
NextEra und ExxonMobil: Gigawatt-Datenzentren für KI mit Erdgas und CO2-Abscheidung
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Die steigende Nachfrage nach Rechenleistung für Künstliche Intelligenz (KI) treibt den Energiebedarf in die Höhe und zwingt Energieunternehmen zu innovativen Lösungen. In diesem Kontext haben NextEra Energy, der größte Entwickler erneuerbarer Energien in den USA, und der Ölriese Exxon Mobil eine strategische Partnerschaft angekündigt, um ein großes Datenzentrum zu entwickeln, das mit Erdgas betrieben und durch fortschrittliche Kohlenstoffabscheidungstechnologie emissionsreduziert wird. Dieses Vorhaben unterstreicht die Notwendigkeit, flexible und leistungsstarke Energiequellen für die Tech-Branche bereitzustellen.
Strategische Partnerschaft für KI-Datenzentren
NextEra Energy und Exxon Mobil planen den Bau einer 1,2-Gigawatt-Anlage, die speziell auf die Bedürfnisse eines sogenannten Hyperscalers zugeschnitten ist. Hyperscaler sind große Technologieunternehmen, die Datenzentren für das Training und den Betrieb von KI-Anwendungen errichten. Das Projekt soll Erdgas zur Stromerzeugung nutzen und dabei Exxons Kohlenstoffabscheidungstechnologie einsetzen, um Emissionen zu reduzieren.
Für die Anlage wurden bereits 2.500 Hektar Land im Südosten der USA gesichert, in unmittelbarer Nähe zu Exxons Kohlendioxid-Pipeline-Infrastruktur. Die Partner beabsichtigen, den Standort im ersten Quartal 2026 einem Hyperscaler anzubieten, wobei derzeit noch keine Vereinbarung unterzeichnet ist.
Erdgas als Brückentechnologie für den steigenden Energiebedarf
Obwohl NextEra Energy als führender Entwickler erneuerbarer Energien bekannt ist, setzt das Unternehmen zunehmend auf Erdgas, um den immensen Energiebedarf von Datenzentren zu decken. CEO John Ketchum erklärte, dass viele Projekte zunächst mit "Brückenstrom" aus erneuerbaren Energien und Speichern beginnen würden, während gleichzeitig die Gasversorgung im Hintergrund geplant werde. NextEra plant, bis 2032 bis zu acht Gigawatt Gasstromerzeugung online zu bringen und verfügt über eine Pipeline von 20 Gigawatt Gasstromerzeugung.
Bis 2035 will NextEra insgesamt 15 Gigawatt Strom für Datenzentrum-Hubs bereitstellen. Dazu gehören auch mindestens drei Datenzentrum-Campus, die NextEra gemeinsam mit Alphabet's Google entwickelt. Der Tech-Sektor hat bisher hauptsächlich erneuerbare Energien und zunehmend Kernkraft zur Versorgung seiner Datenzentren genutzt, um Klimaziele zu erreichen.
ExxonMobil expandiert in die kommerzielle Stromerzeugung
ExxonMobil wagt sich mit eigenen Plänen in den Bereich der Stromerzeugung vor, um energieintensive Datenzentren zu versorgen. CEO Darren Woods bestätigte, dass das Unternehmen Land gesichert hat und Gespräche mit potenziellen Kunden führt. Laut einem Artikel der New York Times könnte eine von ExxonMobil geplante Anlage mehr als 1,5 Gigawatt produzieren und ist darauf ausgelegt, den wachsenden Strombedarf von KI- und Technologiebetrieben zu unterstützen.
Ein wesentliches Merkmal dieser Anlagen ist die Integration von Technologie zur Abscheidung von über 90 % der Kohlendioxidemissionen, was einen bedeutenden Schritt zur Emissionsminderung in diesem Sektor darstellt. Das Projekt ist zudem so konzipiert, dass es nicht an das breitere Stromnetz angeschlossen wird. Dieser Off-Grid-Ansatz könnte Genehmigungs- und Bauzeiten beschleunigen und es dem in Texas ansässigen Unternehmen ermöglichen, den Betrieb innerhalb der nächsten fünf Jahre aufzunehmen. Dies markiert Exxons ersten Vorstoß in die externe Stromerzeugung für kommerzielle Kunden, nachdem das Unternehmen zuvor Gaskraftwerke nur für den Eigenbedarf gebaut hatte.
Innovationen jenseits der Stromerzeugung
Über die reine Stromerzeugung hinaus investiert ExxonMobil in innovative Lösungen zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Senkung der Emissionen. Anfang des Jahres kündigte das Unternehmen eine Partnerschaft mit Intel an, um Flüssigkeitskühltechnologien für Datenzentren zu entwickeln. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, energieeffiziente Kühllösungen zu schaffen, die Emissionen reduzieren und die Leistung von Intels x86-Architektur-basierten Systemen optimieren.
Mit einer Zusage von 30 Milliarden US-Dollar für die Entwicklung alternativer Energieressourcen und die Reduzierung operativer Emissionen positioniert sich ExxonMobil als wichtiger Akteur in der sich wandelnden Energielandschaft. Die Branche strebt ein Gleichgewicht zwischen dem gestiegenen Strombedarf und niedrigeren Emissionen an, wobei Erdgas aufgrund seiner geringeren Kosten und der Fähigkeit, rund um die Uhr Strom zu liefern, eine bevorzugte Option darstellt.