New Yorks Pied-à-terre Steuer: Debatte um Luxus-Zweitwohnsitze

New Yorks Pied-à-terre Steuer: Debatte um Luxus-Zweitwohnsitze

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New York Citys Bürgermeister Zohran Mamdani und Gouverneurin Kathy Hochul haben gemeinsam einen neuen Steuerentwurf vorgestellt, der auf wohlhabende Eigentümer von Zweitwohnsitzen in der Stadt abzielt. Diese sogenannte Pied-à-terre Steuer soll Luxusimmobilien im Wert von über 5 Millionen US-Dollar besteuern und könnte laut der Hochul-Administration bis zu 500 Millionen US-Dollar an Einnahmen für New York City generieren. Die Ankündigung, die Mamdanis Wahlversprechen einlöst, spaltet die Meinungen von Akademikern, Think-Tank-Forschern und Analysten.

Die vorgeschlagene Pied-à-terre Steuer im Detail

Die geplante Steuer richtet sich an Personen, die einen Zweitwohnsitz in New York besitzen, dessen Wert 5 Millionen US-Dollar übersteigt. Gouverneurin Hochul erklärte, das Ziel sei es, jährlich 500 Millionen US-Dollar einzunehmen, um das erwartete Haushaltsdefizit von 5,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2027 zu verringern. Sie betonte: „Wenn Sie sich ein zweites Zuhause für 5 Millionen Dollar leisten können, das die meiste Zeit des Jahres leer steht, können Sie es sich leisten, wie jeder andere New Yorker einen Beitrag zu leisten.“

Hochul verwies auf ähnliche Modelle in internationalen Städten wie Paris und Toronto und argumentierte, es sei eine Frage der Fairness. Wer von der Stadt profitiere, ohne dort dauerhaft zu leben, solle zu den Kosten für öffentliche Sicherheit, Parks, Annehmlichkeiten, Straßen und das U-Bahn-System beitragen.

Argumente der Befürworter: Einnahmen und Gerechtigkeit

Emily Eisner, amtierende Geschäftsführerin des Fiscal Policy Institute, sieht den Vorschlag als wichtigen Schritt, um das Steuersystem New Yorks an den wachsenden Wohlstand der Stadt anzupassen. Sie schrieb in einer Erklärung, die Steuer werde „dringend benötigte Einnahmen von wohlhabenden Immobilieneigentümern generieren, die nicht in der Stadt wohnen.“ Dies sei ein wichtiger Schritt, um ein Steuersystem zu schaffen, das den immensen Reichtum der Stadt widerspiegelt und Investitionen in Arbeitskräfte, Wohnraum und Verkehrsinfrastruktur finanzieren kann.

Laut Eisner haben die Einnahmen New York Citys in den letzten 15 Jahren nicht mit dem Wirtschaftswachstum Schritt gehalten, was zu einem Ungleichgewicht im Steuersystem geführt habe. Diese Lücke belaste die öffentlichen Dienste und resultiere größtenteils aus der begrenzten Befugnis der Stadt, ihre Steuerstruktur an die wachsende Ungleichheit anzupassen.

Der Mythos der Abwanderung von Reichen

Gabriel Zucman, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Paris School of Economics, widersprach der Befürchtung, die Steuer könnte wohlhabende Hausbesitzer aus New York vertreiben. Bei einem Forum von Bürgermeister Mamdani bezeichnete er diese Annahme als „weitgehend einen Mythos“ und sogar als „Propaganda“.

Zucman erklärte, dass bei jeder Überlegung einer Steuererhöhung für sehr Wohlhabende oft Warnungen vor Abwanderung laut würden, um höhere Steuern zu verhindern. Die Forschung zeige jedoch das Gegenteil. Es gebe viele sorgfältige empirische Studien, die Steueränderungen und deren Korrelation mit Migration untersucht hätten, und die überwältigende Schlussfolgerung sei, dass „es nicht der Fall ist, dass absolut niemand geht.“

Kritik: „Gimmicky“ und weitreichende Folgen

Nicole Gelinas, Senior Fellow am Manhattan Institute, bezeichnete den Vorschlag gegenüber dem Jewish News Syndicate als „gimmicky“ (trickreich) und nicht als umfassende Steuerreform. Sie kritisierte, es sei „eine trickreiche Idee, die Reichen zu besteuern, im Wesentlichen als Marketingtrick, während der Staatshaushalt weiterhin stagniert.“

Gelinas, die sich auf Stadtpolitik und öffentliche Finanzen konzentriert, argumentierte, dass der Vorschlag zwar für die meisten Menschen ohne Zweitwohnsitz gut klingen mag, aber keine „rationale Steuerstrategie“ sei. Eine bessere Option wäre ihrer Meinung nach, „das Leerstehenlassen eines Hauses oder einer Wohnung sanft zu entmutigen“ als Teil einer umfassenderen Reform der Grundsteuern. Sie äußerte auch Bedenken, dass es sich um einen „verzweifelten Griff nach Bargeld“ handele, obwohl die Einnahmen von Staat und Stadt, einschließlich der Grundsteuern, mit der Wirtschaft natürlich steigen.

Auswirkungen auf den breiteren Immobilienmarkt

Bess Freedman, CEO des Immobilienmaklerunternehmens Brown Harris Stevens, warnte in einem Memo an ihre Mitarbeiter, dass die Auswirkungen der Steuer weit über die extrem Reichen hinausgehen könnten. „Obwohl dieser Vorschlag als Steuer auf die Ultrareichen dargestellt wird, ist die Realität, dass seine Auswirkungen weit über ein enges Marktsegment hinausgehen würden“, sagte sie.

Freedman befürchtet, dass ein Rückgang der Luxusimmobilienwerte sich auf den breiteren Markt auswirken, Preise drücken und letztendlich „Hausbesitzer auf allen Ebenen beeinflussen“ könnte. James Whelan, Präsident des Real Estate Board of New York, äußerte ebenfalls Bedenken hinsichtlich der breiteren wirtschaftlichen Auswirkungen. Er argumentierte, die Steuer könnte Investitionen in der Stadt abschrecken. Laut ABC 7 News erklärte Whelan: „Sie werden verlorene Bauarbeitsplätze haben, Sie werden niedrigere Immobilienwerte für Vollzeitbewohner haben, und Sie werden höhere Kosten haben, da Investitionen in der ganzen Stadt versiegen.“

Erwähnte Persönlichkeiten