
Newsom kritisiert Elon Musk: "Edison unserer Zeit" und Enttäuschung
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Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hat Tesla-CEO Elon Musk als "eine der größten Enttäuschungen" bezeichnet, ihn aber gleichzeitig als "einen der größten Innovatoren unserer Zeit" gewürdigt. Newsom äußerte Bedenken hinsichtlich Musks Assoziation mit Donald Trump und Teslas strategischer Neuausrichtung weg von Elektrofahrzeugen hin zur Robotik, die den US-amerikanischen EV-Markt schwächen könnte. Er betonte zudem die entscheidende Rolle Kaliforniens bei Musks Aufstieg zum Multi-Milliardär.
Newsom kritisiert Elon Musk scharf
In einem Interview mit Axios nannte Gouverneur Newsom Elon Musk "eine der größten Enttäuschungen", als er auf den SpaceX-CEO angesprochen wurde. Newsom beklagte Musks Verbindung zu Präsident Donald Trump. Trotz dieser Kritik würdigte Newsom Musk als "einen der größten Innovatoren unserer Zeit" und zog Parallelen zum Erfinder Thomas Edison, indem er sagte: "Er ist der Edison unserer Zeit. Es bricht mir das Herz." Newsom betonte, er sei einer der ersten gewesen, der ein Tesla-Fahrzeug direkt vom Band erhalten habe, und habe das Unternehmen stets als "einer ihrer größten Befürworter und Unterstützer" gefördert.
Kaliforniens Rolle bei Musks Aufstieg
Der kalifornische Gouverneur hob hervor, wie ein günstiges regulatorisches Umfeld in Kalifornien Elon Musk geholfen habe, der "Multi-Milliardär, vielleicht Billionär, der er geworden ist", zu werden. Kaliforniens "Zero-Emission Vehicle Mandate", das 2010 eingeführt wurde, schuf das regulatorische und finanzielle Gerüst, das Tesla das Wachstum ermöglichte. Seit 2009 hat Tesla Milliarden von Dollar an direkten und indirekten Subventionen sowie Marktmechanismen vom Staat erhalten. Newsom bekräftigte, dass Musks Unternehmen ohne Kaliforniens Anreizprogramme "einfach nicht existieren würde".
Obwohl Musk 2021 den Hauptsitz von Tesla nach Austin, Texas, verlegte, kehrte das globale Engineering- und KI-Hauptquartier des Unternehmens 2023 nach Palo Alto zurück. Newsom erschien damals an Musks Seite und äußerte seinen Stolz über Kaliforniens Engagement, Tesla über die Jahrzehnte zu unterstützen.
Teslas strategischer Wandel und die Sorge um den EV-Markt
Newsom äußerte sich besorgt über Teslas strategische Neuausrichtung. Er beklagte, dass Musk "seine eigene Innovation in diesem Bereich [Automobile] gebremst und sich nun der Robotik, den Humanoiden, zugewandt" habe. Newsom argumentiert, dass Musk durch diesen Fokuswechsel den Elektrofahrzeugmarkt in den USA vernachlässigt und China die Möglichkeit gibt, eine stärkere Position einzunehmen. China kontrolliert bereits schätzungsweise 70 % des globalen EV-Marktes. Newsom bezeichnete Musks Schritt als "das größte Eigentor" des nächsten Jahrzehnts, das weitreichende Folgen für amerikanische Lieferketten, die nationale Sicherheit und die Zukunft der Automobilherstellung in den USA haben könnte.
Elon Musk hingegen deutete an, dass ein mögliches neues Modell in der Tesla-Produktpalette erscheinen könnte, was signalisiert, dass der Automobilhersteller nicht vollständig mit Elektrofahrzeugen abgeschlossen hat. Dennoch kündigte Tesla im Januar an, die Produktion der Modelle S und X einzustellen und die Fertigungslinien stattdessen auf die Optimus-Produktion umzustellen. Musk äußerte damals, es sei "wahrscheinlich wahr", dass die Menschen irgendwann vergessen würden, dass Tesla jemals ein Autohersteller war, sobald der Optimus V3 auf den Markt kommt. Langfristig, so Musk, würden die einzigen Fahrzeuge, die Tesla herstellen werde, autonome Fahrzeuge sein, mit Ausnahme des nächsten Generation Roadsters.
Die Rolle der Politik: Trump und Subventionen
Newsom sieht die tiefere Verantwortung für die Entwicklung im EV-Markt nicht nur bei Elon Musk, sondern auch bei der Politik. Er sagte: "Ich denke, das ist Trump, nicht nur Elon Musk", und verwies auf den systematischen Abbau von Bundes-EV-Anreizen, Mandaten und der Unterstützung für erneuerbare Energien durch die Trump-Administration. Newsom argumentiert, dass Washingtons Politik die Infrastruktur aktiv beeinträchtigt, die Amerika benötigt, um im Wettbewerb zu bestehen.
Im November 2024 schlug Newsom ein neues staatliches EV-Rabattprogramm vor, das die bundesweite Steuergutschrift von 7.500 US-Dollar ersetzen sollte. Dieses Programm enthielt jedoch Marktanteilsbeschränkungen, die Tesla möglicherweise ausgeschlossen hätten. Musk kritisierte diese Idee, Tesla von EV-Subventionen auszuschließen, und schrieb auf X: "Obwohl Tesla das einzige Unternehmen ist, das seine EVs in Kalifornien herstellt! Das ist verrückt." Zuvor hatte Musk das Ende der bundesweiten EV-Gutschriften unterstützt, da er glaubte, dies würde Tesla letztendlich zugutekommen, indem es Konkurrenten schwächt, die stärker von den Anreizen abhängig sind.
Newsom über Peter Thiel und Palantir
Der Gouverneur äußerte sich auch zu Peter Thiel von Palantir Technologies Inc. (NASDAQ:PLTR), den er als Unternehmer mit einem "Intellekt der nächsten Stufe" beschrieb, der jedoch "nihilistisch" geworden sei. Newsom merkte an, dass Thiel nicht "rein in eine politische Schublade gesteckt werden sollte, wie meine Partei ihn oft einordnet", sondern in "viele verschiedene Schubladen" gehöre. Im Januar hatte Thiel über 3 Millionen US-Dollar an ein Komitee gespendet, das sich gegen eine vorgeschlagene kalifornische Vermögenssteuer für Milliardäre aussprach, eine Steuer, die Newsom zu blockieren versprochen hatte.
Tesla-Aktie und Marktbewertung
Die Tesla-Aktie (TSLA) legte am Mittwoch zum Handelsschluss um 0,76 % auf 385,95 US-Dollar zu, sank jedoch im nachbörslichen Handel um 0,16 % auf 385,35 US-Dollar. Laut den Benzinga Edge Rankings erzielt Tesla gute Werte bei der Momentum-Metrik und weist zudem einen günstigen Preistrend auf lange Sicht auf.