New Yorks Wohnungskrise: Mamdanis Mietstopp und Garodnicks Reformen im Fokus

New Yorks Wohnungskrise: Mamdanis Mietstopp und Garodnicks Reformen im Fokus

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New York City steht vor einer tiefgreifenden Wohnungskrise, die Bürgermeister Zohran Mamdani mit einem umfassenden Mietpreisstopp bekämpfen will. Dieser ambitionierte Plan, der Mieter entlasten soll, birgt jedoch das Risiko, Vermieter in finanzielle Bedrängnis zu bringen und die Instandhaltung von Gebäuden zu gefährden. Gleichzeitig setzte der scheidende Planungsdirektor Dan Garodnick auf weitreichende Zonierungsreformen, um das Wohnungsangebot langfristig zu erhöhen.

New Yorks Kampf gegen die Wohnkostenkrise

Die Wohnungskrise in New York City verschärft sich zusehends, wobei ein Drittel der Haushalte mindestens die Hälfte ihres Einkommens für Miete ausgibt. Bürgermeister Zohran Mamdani, der im November die Wahl gewann, versprach Lösungen für diese Krise. Seine Kampagne zielte auf die Sorgen der New Yorker ab, von denen zwei Drittel Mieter sind.

Mamdani hat sich zum Ziel gesetzt, die Mieten für die rund 1 Million mietpreisgebundenen Wohnungen in der Stadt einzufrieren. Dieser Schritt soll ein wichtiges Signal an die Mieter senden, dass der Bürgermeister ihre Interessen vertritt.

Mamdanis Mietpreisstopp: Hoffnung für Mieter, Sorge für Eigentümer

Der geplante Mietpreisstopp ist eine Top-Priorität für Bürgermeister Mamdani, wie der scheidende Planungsdirektor Dan Garodnick erwartet. Mamdani erklärte im Januar, dass "heute der Beginn einer neuen Ära für New York City" sei, und verwies auf Geschichten von Bewohnern, die mit mangelhaften Heizsystemen und Kakerlaken leben müssen. Er betonte, dass die New Yorker für einen Neuanfang gestimmt hätten, um Wohnungsunsicherheit und Instabilität zu überwinden.

Doch der Vorschlag stößt auf erhebliche Bedenken bei Vermietern, insbesondere bei Eigentümern älterer mietpreisgebundener Gebäude. Diese wurden bereits durch eine Änderung der Mietpreisregulierung im Jahr 2019 finanziell getroffen. Ein Mietpreisstopp könnte sie weiter davon abhalten, notwendige Instandhaltungsarbeiten durchzuführen. Garodnick mahnt, dass ein Gleichgewicht gefunden werden muss, um unbeabsichtigte Folgen zu vermeiden und Gebäude nicht in Not zu bringen.

Die "City of Yes"-Initiative: Ein Fundament für mehr Wohnraum

Dan Garodnick, der vier Jahre lang Direktor des New York City Department of Planning war, leitete eine der umfassendsten Änderungen der Zonierungsvorschriften der Stadt seit Jahrzehnten. Die Initiative "City of Yes" umfasste eine Reihe von Überarbeitungen zur Förderung des Wohnungsbaus. Dazu gehören Aktualisierungen, die es neuen Apartmentprojekten ermöglichen, mehr Fläche für bezahlbaren Wohnraum zu nutzen, sowie die Umwandlung von Kellern oder das Hinzufügen von Nebengebäuden als zusätzliche Wohneinheiten. Auch die Umwandlung von Bürogebäuden in Wohnraum wurde erleichtert.

Garodnick zufolge wurden durch diese Zonierungsänderungen in vier Jahren mehr Wohnungen ermöglicht als in den 20 Jahren zuvor zusammen. Er erklärte, dass 60 Jahre alte Regeln die Bauweise und den Standort von Wohnungen zu stark eingeschränkt hätten, was zu wenig oder gar keinem Wohnungsbau in vielen Stadtteilen führte. "City of Yes" sollte in jedem Viertel der Stadt etwas mehr Wohnraum ermöglichen.

