Newsom in Davos: Knieschoner-Protest gegen Trump-Administration

Newsom in Davos: Knieschoner-Protest gegen Trump-Administration

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Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom sorgte auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos am Donnerstag, den 22. Januar 2026, für Aufsehen, als er rote Knieschoner präsentierte. Diese sollten symbolisch für Führungspersönlichkeiten stehen, die sich der Trump-Administration "ausliefern". Newsom kritisierte dabei scharf den Zustand der US-Demokratie und das Verhalten von Unternehmen und Institutionen.

Newsom kritisiert "Ausverkauf" an Trump-Administration

Gouverneur Gavin Newsom zeigte während des Weltwirtschaftsforums in Davos rote Knieschoner, die er als Metapher für Führungskräfte der Wirtschaft, Anwaltskanzleien und Universitäten verstand, die sich der Trump-Administration beugen würden. Die Knieschoner, die Donald Trumps Unterschrift trugen, waren über eine von Newsom eingerichtete Website erhältlich und wurden auch in großen Mengen angeboten.

Newsom erklärte: "Die letzte Runde Knieschoner war ausverkauft, genau wie unsere Anwaltskanzleien sich ausverkaufen. Viele amerikanische Universitäten verkaufen sich aus, und ja, viele Unternehmensführer verkaufen sich an diese Regierung." Bereits am Dienstag hatte er Weltführern vorgeworfen, sich Trump "zu beugen", und kommentierte: "Ich kann diese Komplizenschaft der Leute, die sich beugen, nicht ertragen."

"Die Herrschaft von Don": Sorge um demokratische Normen

In einem Interview mit Ben Smith von Semafor äußerte Newsom seine Besorgnis über den Zustand der demokratischen Normen in den Vereinigten Staaten. Er behauptete, das Land lebe unter "der Herrschaft von Don" und stellte die Existenz von Gewaltenteilung, Rechtsstaatlichkeit und Volkssouveränität infrage. "Es gibt keine Rechtsstaatlichkeit. Es ist die Herrschaft von Don", so Newsom, der dem US-Kongress Komplizenschaft vorwarf.

Newsom, ein langjähriger Teilnehmer des WEF, hatte bereits in der Woche vor dem Forum angekündigt, dass eines seiner Hauptziele in Davos sei, Trumps Ansichten zur Zukunft des Kapitalismus entgegenzutreten. Seine leidenschaftlichen Monologe wurden während der Sitzung mehrfach mit Applaus bedacht. Newsom war bereits mehrfach in Davos, unter anderem als Bürgermeister von San Francisco von 2004 bis 2011.

Kontroversen um Auftritt im USA House

Ein geplanter Auftritt Newsoms im USA House, das auf seiner Website als "offizieller US-Veranstaltungsort" in Davos beschrieben wird, wurde am Mittwoch kurz nach Trumps Rede vor dem Forum abgesagt. Newsom kritisierte die Absage scharf: "Ich sollte gestern Abend sprechen. Es war eine gut etablierte Veranstaltung im USA House, ein einfaches Gespräch, eine Diskussion nach Trumps Rede. Sie haben sichergestellt, dass ich es nicht tat. Sie haben sichergestellt, dass es abgesagt wurde."

Das USA House ist privat organisiert und repräsentiert nicht die US-Regierung. Es wird von großen Unternehmen wie Microsoft, Pfizer und dem Blockchain-Unternehmen Ripple gesponsert. Newsom lehnte später eine Einladung zu einem "VIP Nightcap" im USA House ab und äußerte sich auf X (ehemals Twitter): "Wie schwach und erbärmlich muss man sein, um so viel Angst vor einem Kamingespräch zu haben?"

Schlagabtausch mit Trump und Bessent

Die Spannungen zwischen Newsom und der Trump-Administration zeigten sich auch in direkten Äußerungen. Donald Trump hatte Newsom in seiner Rede in Davos am Mittwoch erwähnt, ihn als "guten Kerl" bezeichnet und gesagt, er habe sich früher "so gut" mit ihm verstanden.

Newsom tauschte sich zudem am Dienstag und Mittwoch mit US-Finanzminister Scott Bessent aus. Bessent griff Newsom auf einer Pressekonferenz am Mittwoch persönlich an und nannte ihn "selbstgefällig, zu selbstverliebt und zu wirtschaftlich ungebildet, um irgendetwas zu wissen." Newsom gilt als potenzieller demokratischer Präsidentschaftskandidat für 2028 und hat sich in den letzten Jahren als prominenter Kritiker führender Republikaner positioniert, unter anderem durch häufige Auseinandersetzungen mit Floridas Gouverneur Ron DeSantis.

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