffen.“ Ackman schloss mit der Bemerkung: „Wir sollten Ken dafür applaudieren, dass er 238 Millionen Dollar in NYC ausgibt, anstatt ihn dafür anzugreifen.“

Erwähnte Persönlichkeiten