Kleine Vermieter am Limit: Ein Blick auf die finanzielle Belastung

Die Ankündigung neuer mieterfreundlicher Maßnahmen hat insbesondere kleine Vermieter verunsichert, die keine riesigen Immobilienportfolios besitzen. Viele von ihnen erwarben oder erbten ältere Apartmentgebäude in der Hoffnung auf zusätzliche Einnahmen und steigende Immobilienwerte. Trotz strenger Regeln für Mieterhöhungen bei vor 1974 gebauten Gebäuden schienen sich die Investitionen jahrzehntelang auszuzahlen.

In den letzten Jahren stiegen jedoch die Kosten für Instandhaltung und Versicherungen stark an, während die Mieteinnahmen weitgehend stagnierten. Die Ausgaben für den Austausch von Heizkesseln, Dächern, Fenstern und bleihaltigen Wänden explodierten, was viele Eigentümer in die roten Zahlen trieb. Valentina Gojcaj, die zwei mietpreisgebundene Apartmentgebäude in der Bronx besitzt, fragt: "Warum nimmt er uns ins Visier? Das ist meine Investition und etwas, wovon ich im Ruhestand leben möchte. Was passiert mit mir, wenn ich diese Gebäude nicht mehr unterhalten kann?"

Finanzierung von Mamdanis Agenda: Neue Steuern im Fokus

Bürgermeister Mamdani wird dem Stadtrat bald seinen Haushaltsplan vorlegen, in dem seine Wahlversprechen auf die harte Realität der Zahlen treffen. Zu seinen Versprechen gehören neben dem Mietpreisstopp auch universelle Kinderbetreuung, ein "Department of Community Safety", kostenlose Busse und städtische Lebensmittelgeschäfte.

Mamdani schätzt, dass seine Agenda jährlich 10 Milliarden US-Dollar kosten wird. Davon sollen 9 Milliarden US-Dollar aus neuen Steuern stammen: 5 Milliarden US-Dollar aus einem staatlichen Einkommensteuerzuschlag für Millionäre und 4 Milliarden US-Dollar aus einer höheren staatlichen Körperschaftssteuer. Nicole Gelinas erklärt, dass die gesamte Last auf der lokalen Steuerbasis liegen würde, da Mamdani Washington nicht um Finanzierung bittet. New York erwartet für das erste Fiskaljahr, das im nächsten Juli beginnt, 82,8 Milliarden US-Dollar an staatlichen und lokalen Steuern einzunehmen. Mamdanis Plan würde diese Steuerlast um etwa 11 Prozent erhöhen.

Der Balanceakt: Wohnraum schaffen ohne Stabilität zu gefährden

Die Amtszeit von Bürgermeister Mamdani wird zeigen, ob Politiker landesweit die Wohnkosten senken können, ohne die Vermieter zu destabilisieren, die den Großteil des Wohnungsbestands bauen und instand halten. Garodnick betont, dass die Stadt und der Staat sicherstellen müssen, dass ihre Politik nicht nur Mieter vor unzumutbaren Mieterhöhungen schützt, sondern auch die Wohnbedingungen sowie die Gesundheit und Sicherheit der Gebäude gewährleistet sind.

Die Schaffung von Wohnraum in großem Maßstab stößt oft auf erheblichen Widerstand. Garodnick und sein Team setzten auf Klarheit, einfache Erklärungen, visuelle Hilfsmittel und mehrsprachige Öffentlichkeitsarbeit, um die Bevölkerung zu überzeugen. Die Wähler von New York City haben kürzlich Änderungen der Stadtcharta genehmigt, die die Genehmigung von Wohnraum in einigen Fällen erleichtern sollen, was auf einen Wunsch nach "großen Würfen" bei der Lösung des Problems hindeutet. Mamdani hat sein Interesse an der Schaffung von mehr Wohnraum bekundet und "City of Yes" als wichtige Vorlage genannt, auf der aufgebaut werden kann.

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